Ausgewählter Beitrag

Atommächte

Verdrängung ist nicht immer schlecht. Manchmal hat sie auch einen Sinn.

Gestern hörte ich im Fernsehen, wie viel Nuklearwaffen es gibt. Welch ein Schock, ich wusste nicht, dass es so viele sind:

USAüber 10.000
UDSSR/Russlandüber 10.000
Großbritannien185
Frankreich350
China400
Israel200 (nicht zugegeben)
Indien60
Pakistan24
NordkoreaAtomprogramm im Aufbau
IranAtomprogramm vermutet


Wozu diese Menge, wo doch einige wenige die Welt vernichten würden? Nichts zeigt so deutlich den Wahnsinn der Machthaber und ihrer Militärs. Von Gleichgewicht des Schreckens kann keine Rede mehr sein. Es braucht zum Beispiel nur einen verarmten gewissenlosen Koreaner, oder fanatisierte Pakistani, und Nuklearmaterial könnte in falsche Hände geraten.

Bei dem Gedanken fühle ich drückende Beklemmung.
Machtlos wie wir dieser Bedrohung ausgesetzt sind, bleibt uns nur, unseren Alltag lebenswert zu gestalten und nicht zu viel darüber zu grübeln. Denn Angst hilft da auch nicht weiter.

Ich vergesse das am besten gleich wieder. Und du, lieber Leser tu es auch. Sonst geben wir den Wahnsinnigen noch eine andere Form der Macht über uns: Die der Bedrückung.
Aber manchmal muss man es doch erwähnen. Zu sehr wird die Atomindustrie schon wieder als harmlos hingestellt, sie ist schon wieder im Aufwind.

Atomindustrie und Nuklearwaffen sollen "zwei Paar Schuhe" sein? Nicht wirklich, denke ich. Der Weltfrieden muss nur labiler werden und schon rüsten weitere Länder auf. Natürlich zuerst die, die schon Atomkraftwerke haben, ist doch logisch. Abgesehen davon denke man an die Gefahr durch Störfälle.

Nickname 11.10.2006, 23.15

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Kommentare zu diesem Beitrag

4. von Vodia

in diesem Zusammenhang muß ich an die Sogen. Abrüstung denken.
Das was da abgerüstet wurde war
A) sowieso der Schrott, der weg mußte
B) nur ein Bruchteil dess was es an A-Waffen gibt.

Man hat uns damit bruhigen wollen und Asche in die augen streuen lassen, den es ist ja unheimlich beruhigend, dass nun die gesamte Menschheit nicht mehr 100 mal sondern nur noch 50 mal ausgelöscht werden kann.
Na wenigstens gehts schnell!
Friede unserer Asche.

V.

vom 12.10.2006, 23.04
Antwort von Nickname:

Danke Vodinchen! Der Schrott ist ja dann auch ewig radioaktiv....
3. von dau

um eine a.bombe zu schmeissen muss man nicht zwingend radikal sein.nagasaki,hiroschima.
indien u. pakistan....obwohl ich es bescheuert finde, weil in beiden ländern verhungern menschen,das geld wäre beim volk besser aufgehoben.aber so ist es besser als wenn nur einer von den beiden streit-köpfe eine a.bombe besitz,dann herscht etwas gleichgewicht.vllt wäre schon ein krieg ausgebrochen,aus dem gedanken der "überlegenheit".
nordkorea was soll ich schreiben nichts zu essen,aber hauptsache a.bombe.für china und russ.gilt das gleiche.
iran...aufgrund einer vermutung einen krieg anfangen :( um sie daran zu hindern.denke nicht das dass der richtige weg wäre.


vom 12.10.2006, 01.35
Antwort von Nickname:

Hallo Dau! Hm, so ist es besser... irgendwie klingt das nur im ersten Moment logisch. Desto mehr Waffen existieren, umso wahrscheinlicher wird es auch, dass sie einmal verwendet werden. Dann ein Großteil der nordkoreanischen Bevölkerung katastrophal arm ist, zeigt, wie pervertiert die Ideologie dort ist. Irgendwann wird der Feind kommen. Aber von innen, von der Bevölkerung selbst. Das war immer so. Nur, wenn sie hungern haben sie keine Kraft dazu. Also wozu ihnen Reis geben? So in etwa stelle ich mir die Gedankengänge Kim Jongs des II. vor.
2. von Frau Waldspecht

Ich hab die Kommentare glesen, nicht gerne...
Hmmm... die Aufstellung stammt vom 01.Feb. 2005, wahrscheinlich sind die Zahlen noch noch oben gegangen und die Zahl der Länder hat sich vermehrt...(Zumindest befindet sich das nordkoreanische Atomprogramm nach dem letzten Test nicht mehr im Aufbau...)
Aber es ist ja im Grunde egal, ob die Welt 10 oder 15 oder 100 mal zerstört werden kann...
Möge die Beklemmung von mir weichen...
Möge die Beklemmung uns nicht schlaflos machen...
Liebste Grüße, Anette

vom 11.10.2006, 23.59
1. von Tirilli

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vom 11.10.2006, 23.29

Atommächte

Verdrängung ist nicht immer schlecht. Manchmal hat sie auch einen Sinn.

Gestern hörte ich im Fernsehen, wie viel Nuklearwaffen es gibt. Welch ein Schock, ich wusste nicht, dass es so viele sind:

USAüber 10.000
UDSSR/Russlandüber 10.000
Großbritannien185
Frankreich350
China400
Israel200 (nicht zugegeben)
Indien60
Pakistan24
NordkoreaAtomprogramm im Aufbau
IranAtomprogramm vermutet


Wozu diese Menge, wo doch einige wenige die Welt vernichten würden? Nichts zeigt so deutlich den Wahnsinn der Machthaber und ihrer Militärs. Von Gleichgewicht des Schreckens kann keine Rede mehr sein. Es braucht zum Beispiel nur einen verarmten gewissenlosen Koreaner, oder fanatisierte Pakistani, und Nuklearmaterial könnte in falsche Hände geraten.

Bei dem Gedanken fühle ich drückende Beklemmung.
Machtlos wie wir dieser Bedrohung ausgesetzt sind, bleibt uns nur, unseren Alltag lebenswert zu gestalten und nicht zu viel darüber zu grübeln. Denn Angst hilft da auch nicht weiter.

Ich vergesse das am besten gleich wieder. Und du, lieber Leser tu es auch. Sonst geben wir den Wahnsinnigen noch eine andere Form der Macht über uns: Die der Bedrückung.
Aber manchmal muss man es doch erwähnen. Zu sehr wird die Atomindustrie schon wieder als harmlos hingestellt, sie ist schon wieder im Aufwind.

Atomindustrie und Nuklearwaffen sollen "zwei Paar Schuhe" sein? Nicht wirklich, denke ich. Der Weltfrieden muss nur labiler werden und schon rüsten weitere Länder auf. Natürlich zuerst die, die schon Atomkraftwerke haben, ist doch logisch. Abgesehen davon denke man an die Gefahr durch Störfälle.

Nickname 11.10.2006, 23.15| (4/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: politisch

Wie das Leben so spielt

Eine Bauerntochter ist sehr musikalisch. Sie erfüllt ihren Traum und wird Musiklehrerin, heiratet, es wird ein Haus gleich neben dem uralten kleinen Hof gebaut, zwei Kinder werden bald geboren, auf welche die Eltern zu Recht stolz sein können. Das Leben ist schön.....

Doch dann bekommt die Frau Krebs. Der Mann macht trotzdem seine vielen Reisen, aber sie kämpft sich, oft alleine gelassen, tapfer durch ihr schweres Leiden und wird auch wieder gesund.
Der Vater stirbt und sie erbt den kleinen Hof. Während ihre Schwester sich an einem einfacheren Erbe in Form von einigen Baugründen erfreuen darf, muss sie nun neben ihrem Beruf die ganze Verantwortung für die Mutter und die Landwirtschaft übernehmen. Zugleich verlässt der Mann sie wegen einer Jüngeren und zieht nach Spanien.

Die Scheidung katapultiert sie nun in schwere finanzielle Nöte. Denn sie behält natürlich das Haus auf dem Grund des Anwesens ihrer Eltern und das kostet!

Ein schweres Leben hat begonnen, der Vater Staat macht es dem, der nebenberuflich einen Hof übernimmt nicht leicht. Sie hat keine Wahl, sie muss nach dem Gesetz fünf Jahre lang einen Teil der Felder bewirtschaften, sonst fällt sie um die überlebensnotwendige staatliche Förderung um. Ohne die könnte sie in den Privatkonkurs schlittern. Auch Pächter muss sie finden. Das alles übersteigt ihre Kräfte.
Der andere Bauer im Dorf verhält sich miserabel. Er war einer der Pächter, streift unrechmäßig eine EU-Förderung ein, die ihr zustehen würde und macht ihr zusätzlich unfreundlich Schwierigkeiten. Ein Gewittersturm hatte viele Bäume in ihrem Wald umgeworfen, ein nicht sehr großer Schaden entstand an einer seiner Hütten und an einem Fussballtor, vermutlich lastet er ihr, nicht von ihrem Wald verursachte Schäden noch zusätzlich an. Einen Anwalt kann sie sich trotz ihres Lehramts in der höheren Schule nicht leisten. Beide Kinder studieren inzwischen außerdem und das kostet!

Es blieb nur, Bäume schlägern zu lassen, um halbwegs über die Runden zu kommen.

Im Wald sieht es nun aus wie nach einem Bombenangriff. Äste und Zweige überall wohin das Auge blickt.

Mit zwei weiteren Freunden haben wir heute Holz gesammelt, Scheiter auf einen Anhänger geladen und dann im Hof geschlichtet. Aber diese halbtägige Arbeit ist nur wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Man sieht im Wald nicht einmal, dass gearbeitet wurde. Sogar die 85-jährige abgearbeitete Mutter half mit und es tat weh zu sehen, wie sie die schweren Äste schleppte.

Die Auswegslosigkeit und die Aussicht auf noch vier weitere schlimme Jahre raubt meiner Freundin den Schlaf.

Nickname 10.10.2006, 21.38| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: dies und das

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