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Einträge vom: 23.05.2010

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Irgendwie hat man mich darauf gestoßen, dass ich mir ein wenig das Leben abgewöhnt habe. Vor lauter Grübeln. Vor lauter hilflosem Wunsch nach Veränderung. Man empfiehlt mir, raus zu gehen und zu tun, was ich früher tat. Ich solle doch die Vorstellung vom "Paradies" durch Veränderung sein lassen. Ist nun ein Abschied nehmen von der Hoffnung nötig? Ich will nicht.

Gewohnheiten lassen. Diese neue "Unart", ständig über alles nachzudenken, die Grübelsucht.

Raus aus der nur aus Gewohnheit als bequem empfundenen Höhle, Unternehmungen. Ich will es nicht wirklich.

Aber nach der letzten Therapiestunde folgte ich. Überbrückte die freie Stunde bis zur Arbeit am See, auf der sonnigen Terrasse des Kaffeehauses, statt gleich heim zu fahren.

Ich grübelte auch dort. Sah mir die Menschen an, beobachtete sie genau.
Wie ist das, einfach nur so zu leben? Unangestrengt auf die Eindrücke von gerade eben zu reagieren, über Harmlosigkeiten zu plaudern? Es ist mir fremd geworden. Ist etwa das das eigentliche Leben? So fragte ich mich in dem Moment. Auch ich konnte das einmal, bis vor eineinhalb Jahren war auch ich weniger nachdenklich.

Abgewöhnen ist schwer! Sich die Grübelei abzugewöhnen, wie geht das?

Ist das alles jetzt die normale Folge einer Therapie, eine notwendige Phase, oder läuft etwas schief? Es geht mir noch nicht besser, eher umgekehrt. Wenn etwas schief laufen sollte, muss ich es mir aber selbst zuschreiben. Denn ich bin in sehr guten Händen.

Ich habe "gelernt", dass meine Kindheit tatsächlich voller Schrecknisse war, mehr als üblich, so arg, wie sie die Mehrheit Gott sei Dank nicht erleben musste. Wenn man Kind ist, ist immer alles normal so wie es läuft, das ist halt die Welt, Heimat, unreflektiert, man kennt es nicht anders. Und dann zementiert sich alles, nicht weiter nachdenkend über das, was nicht in Ordnung war. Man richtet sich ein im Leben, geht irgendwie um mit dem, was man geworden ist, schafft sich seine Lebensnischen.

Aber irgendwann folgt der Zusammenbruch. Bei mir war es beim Tod meines Kätzchens.

Therapie als letzte Hoffnung. Erzählt, und damit bewusst gemacht, habe ich dort schon alles. Das ist erledigt. Aber was macht man aus dem neuen Wissen?

Ist diese schwere Phase in letzter Zeit eine notwenige? Oder muss ich zurück zum seichteren Alltag, das Weitere folgt von selbst. So sagte man mir.

So schauts mit mir aus, ihr seht, ich bin recht offen, verheimliche es nicht. Und hoffe, durch dieses Bekenntnis, durch das Zeigen der Schwäche nicht noch eines drauf zu bekommen. Wie ich es früher immer wieder bekam.

Aber ich denke, man muss mal anfangen mit der Offenheit. Jeder lebt mit seiner Maske, jeder strengt sich an, so gut wie möglich dazustehen, als wäre die Welt ein Haifischbecken und genau dadurch machen wir sie auch dazu. Das alles vermehrt den Stress und auch die Kälte im Umgang, macht einsamer.
Und so hab ich es jetzt mal aufgeschrieben. Das was mich beschäftigt und abhält von Kontakten mit anderen Bloggern, wie auch von Kontakten mit fast allen Freunden im realen Leben.

Nun endlich raus aus der Krise, aber wie?

Nickname 23.05.2010, 03.03| (14/14) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: nachdenklich