Von früheren Zeiten
Meine liebe Freundin "Henrijke", ich nenne sie hier immer spaßhalber "Frau Germano", weil sie unter anderem Deutschprofessorin ist und außerdem hier im Blog mal, meine, mangelhafte, Kommasetzung, beanstandet hatte, kümmert sich um mich, ist rührend, die Olle, verwöhnt mich, oder, schaut streng. *gg* (Stopfsatz?)
Auch heute kutschierte sie mich zum Arzt und danach war ich bei ihr zum Essen eingeladen.
Sie hat eine total liebe Mutter. Eine ehemalige sehr erfolgreiche Opern- und Konzertsängerin, danach Gesangslehrerin, die von ihren Schülern geliebt und sehr verehrt wurde und die von Menschen aller Altersstufen auch jetzt im Alter stets gerne besucht wird.
Heute erzählte sie sehr spannend von früheren Zeiten. Ihre Kindheit in Wien, wo sie 1934 die Auseinandersetzungen zwischen Sozialdemokraten und der Heimwehr hautnah mitbekam, dann die Nazizeit. Sie erzählte zum Beispiel, wie sie sich als junges Mädchen mit ihrer Freundin an der schützenden Wand entlang beklommen weggeschlichen hatte, als auf der Strasse der johlende Mob einen Juden zwang, mit einer Zahnbürste die Strasse zu putzen.
Dann Arbeitsdienst, ein Jahr das jeder junge Mensch auch unabhängig vom Krieg hergeben musste. In einem fremden Haushalt für sie. Dass sie Klavier studieren wollte und ein Jahr lang nicht üben konnte, war natürlich für die Machthaber unerheblich.
So nah ist doch die unselige Vergangenheit in Wahrheit noch! Menschen die es erlebt haben können noch bezeugen! Ich denke, das wird zu sehr vergessen.
Dann erzählte sie vom Musikstudium ab 1946, wie es zuging und über bekannte Persönlichkeiten an der Akademie. Für mich war es spannender als ein Krimi.
Telefoniermuffel
Ich will noch was posten, sollte auch zwei Mails mit diesem einen Zeigefinger tippseln, aber den halben Tag war ich weg, Besuch und dann noch... telefonieren, telefonieren, telefonieren.... habe so viel telefoniert wie überhaupt noch nie. Dabei kann ich den Hörer nicht lange halten, keine Kraft in der noch unoperierten Hand, weil sie jetzt überbelastet ist und dazu stirbt sie mir zur Hälfte dauernd ab.
Ich schreib das jetzt, weil zwei Telefonate noch ausständig sind, bitte um Geduld mit mir armem elenden aber im Allgemeinen sehr froh seiendem Erdenwürmchen...!
UND, öhm....das verstehen sicher wenige, ich bin nicht so sehr die Telefonier-Enthusiastin. Deswegen steht das Telefon auch unbequem. Kabellos geht nicht, weil mit Internet gesplittet. Bei elektronischen Telefonen funktioniert das Splitting nicht. Ich habe deswegen noch so ein altes Telefon mit Drehscheibe. Bei Telefonaten stürzt übrigens die Internetverbindung ab, lässt sich für einige Zeit nicht mehr aufbauen und manchmal muss ich den Compi runterfahren um mich überhaupt wieder einwählen zu können.
Ich finde, beim telefonieren ist alles zu sehr gedrängt. Man traut sich zu wenig Gedankenpausen! Man ist so intensiv nur in den Hörer konzentriert, man klebt dran, ist ganz darin verhaftet. Wenn man beieinandersitzt, kann man auch mal abschweifen...sich umsehen.... und, am wichtigsten, Missverständnisse viel besser klären. Das gelang zum Beispiel heute einmal nicht.
Ich weiß, es geht fast nur mir so, das werden jetzt sicher nur wenige verstehen!
Gerade eben habe ich übrigens telefonisch erfahren, dass mein Bruder vorgestern überraschend geheiratet hat. Ich bin hin und weg!
Nachtrag
Man entscheidet nicht selbst, wann man telefoniert, wird vielleicht aus einer konzentrierten Tätigkeit herausgeschrillt, aus einem angeregten Gespräch, eventuell für fast nichts als ein Schwätzchen, weil dem anderen eben vielleicht grad danach ist. Und dieser Andere kann die Situation nicht wissen, es ihm zu sagen ist eine Kunst für sich, so etwas wird schnell zum Affront..... es deutlich zu sagen, da bin ich eher untalentiert.
ABER!! Kurz und prägnant telefoniere ich sehr gerne! Es lang zu tun, haben mir meine Eltern übrigens bis ins Mark ausgetrieben.
Bitte, bitte!! Akzeptiere einfach diese Eigenheit von mir! :-((