Eine durchaus überflüssige Oper....

Heute war ein langer angefüllter Tag, ich kam kaum zum Essen. Am Abend waren wir dann noch in der Oper. Aber nicht lange, nach dem ersten Akt sind wir geflüchtet. Man gab (leider) LA WALLY (Die Geier-Wally) Eine Oper von Alfredo Catalani ( † 1893) Warum man gerade dieses Werk aussuchte? Es gäbe so viel kunstvolleres Repertoire..... Vielen Abonennten fehlt der ehemalige Intendant, die Auswahl der Stücke und die Umsetzung war um so vieles besser!

Catalani halte ich für einen miserablen Komponisten. Man hätte seine Oper in Frieden ruhen lassen sollen. "Kongenial" war die oberflächliche Regie. Da musste die Walli an Tischdecken ziehen damit sie was tut, der Bär von dem gesprochen wurde, musste in form eines Puppenkopfs herumgetragen werden, damit auch der Dümmste versteht. Das alles in trachtenähnlichem Gewande, damit man ja weiß: Wally ist ein Volksepos, gell. Stimmungsmäßig passte alles zum Wahlergebnis des letzten Sonntags. Die pseudo-bäuerliche Volkskultur lebe hoch, aber nicht mit mir!

Aber! Irgendwas kann eventuell noch gut gewesen sein, ich war ja nur im ersten Akt, vielleicht war es dann später besser? Jedenfalls hätte ich diese billige Musik, gepaart mit regiemäßiger Unfähigkeit nicht zweieihalb Stunden ausgehalten!

Wir waren dann noch lange aus und haben gute Gespräche geführt.... daher: ein schöner Abend, nur etwas zu teuer.....

Nickname 02.10.2008, 00.46| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Musik | Tags: Kulturkritik

Ein Film und Kirchenkritik

Heute spätabends habe ich den Film "Die unbarmherzigen Schwestern" (-> sehr guter Artikel!) von Peter Mullan gesehen. Ich bin erschüttert.
Habt ihr schon davon gehört? In Irland gab es bis 1996 (!!) die von katholischen Ordensschwestern geführten Magdalenenheime in denen insgesamt etwa 30 000 Frauen, oft lebenslang, wie Sklavinnen gehalten wurden. Weil sie als unehrbar galten. Sprechen war verboten, es musste den ganzen Tag Wäsche gewaschen werden, Züchtigungen, Erniedrigungen und Schlafentzug standen an der Tagesordnung. Die Mädchen sollten Büßerinnen sein, Magdalenen eben. Eine der Äbtissinnen erklärte in einem Interview dazu: Körperliche Züchtigungen seien „Liebesbezeugungen Jesus der sündigen Magdalena gegenüber“.

Pervers, oder?

Aber lest selbst hier. Und lest besonders die letzten zwei Sätze im Abschnitt "Kontroverse". Die Reaktion des Vatikans bedeutet meiner Meinung nach, dass entweder dieser Ungeist noch nicht aus den Köpfen so mancher Katholiken ist, oder sie wollen vertuschen. 
Ich sage es drastisch, gemäßigte Katholiken mögen mir verzeihen: Weiter vom (Ur)christentum kann man sich gar nicht entfernen, als es da in Irland passiert ist. Und ich denke bei dieser Einschätzung auch an manche katholischen Erfindungen der letzten 2000 Jahre. Die Kirche lehrt ja Dinge die so nicht in der Bibel stehen. allzuoft bleibt da wenig übrig von der Liebe die sie so gerne predigen.

Nickname 01.10.2008, 02.54| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: oder doch nicht?