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Einträge vom: 23.07.2005

Gefunden


Gemeinsame Vorurteile verbinden mindestens so gut wie Superkleber.

Ernst Ferstl


Dazu kann ich dazu nur sagen: Wie schön für die Politiker!

 Mit freundlicher Genehmigung des Autors.


Nickname 23.07.2005, 18.44| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Zitate

Terror und zwei böse Geschwister.


Die "7 Todsünden" aus dem Mittelalter sind unvollständig.

Auf zwei mit besonders böser Wirkung wurde damals leider vergessen:

Das Vorurteil und die Verallgemeinerung

Denn sie können zum Tod führen.

Ohne diese beiden Geschwister wären Terroranschläge gar nicht möglich.

Auch Kriege könnten die Machthungrigen nur mehr schwer führen, denn womit sonst könnten sie ihr Volk so lange aufhetzen bis es bereit ist, zu töten?

Wer den individuellen Menschen in seiner ganzen Dimension erkennt,
kann nur noch schwer zu solchen Untaten verleitet werden.

Ob diese zwei Unarten von der Katholischen Geistlichkeit und den Herrschenden absichtlich vergessen wurden ?

Evagrius von Pontus, ein griechischer Theologe (* 346 - 399/400) hatte übrigens noch eine achte Todsünde in seinem Register:
Die Traurigkeit.

Dieser Sünde mach ich mich heute,
angesichts der tragischen Ereignisse in Ägypten, ohne schlechtes Gewissen schuldig.

Nickname 23.07.2005, 18.33| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: politisch

Was geht in den Seelen vor?


Zum Terror der letzten Wochen.

Eigentlich wollte ich zur Zeit das Weltgeschehen innerlich ausblenden. Bei den ersten Terroranschlägen in London ist es mir auch gelungen, nicht weiter daran zu denken. Ich weiß, das klingt unkorrekt und selbstbezogen, aber ich war früher politisch sehr aktiv und glaube daher, meinen "Urlaub von schlimmen Nachrichten" vor mir selbst verantworten zu können.

Nun aber, angesichts der Tragödie im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich kann ich nicht länger "wegdenken". Wieder kommen mir viele unbeantwortete Fragen in den Sinn, besonders die, was in den Köpfen der Täter wohl vorgehen mag und wie man junge Männer so weit bringen kann, ihr eigenes Leben für den Massenmord an Allahs Geschöpfen hinzugeben.

Gottesglaube kann es kaum sein, denn der sollte eigentlich die Liebe zu dessen Schöpfung beinhalten... aber wer denkt schon normal wenn er fanatisiert wurde.

Warum denken so wenige öffentlich darüber nach, was junge Menschen zu solchen Taten treibt?

Ich versuchte, mich in diese zerstörten Seelen hinein zu versetzen, nahm an, das seien nun also die bitteren Früchte von Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Armut.

Ich dachte, die von Hass zerfressenen islamistischen Agitatoren benützten jugendliche Opfer schlimmer Umstände, um sie mit manipulativen Methoden, ja fast Gehirnwäsche für ihre Zwecke zu missbrauchen.

Nun stellte sich heraus, dass es auch Bombenleger aus gutbürgerlichem Haus gibt, solche die in England geboren wurden und in dieser toleranten Gesellschaft dort ihren Platz gefunden hatten.

Ich frage fassungslos:

Was geht in solchen Seelen vor?

Wie wird aus einem niedlichen kleinen Jungen ein Massenmörder?

Wie kann man Horror in die Welt setzen und fest daran glauben, das könnte gottgefällig sein?

Und am dringendsten würde ich gerne verstehen:

Wie kann man sich seiner Ideologie so sicher sein, dass man nicht zögert, sein einziges Leben dafür hinzugeben, und das seiner Frau und Kinder gleich mit zu zerstören?

Nickname 23.07.2005, 13.37| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: politisch