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Einträge vom: 24.02.2007

Wehwehchen und sowas

Liebe Freunde,
wenn man ein Blog führt, hat man bekanntlich stilistisch und themenbezogen viele Möglichkeiten, es zu tun. Vieles kann man machen, fast alles. Aber eines darf man nur bedingt: von Wehwehchen schreiben. Irgendwann mal schon, aber ja nicht zu häufig. Aus mehreren Gründen:
  • Wehwehchen hat jeder, das ist fad.
  • Negative Stimmung will niemand, bei Freizeit und Hobby passt das nicht.
  • Der Leser fühlt sich genötigt, Anteilnahme dazulassen und man kommt in den Verdacht, genau diese einheimsen zu wollen.
  • Man bekommt etwas zu viel der guten Ratschläge.
  • Man läuft Gefahr, als "Jammerlappen" gesehen und sogar darauf reduziert zu werden.
  • Es tut letztendlich einem selbst nicht gut!

Noch katastrophaler läuft das Ganze ab, wenn man mit den körperlichen Unzulänglichkeiten auch noch fahrlässig umgeht, dann tritt man eine Lawine los und aus den Wehwehchen werden mindestens Weltuntergangsdramenwehchen. ;-)
Etwas überspitzt gesagt, gebloggte Kopfweh verlieren ihren angemessenen Platz und schieben sich automatisch in einen Mittelpunkt, den sie nicht verdienen. Auch wenn man das so nicht bezweckte: es entwickelt sich eine Eigendynamik, die Überbewertung ist nicht zu stoppen.

Ich hatte also diesen Fehler gemacht. Noch schlimmer, ich hatte mir selbst ein Bein gestellt. Wieso, will ich versuchen zu erklären....

Bloggen ist ja auch Selbsthilfe. Manchmal will etwas unbedingt raus.

Ich hätte gerne von einem bestimmten wirklich argen körperlichen Problem gesprochen, einfach aus erleichterndem Mitteilungsbedürfnis. Doch ich wusste von den oben angeführten Punkten dagegen. Ich verkniff mir das also schon seit zwei Wochen. Dann passierte das mit der Rippe. Das war mir jetzt zu viel. Über diesen "Nebenkriegsschauplatz" meinte ich, sprechen zu können, er war undramatisch, geeignet für nebenbei, unspektakulär und ich postete, dankbar für diese Möglichkeit: eine Ersatzhandlung.

Ich hatte mich getäuscht. Hach, habt ihr einen Tanz deswegen gemacht!! *staun*

Leute, so eine angeknackste Rippe ist wirklich nur ein Klacks.

Jetzt sage ich doch kurz, was los ist, nur dieses eine Mal und dann Schwamm darüber!

Seit Wochen habe ich massive Durchblutungsstörungen in der linken Hand. Sie "schläft mir ein", stirbt fast ab, nachts gehe ich im Kreis und kann sie doch nicht "wecken".
Dann geht es wieder, für Stunden...doch plötzlich ist sie wieder schmerzhaft taub. Das passierte mir in den letzten Jahren immer wieder mal, seltsamerweise immer im Winter, aber es hörte auch immer von selbst auf. Diesmal nicht.
Ich kann den Schülern kaum noch etwas vorspielen, es geht beruflich dramatisch ans Eingemachte. Man sagte mir, wenn die Hand zu lange schlecht durchblutet ist, können irreparable Schäden entstehen. Deswegen kann ich nicht mehr durchschlafen. Diese Taubheit ist schon so sehr zur Gewohnheit geworden, dass ich fürchte, sie zu verschlafen und ich muss doch die Hand massieren damit sie nicht abstirbt.

Das war der wahre Grund, warum ich dann doch zum Arzt fand. Was ist denn dagegen so ein läppisches angeknackstes Ripperl, das blöde Ohr hört auch, da keine Eile.

Bis zur Computertomografie wird leider noch einige Zeit vergehen, es ist nicht leicht, einen Termin zu bekommen. Aber wenigstens geht etwas weiter.

Nun wisst ihr es, lasst es nun doch bitte einfach so stehen.

Was mich aber interessieren würde: liebt ihr euren Körper? Ich würde nur zu gern wissen, wie sich das anfühlt. Ich tu es nicht.

Nickname 24.02.2007, 02.06| (11/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: bekümmert