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Einträge vom: 07.05.2005

Ich entfliehe

Diese Tage sind schon seit langem für viele Anwohner des Wörther Sees unerträglich.
Da kommen bis zu 30. 000 junge Leute täglich. Gegen die wäre ja nichts einzuwenden, aber sie kommen mit ihrem Götzen. Da seht ihr eine Skulptur davon:

Ja, die haben doch tatsächlich in Reifnitz ein "lebensgroßes" Denkmal für dieses Auto gemacht. *gg* Ich schreib den Namen lieber gar nicht erst, sonst finden mich die Verrückten noch über Google.


Viele tausende Autos sollen da sein und fast jedes besitzt komischerweise kreischende Bremsen. Und anscheinend stirbt der Motor im Stehen ab, wie sonst lässt es sich erklären, dass die werten Fahrer rhythmische Gaspedalgymnastik betreiben müssen? Der Höhepunkt der Belustigung sieht folgendermaßen aus: Eine Meute stellt sich geschlossen um das Objekt ihres Wahns und rezitiert im fortissimo immer wieder im harten Rhythmus das Wörtchen "Gummi" Der im Auto auf dem Thron befindliche, (Fahrersitz) reagiert auch prompt auf diese mystische Aufforderung und steigt mit voller Kraft auf Gaspedal und Bremse zugleich. Das Ergebnis sind rauchende Reifen die dann auch brav stinken und platzen. Was wiederum die werten Zuseher zum Orgas zu euphorisch lautstarken Seufzern veranlasst. Schlimm wird es, wenn sie unbeteiligte Fahrer anderer Automarken erwischen und zu ihrem Ritual zwingen wollen.

Nach getanen lautstarken Runden um den See und nach stundenlangem lustvollen Stau wird des Weizensaftes ausgiebig gedacht und alles was nicht irgendwo angebunden ist durch die Gegend geworfen.

Da freut sich der gelernte Fremdenverkehr. Ich freue mich nicht mit und entfiehe wie viele andere Eingeborene auch. In Wien ist es schöner :-)) Aber ich habe vorgebloggt, damit hier nur ja keine Pause entsteht ;-))


Nickname 07.05.2005, 08.29| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: heute

Gärende Träume




Manch einer ist in seiner Erbitterung
härter denn ein Stein,
sein Herz aber ist voll
von gärenden Träumen.


aus: Der Jüngling
Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Zitantes Newsletter hat mich darauf gebracht.


Ich habe dieses Zitat herausgesucht, weil es neue Gedanken provozierte. 

Harte strenge Menschen die von anderen fordern und die sich, wenn das nicht erwartungsgemäß funktioniert, verbittert abwenden. Solche sind für mich ein rotes Tuch. Aber ich habe über sie noch nie tiefer nachgedacht.
Solche Menschen können ihrer Umwelt das Leben furchtbar schwer machen und das führt zu Abwehrhaltung aller. Diese Reaktion wiederum bringt es mit sich, dass niemand über die innere Problematik des Verhärteten nachdenken mag, wodurch der in eine immer verbittertere Einsamkeit gerät.
Welch ein Teufelskreis.

Aber wie ist das mit diesen alten Träumen? Sie gären weiter und bleiben unrfüllbar.
Welch eine Tragödie.

Vielleicht gelingt es mir jetzt, ein wenig Mitleid mit diesen Menschen zu haben....

Nickname 07.05.2005, 07.00| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Zitate