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Einträge vom: 17.01.2006

Musikpädagogisches

Musiklehrer stecken immer in einer Zwickmühle.

Sie haben den Auftrag, das Können ihrer Schüler stets zu verbessern und zu zeigen was noch fehlt. Dadurch erfährt aber der Schüler, teilweise auch unbewusst, dass seine Leistung nie genügt.
Immer und überall kann man beobachten, dass Menschen die sich ihre Kenntnisse am Instrument selbst erworben haben viel freier damit umgehen. Sie spielen in Gesellschaft, ja sie schleppen ihr geliebtes Instrument wo sie nur können mit sich herum. Und das obwohl sie viel weniger können als unsere Musikschüler.
Die dagegen ziehen die Schultern hoch wenn jemand sie bittet etwas vorzuspielen, sie kneifen wo nur möglich.

Auch mir selbst ist es immer so ergangen und geht es noch so, erst recht meinen Schülern. Da kann ich loben so viel ich will, sie über die oben beschriebenen Tatsachen aufklären, es hilft alles nur wenig.

Heute stellte ich im Musikkundeunterricht die angekündigte Aufgabe, den Kanon "Bruder Jakob" in Dur und dann nach Moll gewandelt teilweise nach Gehör vorzuspielen. Natürlich wie immer mit dem Hinweis, dass Fehler doch gar nicht schlimm seien. Trotzdem hatte ein Drittel eine Ausrede oder das Instrument gar mitgenommen.

Schüler die es konnten oder zumindest versuchten wurden mit Bravo bedacht und gelobt. Aber plötzlich hatte ich das Gefühl, dass ich zu viel lobe. Sie glauben mir nicht. Was geht in ihren Köpfen vor? Ich habe nicht geschauspielert, es kam von Herzen! Obwohl, das muss ich zugeben, irgendwie will ich sie nach Lob süchtig machen um etwas zu erreichen. Auch eine Methode.... Ob sie das etwa durchschauen?

Irgendetwas stimmt nicht. Ich weiß schon, das Ziel sollte nicht sein, wegen des Lobes gerne zu spielen sondern das Musizieren an sich soll Freude machen. Im besten Fall ist es die schönste und tiefste aller Meditationen!
Seltsam, sogar Menschen die nie ein Instrument in der Hand gehabt haben erahnen das oft.

Könnt ihr mit von außen irgendwie weiterhelfen? Oft kommen die besten Tipps von Leuten die nicht mitten im Betrieb stecken!

Übrigens, "Bruder Jakob" in Moll (mit leichten Abwandlungen) ist Thema eines langsamen Satzes einer Symphonie. Welcher? (Typische Lehrerfrage, hm??) ;-))

Nachtrag1:

Ich meine nicht die Spielfreude für sich, sondern diese Scheu vor jemandem zu spielen und sei es nur im Freundeskreis.

Nachtrag2:

Christina schrieb mir:
 Die Angst, anderen sein eigenes Können vorzuführen, ist mir durchaus bekannt, sowohl von mir selbst als auch von meinen Schülern. Meine Überlegungen gehen dahin, dass recht viele Bilder aus der Schulzeit in uns stecken. Zum Beispiel Versagensängste an der Tafel vor dem ach so klugen Lehrer und der Meute der Mitschüler. Die Furcht vor Steckenbleiben in einem Gedicht oder Musikstück und eine damit verbundene vermeintliche Blamage. Wer von uns hat schon gelernt, dass auch Kritik durchaus etwas Positives sein kann – so sie nicht das Selbstbewusstsein angreift, sondern ermunternd wirkt. Sich selbst nach außen darzustellen muss geübt werden. Ich kann mich noch gut daran erinnern, welche Überwindung es mich gekostet hat, als Neuling mit meinen Mitschülern im Park vor den Augen der Spaziergänger so was ( damals) exotisches wie Tai-Chi zu üben. Welche Herzklopfen hatte ich, als ich das erste Mal vor einer eigenen Gruppe stand. Heute nach vielem Üben -geht es im großen ganzen ohne jede Probleme, es sei denn die Auftritte sind vor großem Publikum, was dann jedoch dem ganz normalen Lampenfieber entspricht.-Vielleicht müssten wir verstärkt lernen und lehren, unsere eigenen Dinge durchzuziehen – unabhängig davon, was unser Gegenüber davon hält oder denkt. Letztlich doch wieder: Stärken des Selbstvertrauens und damit Verbunden das Wissen und der Mut, dass auch etwas schief gehen darf. Das muss aber schon an ganz anderer Stelle anfangen. Wenn die Kinder oder Jugendlichen ( auch Erwachsene) zu uns kommen , ist es eigentlich schon zu spät und wir können dann nur noch Schadensbegrenzung in einem schmalen Rahmen durchführen.

Nickname 17.01.2006, 21.37| (9/5) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in:

Unsinn machen ist nett....

... besonders wenn man eigentlich putzen sollte. Da schaut man wo man sich zuerst noch schnell amüsieren kann. (Meine Amüsements sind harmlos wie ihr gleich sehen werdet!! *g*)

Bei Veety fand ich die Möglichkeit, endlich zu wissen wer ich mal war und was mich schon wieder in diese schwierige Welt getrieben hat. Guckst du da.
Nun weiß ich es also:

Ich war früher mal Künstler, Magier, Wahrsager(in). Na eh klar.  

Eine kurze Beschreibung meines psychologischen Profils im vergangenen Leben:

Natürliches psychologisches Talent, Sie wußten mit den Gegebenheiten umzugehen. Kühl und gelassen in jeder Situation. Die jetzige Aufgabe, die aus dem vergangenen Leben resultiert:
Die ängstlichen und einsamen Menschen gibt es überall, und Ihr Problem ist es -- diese Erscheinungen in sich selbst zu überwinden, um dann anderen Menschen helfen zu können.

Nein und nochmal nein! Kühl war ich nie nicht!!! Und der Rest... na ja.... ein bisschen was ist dran.

Im Übrigen glaube ich nicht an die Wiedergeburt. Wäre schlimm wenn es so sein sollte, ich will nicht noch einmal leben, nie wieder das ganze Theater!

Nickname 17.01.2006, 13.09| (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: dies und das

Über eine Reparatur

Vor drei Wochen war mein Cello gebrochen und nun habe ich es wieder und es sieht aus wie vorher. Die Ursache des Bruchs ist mir inzwischen auch bekannt. Vielleicht ist es ganz interessant, ich erzähle daher kurz was passiert ist.

Unter der Decke des Korpus gibt es ein längsgezogenes Holz, der sogenannte Bassbalken. --> Auf dem ersten und dritten Foto kann man ihn auf der Decke der aufgeschnittenen Geige sehen. Er hat die Funktion, den Klang zu beeinflussen in dem er bestimmte Schwingungslängen bildet.
Dieser Bassbalken wird normalerweise aufgeleimt, bei meinem alten Cello (19. Jh. vermutlich aus Vogtland) war er aber mit dem Korpus aus einem Stück gemacht. Beim Zuschneiden hat der Instrumentenbauer aber ein wenig schlampig gearbeitet und wie auf diesem Bild zu sehen etwas zu tief geschnitten:

Da das Holz eine gewisse Spannung hat musste es dort irgendwann zum Bruch kommen, ein festeres Antippen hat also schon genügt.

Immerhin hat es mehr als 100 Jahre gehalten!

Nun wurde der alte Bassbalken entfernt, der über die ganze Länge gehende Riss mit Hölzchen unterlegt und ein neuer Balken angeleimt. Durch diese Renovierung musste der Steg (das helle Teil auf dem die Saiten liegen) neu gebaut werden, da nun die Decke minimal höher ist.

Nun wollt ihr sicher wissen was das gekostet hat. Tja, 1400 Euro. Aber das ist doch eigentlich nicht teuer, es wurde ja auch der Korpus sorgsam aufgeschnitten und unsichtbar wieder zusammen geleimt. Ich bewundere solche Kunst!
Ich bin ja schon sehr neugierig wie es nun klingt! Aber noch kann ich nicht schaben, obwohl es mit meiner Hand besser geht. Zum großen Leid der armen Frau Schnuzl geht´s also bald wieder los ;-)

Nickname 17.01.2006, 00.53| (6/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: dies und das