Spielerische Pädagogik
Nach Ferien ist es in meinem Unterrichtsstil - das ist einer ohne Prüfungen - nötig, zu wiederholen. Lernen gelingt bekanntlich nicht nur durch Aha-Erlebnisse, man muss auch vertiefen.
Aber wie öde sind doch solche Wiederholungen des Stoffs!
Langeweile darf nicht sein. Tierischer Ernst auch nicht. Also ließ ich mir etwas Spielerisches einfallen. Der Spieltrieb ist schließlich bei Kindern die stärkste Kraft.
Erklären muss ich zuerst, auf welche Art der Unterricht bei mir läuft.
Die 28 Schüler sitzen im Kreis. Damit der Fronatalunterricht vermieden wird. Und damit die Kinder nicht etwa Verhaltensformen aus der Pflichtschule entwickeln, wo Lehrer allzu oft Gegner sind. Außerdem, im Kreis kann jeder jeden beobachten, das ist gruppendynamisch sehr von Vorteil. Auch ich sehe ja jeden! ;-)
Der Kreis ist bei derart vielen Kindern sehr groß. Also gibt es Leerraum in der Mitte den man nützen kann.
Nun aber endlich, wie wiederholt wurde. Falls irgend ein Leser auch Lehrer ist und das nachmachen will. :-)
Die Spielregel:
Jedes Kind ist ein Puzzleteil. Kann es etwas Erlerntes rufen, darf es sich in der Mitte auf den Boden setzen, legen, knien, wie und wohin es will, es wird damit Teil eines entstehenden dreidimensionalen Bildes.
Aber es gibt eine entscheidende Regel: Der Ruf gilt nur, wenn in dem Moment kein anderer gerufen hat. Kommissionsmitglieder sind alle, denn manchmal ruft einer allein, aber ein anderer kommt zu früh dazu. Da wird dann diskutiert, was gilt bzw. wer zuerst war. Was gerufen wurde, wird von allen in einer Liste mitgeschrieben, Themen die schon vorkamen gelten natürlich nicht.
Hey, das hat diese Woche toll geklappt. Mit Feuereifer suchten die Kids in ihren Hirnwindungen nach Gelerntem. Hehe.
Warum denn langweilig wenn es auch anders geht? Und so macht es auch dem Lehrer Spaß!
Sehr ihr? Ich brauche keine Prüfungen. Jeder der wenig fehlt und mitmacht kriegt seinen Einser!
:-)