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Einträge vom: 02.05.2011

Wider die Roheit.

Drei Kinder und ein Erwachsener sterben bei einer Militäraktion in Tripolis - die Aufständischen in Misurata und Bengasi feiern und jubeln.

Eine Frau (als Schutzschild missbraucht?) mehrere Männer, darunter der monströse Massenmörder Bin Laden sterben im Kugelhagel - viele Amerikaner feiern und jubeln.

Das Jubeln beider ist ein moralisches Desaster, ist eine obszöne Übertretung eines berechtigten Tabus, über den Tod jubelt man nicht!

Ich habe einen Traum.

Soldaten zeigen sich der Zivilbevölkerung gegenüber freundlich und nötigenfalls hilfreich und empfinden ehrlichen Respekt vor femder Kultur.

Christlich Getaufte zeigen Andersgläubigen in ihrem Handeln, wie ihre Religion sie zu sanfteren Menschen gemacht hat, achtsam dem Menschen gegenüber, auch mal verzeihend, Rachegelüste unterdrückend, auf Aug um Aug, Zahn um Zahn verzichtend, ihrer Religion ein ehrenwertes Gesicht gebend, die andersgläubige Welt dadurch besänftigend. 

Wenn man träumt, darf man doch auch mal naiv sein, oder?

Nickname 02.05.2011, 23.57| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: nachdenklich

Ein Erlebnis mit Jazz

Sonntag Nachmittag, wie so oft, im winzigen Stammcafé beim Jazzkonzert.

Stets spielt in dieser Reihe der geniale Ausnahmegitarrist und Komponist Primus Sitter mit wechselnden Freunden aus nah und fern.
Diesmal einzig mit dem New Yorker Marc Abrams am Bass.
Bis zur Pinkelpause blieb es auch bei der Besetzung, war gut!

Aber dann kam es noch besser. Es saßen nämlich drei Musikerkollegen im Publikum. Plötzlich griff sich einer von denen einen geflochtenen Plastikstuhl, legte eine Zeitung drauf, packte seine Besen aus und los gings, mit diffizilen Rhythmen improvisierte er auf dem gebastelten Instrument, schabte es auch geräuschvoll am Boden und brachte mit viel Humor und noch mehr Können das Publikum zum lachen. Am Ende eines Stückes, beim witzig langggedehnem Schlußklangwirbel warf er minutenlang geräuschvoll das Papier der Zeitung zwischen den Händen herum und immitierte so einen Trommelwirbel, es war ein einziges Vergnügen. Und schon kam aus einer anderen Ecke ein anderer Bassist Stefan Gferrer, ebenso genial und eine Sängerin sang dann auch noch, alles das war gar nicht ausgemacht, die Stimmung fing an zu kochen, auch, weil die Musiker selbst solche Freude an der Sache hatten.

"Das ist es! So lebt es, wie früher, als es noch keine CDs gab, keine Handys und wo sich die Menschen noch in die Augen sahen, hier ist eine herzerwärmende Atmosphäre" rief Marc Abrams auf Englisch und alles applaudierte frenetisch.

Ursprünglich hatte ich heute gar nicht hingehen wollen. Ich musste mich vom Einpflanzarbeit im Garten richtig losreißen!
So geht es mir oft: Genau, wenn ich mich besonders aufraffen muss, wird es immer wieder besonders schön.
Von Ferdl, du Faulpelz, da hast du was versäumt!

3 Diplomaten Für H.P The Groenewald Newnet, Primus Sitter

Nickname 02.05.2011, 01.41| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Musik