Ich habe noch nicht die abendliche warme Mahlzeit gehabt. Denn als ich heimkam, stürzte sofort die Nachbarin auf mich zu. Ich sei ihre letzte Hoffnung, ihr Kater, er hat wohl demnächst Nierenversagen und ist nur noch ein Fliegengewicht, sei seit der Früh nicht mehr gesehen worden. Sie hätte gerufen und gerufen, meinte sie. Er isst nicht mehr, außer bei mir. Vermutlich, weil er meine Häppchen als Beute empfindet.
Ich rief ihn dann auf meine Art und er kam doch tatsächlich angetrottet. Wie schmezhaft für die Nachbarin! "Er mag dich mehr..." "Ach was, nur weil er immer um meine Häppchen kämpfen musste ist das so!" tröstete ich. Ich gab ihm nämlich nicht viel, damit er bei der Nachbarin bleibt. Sie liebt ihn und behandelt ihn gut! Aber mir gegenüber spielte sie immer ein kühles Verhältnis zu ihm vor. "Ist ja nur ein Tier!° So wie bei den Bauern, sie hat viel Bäuerliches an sich. Jetzt aber, wo es dem Tier schlecht geht, ist ihre Maske gefallen. Sie herzte ihn innig, konnte vor mir Gefühle zeigen, sowas ist ihr sonst eher peinlich.
Unsere Strategie ist nun, dass ich ihn wie immer mit einer winzigen Portion Trockenfutter füttere, aber "versehentlich" den Futternapf meiner Frau Schnuzl in der Küche bei offener Tür unbewacht lasse.
Der Kater soll Dieb sein können, weil er das so liebt! :-))
So, jetzt esse ich auch endlich, es wird Zeit. 2 Kartoffeln, ein wenig Tiefkühlgemüse und ein Spiegelei. Hmm! Ich mag nämlich es einfach!