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Einträge vom: 02.08.2006

Kalenderblätter

Engelberts Kalenderblattaktion ist immer wieder etwas ganz Besonderes. Zuerst macht man sich Gedanken, wie man das Thema angehen könnte, hat Freude am kreativen Tun und ist dann begeistert von den vielen anderen Karten. Als Mitgestalter hat man beim Anschauen vermutlich mehr "Aha-Effekte" als ein passiver Betrachter. Ich spüre gerne der jeweils selbst gestellten Aufgabe und der stilistischen Lösung nach. Bei den Arbeiten der Anderen sehe ich, auch um zu lernen, genauer hin als sonst. 

Dieses Mal war ich besonders begeistert von dem wunderschönen Kalenderblatt mit folgendem Spruch:

Perlen liegen nicht am Strand, wenn du eine willst, musst du nach ihr tauchen.
(Orientalische Weisheit.)
 

Ich schrieb das auch in die Kommentarfunktion, mit der Bemerkung, dass ein Wallpaper herrlich wäre. Und jetzt kommt´s: Die Schöpferin des kleinen Kunstwerkes, Helga, hat es daraufhin noch einmal in von mir gewünschter Größe ganz neu gestaltet! Extra für mich, die sie mich doch sonst gar nicht kennt! Ist das nicht superhypermeganett? *g*

Vielen Dank Helga!

Man findet es in meiner Gästegalerie als Nummer 12

Mit diesem Blatt war ich übrigens auch dabei, sprichwörtlich 5 vor 12 schnell noch zusammengeschustert:

kalbl400august06.jpg

Ähm... das muss ja kein Geheimnis bleiben, oder? :-)

Nickname 02.08.2006, 21.58| (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: dies und das

Das schafft keine!! ;-)

Nämlich in 23 Minuten, in 3 Geschäften, die im Gesamtabstand von etwa einem Kilometer liegen, (Auto) folendes einzukaufen:

Eine Software und ein Mousepad.
Eine Tischdecke
Eine Hose und zwei T-Shirts.

Jawohl, ich bin eine Rekordtirilli! Das soll frau mir erst mal nachmachen! stolzgrinz.gif

Öhm, für Schrauben habe ich danach 30 Minuten gebraucht und der Verkäufer hat verdächtig genau nachgesehen ob ich blond bin. schiefmund_durchs.gif

Nickname 02.08.2006, 20.59| (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: heute

Episode im Wartezimmer des Zahnarzts

Ich saß ganz allein da als eine hübsche junge Frau hereinkam. Sie fragte, ob man seine Ankunft melden müsse und wählte, nachdem ich verneint hatte, fahrig den entferntesten Sitzplatz. Ich beugte mich wieder über meine Zeitschrift, aber wie das halt so ist, trotzdem nahm ich mit allen Sinnen ihre innere Unruhe wahr. Dann sprang sie auf, verschwand grußlos und kam nach wenigen Minuten doch wieder zurück. Nur kurz später erschien ein Mann der altersmäßig ihr Vater hätte sein können. Er gehörte irgendwie zu ihr, denn er begann für mich unverständlich auf sie einzureden. Besser gesagt, er nuschelte und raunte ihr zu und ihr Blick war dabei so aufmerksam aber auch verlegen ihm zugewandt, dass ich mit einem flüchtigen dezenten Blick erkannte, er könne nicht ihr Vater oder gar Freund sein. Nun flüsterten sie intensiv miteinander. Ich versuchte, höflich wegzuhören und blieb demonstrativ in meine Zeitschrift versenkt. Plötzlich standen beide auf, grüßten und waren auch schon fort.

Auf mich wirkte diese Episode wie eine Therapieszene für eine Klientin mit Zahnarztphobie. Ich fragte später den netten Zahnarzt und seine über den Durchschnitt guten und fürsorglichen Assistentinnen ob sie noch jemanden erwarten. Ja, eine Schmerzpatientin, eine Touristin vermutlich. Ich erzählte und wir unterhielten uns lange über Patienten mit Zahnarztangst.
Am Ende sagte eine Assistentin aber: "Selber Schuld! Wenn sie nicht kommt, muss sie halt weiter mit Schmerzen leben!"

Also ich weiß nicht... dieses "Selber Schuld" wird meiner Meinung nach viel zu häufig verwendet. Ich mag diese Äußerung nicht sehr und verwende sie nur selten. Schließlich ist sie eine Abkürzung von: "Selber Schuld, kein Mitgefühl!" Es ist der bewusste Hinweis darauf, dass man keinesfalls zu Mitleid bereit ist, es nicht empfinden kann. Und es suggeriert auch, dass man sich selbst für einen hält, der über Fehler erhaben ist.

Die Gesellschaft kann ganz schön hart sein. Mitleid haben zu können, ist eine Tugend. Aber ich bin mir in meinem Urteil nicht sehr sicher. Vielleicht sagen das auch oft Menschen, die Mitleid so tief und intensiv empfinden können, dass es sie stresst. Vielleicht blocken sie nur aus notwendigem Selbstschutz ab.
Ich habe oft Mitleid. Ist das etwa ein Zeichen dafür, dass ich dieses Gefühl oberflächlicher empfinde als manche andere? Schließlich bin ich um nichts besser als der Durchschnitt, das weiß ich.

Nickname 02.08.2006, 13.42| (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: oder doch nicht?