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Einträge vom: 29.11.2005

Aus dem Chaos gerettet

Es schneit schon seit Stunden heftig. So beschloss ich, mein Auto in der Tiefgarage zu lassen und mit dem Bus in mein Dorf zu fahren. Ich eilete zum Busbahnhof um dann enttäuscht feststellen zu müssen, dass der Bus erst in einer Stunde geht. Klar, wer arbeitet schon bis nach 19 Uhr? Also im Café warten.
Endlich war es so weit und ich sah hoffnungsfroh den Bus schon stehen. Ein paar Leute standen mit ihren Handys am Ohr davor aber keiner stieg ein. Aber da war schon der Fahrer und ich folgte ihm gleich in den Bus. "Was wollen Sie!" blaffte er mich an. Ich sah ihn nur erstaunt an. "Wir fahren nicht, der Betrieb ist eingestellt!" "Wie bitte, wegen dem bisschen Neuschnee?" Ich gebe zu, es waren schon fast 30 cm gefallen, aber durch den dichten Autoverkehr war ja der Schnee auf der Straße ganz plattgewalzt.
"Und wie komm ich jetzt nach Hause?" "Das ist mir egal, wir fahren jedenfalls nicht!" antwortete der Busfahrer grantig und genau in dem unfreundlichen Ton den man diesem Berufsstand immer nachsagt. "Aber sehen Sie, die Autos fahren alle, da wird doch ein schwerer Bus...?" Er unterbrach mich wütend und verwies mich an seine Vorgesetzten. "Sie können ja mit dem Taxi fahren, falls überhaupt eines fährt" rief er mir noch nach, aber das klang auch nicht freundlicher. Früher wurden in so einer Situation Schneeketten angelegt, sind die sich jetzt zu fein dazu? Aber das sagte ich nicht, bin eher der umgängliche Typ. Aber ein wütendes "Memmen" konnte ich mir dann beim Aussteigen doch nicht verkneifen. *g*

Na fein, die sieben Kilometer nun zu Fuß durch das dunkle Land stapfen? Nein, unmöglich, es wäre nur auf der Bundesstraße möglich gewesen und viel zu gefährlich. Taxi war auch keines zu sehen und wäre mir auch viel zu teuer gewesen. Auf gut Glück zum zwei Kilometer entfernten Zugsbahnhof gehen? Ich irrte ein wenig planlos herum.
Schließlich ging ich zurück zur Schule um die Zugsauskunft anzurufen, aber der Zug war gerde abgefahren. Na fein und der Schulwart wollte auch schon schließen. Da kam mir noch ein fremder Schüler entgegen, halbfremd, ich hatte ihn schon einmal geprüft. Ich sprach ihn an um ihm zu sagen dass er gar nicht zum Bus zu gehen bräuchte. Und    er war mit dem Auto da und stammt zufällig aus dem gleichen Dorf!!

Noch nie war es so schön, in einer alten Klapperkiste ohne Heizung durch das nächtliche Chaos zu fahren! Und mein Chauffeur wollte nichts anderes als Gnade bei der nächsten Prüfung. Klar doch, hätte er auch so bekommen!

Wie ich gerade in den Nachrichten hörte geht in Kärnten nichts mehr. Die Autobahnen sind gesperrt und Menschen sitzen in ihren Autos und kommen nicht weiter.

Danke lieber  !

Nickname 29.11.2005, 22.53| (4/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: heute

Nachtrag zum Thema Stanley Williams.


Wer will, kann an folgende Adresse einen Brief, oder über den Umweg der Botschaft ein E-Mail an Gouverneur Schwarzenegger richten:
 
APPELLE AN:

The Honorable Arnold Schwarzenegger, Governor of California, State Capitol Building, Sacramento CA 95814, USA (Gouverneur - korrekte Anrede: Dear Governor)
Telefax: (001) 916 445-4633

KOPIEN AN:

Kanzlei der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
S.E. Herrn William Robert Timken, Jr.
Neustädtische Kirchstr. 4-5, 10117 Berlin
Telefax: 030-238 6290
E-Mail: über http://germany.usembassy.de/email/feedback.htm

So habe ich geschrieben, ganz wie es Amnesty International empfohlen hat. Und ich stelle es jederman zur Verfügung, man kann das kopieren oder selbst etwas anders formulieren:

An:

The Honorable Arnold Schwarzenegger, Governor of California, State Capitol Building, Sacramento CA 95814, USA

Mit der Bitte um Weiterleitung.

Betrifft: Begnadigung Stanley Williams

Sehr geehrter Herr Gouverneur!

Angesichts der Meldung, dass Stanley Williams am 13. Dezember 2005 hingerichtet werden soll erlaube ich mir, im Namen der Menschlichkeit Gnade zu erbitten.
Mir ist die Schwere des vermuteten Verbrechens bewusst und mein Mitgefühl mit den Hinterbliebenen und Freunden von Albert Owens, Yen-Yi Yang, Tsai-Shen Yang und Ye-Chen Lin ist groß, aber gleichzeitig empfinde ich eine vorbehaltlose Ablehnung gegen die Todesstrafe, weil sie eine Verletzung des Rechts auf Leben (des fundamentalsten Menschenrechts) bedeutet und weil sie das Recht, keiner grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung oder Strafe unterworfen zu werden widerspricht. Diese Rechte sind in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert.

Ich denke, es kann doch nicht sein, dass man durch das Töten eines Menschen beweisen will, wie falsch es ist zu töten.

Ich bitte Sie, Herr Gouverneur, die in diesem Fall vorliegenden Stellungnahmen zur Persönlichkeit von Stanley Williams zu berücksichtigen:
Die Abwendung von seiner von Gewalt geprägten Vergangenheit und seine Bemühungen, Jugendliche von Gewalttaten abzubringen, sowie seine Stellung als Symbolfigur für sozial benachteiligte Jugendliche.

Wie mir bekannt ist, hat ein US-Berufungsgericht das Verhalten und die erworbenen Fähigkeiten von Stanley Williams als Voraussetzungen beurteilt, die eine Begnadigung durch den Gouverneur rechtfertigen könnten.

Somit erlaube ich mir, Sie zu bitten, das gegen Stanley Williams verhängte Todesurteil umzuwandeln.

Mit freundlichen Grüßen

xxxx

Nickname 29.11.2005, 01.48| (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: politisch

Für Stanley Williams!

Als ich vor zehn Monaten zu bloggen begann tat ich es, weil ich für gesellschaftspolitische Dinge die mir sehr am Herzen lagen eine Plattform finden wollte. In der ersten Zeit habe ich auch über viele solche Themen geschrieben, irgendwann war dann das meiste gesagt. Wenn ich zurück denke ist mir mein Beitrag gegen die Todesstrafe der wichtigste von allen.

Und damit komme ich zu dem Punkt warum ich dies jetzt schreibe.

Der Kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger wird in den nächsten Tagen entscheiden, ob er Stanley „Tookie” Williams begnadigt oder nicht. Williams war Führer einer schlimmen Gang und hatte vor fast 25 Jahren angeblich (oder vielleicht wirklich)vier Menschen ermordet. In der langen Zeit seines Aufenthalts in der Haftanstalt hat er aber glaubwürdig eine Wandlung vollzogen. Als Autor mehrer Kinderbücher trat er mit seinen Mitteln an, Kinder vor dem Eintritt in eine Gang zu warnen. Seine Mission war so erfolgreich, dass Bush ihn erst diesen Sommer für seinen Einsatz gegen Jugend- und Bandenkriminalität mit einem Preis für vorbildliche ehrenamtliche Arbeit ausgezeichnet hat! Williams ist sogar für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden! Trotzdem soll er demnächst dem staatlich konzessionierten Mord zum Opfer fallen.

Aber was schreib ich hier so lang, es ist alles schon viel besser beschrieben, hier solltet ihr unbedingt lesen falls euch das Thema interessiert! Besonders aufschlussreich ist das Kapitel mit der Überschrift „Am 13. Dezember: Tod durch Giftinjektion“

Vorhin sagte im Fernsehen ein Amerikaner der gegen die Todesstrafe ist in einem Interview, für die Leute in den Gangs bedeute dies Hoffnungslosigkeit! Egal was sie versuchten, es gelte nur: einmal dabei, immer dabei. Und dies obwohl in Amerika die massiven Gruppenzwänge in den Slums allgemein bekannt sind.

Seit 1977 sind in den USA schon 1000 Menschen hingerichtet worden.

In der amerikanischen Rechtssprechung zählt Läuterung nichts und wenn Gesetze ein Spiegel der Gesellschaft sind bedeutet das logischerweise, dass dem Durchschnittsamerikaner Rache über menschliche Gnade geht.

Rache und immer wieder Rache!
Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen.
Nur Blut, das soll immer wieder mit Blut ausgewaschen werden.

Bertha von Suttner (1843 - 1914)

In einer Eilpetition von "Amnesty International Deutschland" kann man nachlesen, wie Aktionen gegen die Hinrichtung von Stanley William unterstützt werden können.

Nickname 29.11.2005, 00.05| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: politisch