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Moment des Todes

Nickname 01.11.2006, 17.57

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Kommentare zu diesem Beitrag

5. von Eva

danke Tirilli .... das Bild drückt genau das aus was ich mir unter "Heimgehen" vorstelle .... wenn Du für Deine Toten nichts mehr empfindest, dann ist das doch nicht negativ .... versuch Dich doch nicht in etwas hineinzupressen was Du nicht bist. Wenn Du nichts fühlst, dann ist das gut ... morgen kann es wieder ganz anders sein ....
(((Tirilli)))
Ein lichtvolles Wochenende wünscht Dir Eva :)

vom 03.11.2006, 08.32
Antwort von Nickname:

Mich würde interessieren, ob dieses Gefühl von Ferne das Ergebnis einer abgeschlossenen Trauerarbeit ist und ob es anderen auch so geht.
4. von Sabine

Hallo, liebe Tirilli! Ist nichts mit böser Tirilli, finde ich gut, dass Du dieses Tabuthema ansprichst.
Ich selber spüre bei meiner Arbeit ja tagtäglich die Endlichkeit unseres Seins. Zur Zeit betreue ich 3 sterbende Patienten.
Kennst Du das Buch: Über den Tod u das Leben danach von Elisabeth Kübler - Ross ? Ans Herz legen möchte ich Dir von Kübler- Ross aber ganz besonders das Buch: Das Rad des Lebens, ihre Autobiographie, in dem Buch vertieft sie ihre Erkenntnisse über den Tod und das Sterben.
Ich schicke Dir liebe grüße und ganz viel Kraft!!!
Sabine




vom 02.11.2006, 11.37
3. von Frau Waldspecht

Hmmm, leider erscheint der Titel des Bildes nicht. Es trägt den Titel "Moment des Todes".....

vom 01.11.2006, 23.14
2. von Frau Waldspecht

Seltsam, ich assoziiere mit dem Foto nicht den Moment des Todes... Vielmehr das Gegenteil.Aber trotzdem sehr beeindruckend...
Aber mit deinem Titel hast du mich an ein Foto aus den spanischen Bürgerkrieg erinnert... (Der Fotograf ist mir leider entfallen)
Hier klicken
Liebe Grüße, Anette

vom 01.11.2006, 23.06
Antwort von Nickname:

Liebe Anette, danke, dass du dich darauf eingelassen hast! Vielen Dank auch für das Lob!
Das dramatische Foto auf das du hinweist, hatte ich auch schon mal gesehen und es auch nie vergessen. Es passt so gut dazu! Denn es zeigt den äußeren Blick auf das Sterben. Hier meinte ich den inneren.
Es stellt den Tunnel dar, von dem schon viele sprachen, nachdem sie vom klinischen Tod zurück geholt worden waren. Im Licht am Ende des Tunnels sahen viele etwas. Jeder nach seiner Fasson und nach dem was ihm wichtig war. Aber selten war es negativ.
Ich habe ein Problem mit meinen 3 Toten. Es ist, dass ich nichts mehr für sie empfinden kann. Das erschreckt mich an mir! Gestern saß ich stundenlang an einem Gedicht, es sollte meine gestrigen Gefühle am nächtlichen Grab der Eltern ausdrücken. Die Vorgabe, in jeder Strophe das gleiche Versmass zu nehmen, (aber ohne Reim) ließ mich nach Stunden scheitern. Es ging nicht und ich schlief darüber ein. So viel wollte ich hinein packen, so viel war dringend zu sagen. Es war wohl keine gute Idee, das so in Gedichtform pressen zu wollen.
Über dieses Bild, und wie und warum es entstand schreibe ich jetzt gleich im anderen Kommentar.

1. von Karin

Interessantes, vielschichtig auslegbares Bild. Ist es mit einem bestimmten Grafikprogramm gemacht und dann das Licht aus einem Foto eingefügt?

vom 01.11.2006, 18.33
Antwort von Nickname:

Liebe Karin, danke für deine Frage. Es ist tatsächlich mit einem Grafikprogramm gemacht. (PaintShopPro9)
Ich wollte ursprünglich ganz etwas anderes machen. Nahm dieses Himmelsbild:

himmel_120.jpg... fügte eine Sonne ein himmel_mit_sonne120.jpg ...und dann war Schluß mit dem verstandesmäßigen Denken. Es entwickelte sich wie von selbst zu dem, was mich gerade beschäftigte. Wie in einer Trance, ganz ähnlich. Daher kann ich die weiteren Schritte kaum noch alle nachvollziehen. Das heißt, noch einmal könnte ich das nicht.
So geht es mir mit jedem Bild, dass mir dann auch etwas bedeutet, diese Phase wo mich beim Gestalten etwas Undefinierbares treibt ist selten, aber mir um so mehr wert. Ich sehne sie geradezu herbei, aber sie lässt sich niemals rufen.
Ich wache dann, wenn das Bild fertig ist, auf und fühle mich, als wenn ich in einem Tunnel gewesen wäre.
Danke, dass du mir Gelegenheit gabst, dies nun hier zu erklären, das tat ich wahnsinnig gerne! :-) Liebe Grüße!

Moment des Todes

Nickname 01.11.2006, 17.57| (5/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Gemalt | Tags: Gemaltes

Halloween

Es läutete Sturm.
Huch, so spät noch jemand? Ich öffnete vorsichtig ein Seitenfenster. Draußen standen fünf pubertierende Burschen, sie waren unverkleidet, sahen aber aber auch so zum Fürchten aus.
"Süßes oder Saures" riefen sie krächzendend durcheinander und quetschten sich dabei an den Zaun vor der Tür. Einer rief gar "Süßes und Saures" aber die Süßigkeiten, die sie unwissentlich anboten, hatten sie gar nicht dabei.
Etwas ungern öffnete ich die Haustür und gab mich forsch:
"Ja hallo, das ist doch bei uns überhaupt nicht Brauch? Was muss ich denn jetzt überhaupt auf diesen Spruch antworten?"
Ein Bursche spontan: "Bitte!"
Allgemeine Stille....
Ich musste heimlich grinsen.
Plötzlich riefen alle durcheinander: "Geld gibt man, ein Zehner ist das mindeste!" "A paar Scheinchen!" "Geld, Geld!"
Ich ließ mich nicht einschüchtern:
"Gleich einen ganzen Schein? Und da kommt ihr ausgerechnet zu mir! Schaut euch mal um, sehe ich etwa reich aus?"
"Des is Wurscht, man gibt Geld!" Geld, wenigstens an Fünfer!" "Jooo, Geld, Scheinchen!"
Fünf glänzende Augenpaare starrten mich gierig an und drückten dabei beinahe den Zaun ein.
"Ist euch eigentlich klar, dass ihr jetzt gerade nichts anderes als Bettler seid?"
"Hö, das ist gemein!" "Fies!" Einige und taten beleidigt.
"Ich glaub, ich habe gerade kein Kleingeld, leider!"
"Mocht nix, an Schein!" "An Zehner!" "Mindestens an Zehner!" "Genau, an Zehner!!"
"Ma, ihr nervts! .....Na gut, ich schau halt mal."
Ungerührt kramte ich in der Brieftasche und beförderte endlich 4 Euro und 20 Cent heraus. Einer Münze fiel bei der Übergabe auf meiner Seite des Zauns auf die Erde.
"Ane is obe g´folln, doo!!!" rief ein Jünling aufgeregt und forderte mich mit dem Zeigefinger auf, sie aufzuheben. Das Wort "Bitte" war auch in dieser Situation noch nicht gefallen, das lähmte mich beim Bücken irgendwie. Außerdem war es zu dunkel, die Münze sofort zu finden.
"Das passt schon, die wächst jetzt da." frotzelte ich.
Allgemeine Verdatterung, ihre Augen blickten erstaunt nach unten, als würden sie für meine Behauptung eine Bestätigung suchen.
"Tja, Gier lähmt das Denken, gell Burschis!" Aber das dachte ich mir nur.
Als sie die Münze dann doch bekamen, hob eine aufgeregte Debatte an, wie man jetzt 4, 20 Euro durch fünf zu teilen hat. "Jeder kriegt gleich viel!" beschwor einer mit erhobenem Zeigefinger und alle zappelten aufgeregt.
Das rührte mich nun doch, ich nestelte noch einen Euro heraus und forderte dafür die 20 Cent zurück. Willfährig suchten sie nun doch tatsächlich die kleine Münze und ich amüsierte mich heimlich über diese Harmlosigkeit unter rauher Schale.
"Ach passt schon" zwinkerte ich den Burschen mit dem Kleingeld an. Der blickte erstaunt und ich sah Melancholie in seinem Blick.
Als der Rest der Bande schon davon polterte, blieb einer noch kurz am Zaun stehen, hob den Daumen und sagte noch schnell, bevor er den anderen nachlief, anerkennend:
"Ey, fünf Euro, meine Hochachtung!"

Hoffentlich bleinben sie so harmlos, aber sicher bin ich mir da leider gar nicht....

Nickname 01.11.2006, 13.07| (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Geschichtchen

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