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Einträge vom: 07.04.2005

Szenen im Büro


Wenn du die Wahl hast, ein Liedlein zu erfinden und dann kunstvoll zu pfeifen.....
oder aber weniger kunstvolle Dinge des Alltags zu tun, wofür entscheidest du dich?

Ich ahne die Antwort.

Und ich rate dir dringend, handle auch danach wenn du

hier

reinschaust!

Verzichte auf natürliche Bedürfnisse, mein ernst gemeinter Rat, verzichte!
Mir gefällt nur das Lied.

Hach, was mach ich bloß, jetzt bist du erst recht neugierig geworden....  also ich kann nichts dafür, wollte dir nur die Möglichkeit nicht vorenthalten, ein Liedlein erfinden zu können, es zu gestalten und zu genießen.


Nickname 07.04.2005, 23.53| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Scherzchen

Hi du Hai?


Für Julian

Hai-Invasion in Florida.

Oh Gott oh Gott oh Gott. Wenn ich das nur lese bekomme ich schon Gänsehaut, äh, ich meine Schuppen, Fischschuppen! Meine Fantasie geht mit mir durch. Noch nie konnte ich im Mittelmeer ins Tiefe schwimmen, das haben sie mir angetan, diese schuftigen Bewohner des Meeres und das verzeihe ich denen nie!! Da hilft mir der Kokosnuss-Vergleich auch nix.
Da würde auch der SharkPod nichts helfen, stell dir vor, du hast den umgeschnallt und da spürst du plötzlich unter dir einen Schatten und der ist zufällig gerade halbverhungert. Könnte ja sein dass er das Knäckebrot Knabernossi trotz Muskelkrämpfen anknabbert, uaaaaaaaaaaaaaaah.

Julian, wie kannst du nur diese Ungeheuer lieben? ;-))


Nickname 07.04.2005, 11.38| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: dies und das

Aus dem Unterricht


Heute saß ich einem sichtbar verzweifelten 7jährigen Mädchen gegenüber.

Der Vater hatte mich vorher aufgesucht und irgend etwas ganz bedrückt gestammelt. Ich interpretierte, dass seine Frau schwer erkrankt sei....aber klar war mir gar nichts. 
Ich solle doch bitte nicht ungehalten sein, die Kleine habe wegen der Umstände in letzter Zeit kaum geübt.  Ich erklärte ihm, dass mir immer wieder aufgefallen sei, wie starke Versagensängste das Kind habe und das, obwohl ich nur wenig Leistungsdruck machte. Ja, das Problem kenne er, antwortete der Vater. 
Eigentlich war es mit diesem kleinen Mädchen meist anders als üblich. Bei ihr musste ich besänftigen und Überforderungsgefühle abbauen, was mir erstaunlich wenig gelang.

"Ach hör mal Mitzi, das musst du doch gar nicht sofort können.... lass dir Zeit, das machst du eh schon recht gut, du bist ja geschickt.... komm, machen wir uns einfach einen Spaß mit diesen Tönen, ich begleite dich"... Sie aber lehnte sich alle paar Minuten schlapp zurück und schaltete innerlich ab, obwohl ich das Tempo verlangsamte.  Dabei gilt mein Unterricht allgemein als lustig, ich blödle viel, bin manchmal fast ein Clown. Aber sehr intensiv gearbeitet wird trotzdem, meistens kriechen sie fast aus dem Zimmer, die armen Opfer ;-)) Nein nicht wirklich, sie gehen beschwingt, ich schwöre! Und das ist mir wichtig.

Heute war es mir schwer, das besondere seelische Drama der Kleinen mit anzusehen. So etwas habe ich noch nie erlebt. Ein kleines Kind mit beherrschter Mimik, sich nicht wirklich ablenken könnend und sichtbar sorgenvoll und trauernd. Plötzlich sagte sie von sich aus unvermutet, der Papa habe gesagt, sie solle nichts von der Familie erzählen, weil das nicht alle wissen sollten. "Ja" sagte ich ihr, "mach das am besten so". Ich hätte sie da am liebsten in die Arme genommen und liebevoll gedrückt. Aber ich blieb dezent, denn sie sollte kein anderes Verhalten bemerken als üblicherweise. Es wäre ihr jede besondere Zuwendung unangenehm gewesen, besonders neben der Freundin mit der sie den Unterricht zusammen erhält. Da war ihr kleines Stofftier hilfreich, es setzte sich auf den Notenständer und konnte ein wenig beim Musizieren behilflich sein. Die Freundin hat übrigens in dieser Stunde andere Sachen gelernt als man annehmen würde... durch Beobachtung.

Musik machen in so einer Situation... schrecklich. Aber was sollte ich anderes tun? Es wird  von mir erwartet und nur dafür bin ich da, denken die Eltern und Omis. Aber sie irren.

Ich saß dann neben ihr und das Stofftier und ich lobten und erklärten viel.

Später dann sagte mir ein anderes Kind aus dem Freundeskreis, die Mutter wäre krank, aber anders krank, "nicht richtig" nannte sie das. Und der Bub daneben fragte überraschend: "Wegen der Scheidung?"

Ich wünsche dem kleinen Mädchen, dass ein Sonnenstrahl die Wolken ganz ganz weit wegzuschieben vermag.

Übrigens, ich bin nicht nur für Fertigkeiten auf der Gitarre da. Durch die Jahre - ich habe fast jeden Schüler bis zum 18. Lebensjahr oder länger im Einzelunterricht - kann ich recht viel Einfluss nehmen und manchmal sogar Dinge aus deren Leben ausgleichend ein klein wenig zurechtrücken. Meistens geht es um Blindheit den eigenen Stärken gegenüber und manchmal auch um Betriebsblindheit der Eltern, der ich entgegen zu wirken versuche.

Aber das ist eine andere Geschichte.


Nickname 07.04.2005, 01.33| (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: nachdenklich