Ausgewählter Beitrag
Die Macht der Worte
Das Zitat im vorigen Beitrag flog mir genau zu, nachdem ich wieder Hasskommentare im Netz gelesen hatte. Es erwischte mich daher noch intensiver!
Aber dann erlebte ich, dass es von anderen nicht so gelesen wird wie von mir. Nicht nur hier, auch eine gute Freundin reagierte anders als von mir erwartet.
Es geht wohl darum, wie man jemanden einschätzt. Ich habe ein Beispiel von vorgestern:
Wir saßen am See in einem Lokal als ein besserer Tisch frei wurde. Wir wechselten dorthin und dabei muss ich versehentlich leicht an einer Frau im mittleren Alter angestoßen haben, gemerkt hatte ich das nicht und ich bin gar nicht sicher ob das so war, und das, obwohl ich mit gebrochener Rippe und lädiertem Knie ein wenig ungeschickt bin.
Sie stand empört von ihrem Stuhl auf und setzte sich böse schimpfend weg. "Oh, Entschuldigung!" rief ich und rückte meinen Stuhl näher zu meinem Tisch um ihr mehr Platz zu lassen. "Kommen Sie!" rief ich, sie höflich einladend zurückzukehren. Sie nahm die Entschuldigung nicht an und keifte weiter. Daraufhin drehte ich mich grimmig zu ihr um und sagte: "Was sind denn Sie für eine Bissgurn?!" (Für Bärenmami: was sind Sie denn so bissig!) Sie dann zu ihrer Freundin im Ton des bedauernswerten Opfers: "Siehst du??"
Dieses Beispiel kehrt das Zitat da unten um hundert Prozent um. Es kommt immer darauf an, wie man jemanden sieht. Sie sah mich total ablehnend als Störfaktor, sie konnte mich nicht ertragen, aber damit kann ich umgehen ohne mich minder zu fühlen, aus dem Alter bin ich raus.
In der Lehrerausbildung lernte ich: "Sagst du einem Kind, es könne nicht rechnen, wirst du es dazu verleiten, damit zu versagen."
Oh, mir fällt gerade auf, dass da lauter negative Beispiele vorkommen! Aber so sind "wir"!
Hätte meine Mutter nicht immer geschimpft: "Du wirst Straßenkehrer werden!!" hätte ich mehr Selbstbewusstsein entwickelt um in der Schule bessere Leistung zu bringen.
Ich glaube, dass die positive Bestärkung den Menschen zu dem bringen kann, was er sein könnte. Alles andere macht ihn schlechter als er es verdient.
Und letztendlich ist Menschenliebe in dem Zitat. Das ist mir das Wichtigste daran.