Weil sich gestern jemand ein wenig darüber lustig gemacht hat:

Was spielt sich im Kopf eines Musikers ab wenn er so dreinblickt?
Vielleicht werden manche jetzt enttäuscht sein, aber da ist meist keine selige Trance. Musizieren ist nicht einfach nur wohlig meditativ, auch wenn es manchmal so aussehen mag.
Es kommt darauf an, ob eine Vorspielsituation ist oder nicht.
Das Ideal der tiefen Kontemplation gelingt nicht oft und außerdem meist nur, wenn man für sich allein spielt. Nur dann ist es für den Spieler einfach nur "ergötzend", wie sich ein frecher Kommentator gestern auszudrücken beliebte. ;-)
Das Gesicht drückt in Wahrheit eher starke Konzentration aus. Der Maler dieses Engels hat das wunderbar dargestellt. (Fotografiert in der Kirche von Klosterneuburg)
Ich schreib jetzt mal auf, was sich so alles abspielt.
Beim Spielen muss man mit den Gedanken immer um ein paar Töne voraus sein, aber alles was gerade passiert trotzdem mitspüren und es doch andererseits auch laufen lassen. Man darf auf keinen Fall gedanklich abgleiten und das ist nicht so einfach. Man hat es in gewisser Weise mit einer abstrakten Materie zu tun und sollte möglichst viel davon auswendig wissen. Zugleich ist der Bewegungsablauf äußerst diffizil, man muss bewusst darauf achten, trotz Lampenfieber locker zu bleiben und sollte nebenbei spüren, auf welche Weise die Musik vom Publikum aufgenommen wird. Denn da gibt es eine Wechselwirkung.
Ist das Publikum freundlich, spielt der Musiker besser, ist es enthusiastisch, wächst er sogar über sich hinaus. Ein langweiliges und kaltes Publikum ist der Horror, man kann dann nur noch kämpfen...
Am allerwichtigsten ist aber, die Gefühle oder Stimmungen die man sich für die Musik vorgenommen hat auch herbeizuempfinden, damit man sie möglichst echt ausdrücken kann.
Auf der Bühne musizieren ist also ein sehr vielschichtiger Vorgang, da bleibt eben manchmal keine Hirnzelle mehr für die Gesichtsmuskeln frei. ;-)