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Einträge vom: 07.12.2007

Pädagogische Zweifel

Ich zur Klavierlehrerin: "Dieser kleine Wifzack da in deiner Klasse, der hat schon was drauf." (Es geht um den 8-jährigen über den ich mal schrieb)
Sie: "Findest du?" und dann zieht sie ein ein langes Gesicht.
Ich: "Doch, der ist wirklich ein starkes Persönchen"
Sie: "Heute kam der und meinte stolz, er könne schon dieses Weihnachtslied da am Klavier, habe er sich selbst beigebracht. Nur mit der rechten Hand hat der das dann vorgespielt, nur einstimmig bitte! Da habe ich dem gesagt: Na und? Das ist doch wirklich nichts besonderes! Da hole ich dir jeden Dodel von der Straße und der macht dir das mit links vor! Das was du da machst ist wirklich nichts besonderes! Mit zwei Händen, mehrstimmig, DAS wäre lobenswert gewesen!"

Die Reaktion der Klavierlehrerin gefiel mir nicht und machte mich nachdenklich. Denn eigentlich schätze ich sie sehr, beruflich wie privat, wir verstehen uns ganz ausgezeichnet.

Aber wie kann man nur einem kleinen Achtjährigen seinen Enthusiasmus gleich so sehr austreiben? Man muss doch froh sein, dass er von sich aus tut! Und begeistert auch noch! Da kann man doch einhaken und diese Begeisterung für weitere Leistungsschritte nützen!

Ich hätte gelobt und Freude gezeigt...... aber.....

Aber heute war ich mir dann plötzlich meiner nicht mehr sicher. Schließlich ist die Kollegin eine erfolgreiche Lehrerin! Lobe ich vielleicht doch manchmal zu bald? Ich dachte an das Blogthema von gestern.  Da stand: 'Lob, falsch gesetzt, kann kontraproduktiv sein'.
Vielleicht bin ich zu weich....? Schließlich, die Welt in die die Kinder wachsen, wird hart sein.
Ich las mal in einem interessanten Buch, dass Mütter den Umgang mit ihren Kindern unbewusst den aktuellen Gesellschaftsbedingungen anpassen.

Bin ich, vor lauter Enthusiasmus, den Kindern im Moment gut tun zu wollen, etwas betriebsblind geworden?

Und doch, ich muss echt bleiben, muss tun wie ich empfinde...

Nickname 07.12.2007, 01.27| (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: nachdenklich

Wettbewerb

Heute war ich direkt nach der Arbeit zum Finale eines internationalen Violinwettbewerbs gefahren. Die 5 Finalisten, zwischen 13 und 25 Jahre alt, waren alle Ausnahmekönner, echte Meister auf ihrem Instrument. Ein 20-jähriger Pole hat verdient gewonnen.

Ich war zwar dort, aber eigentlich mag ich Wettberwerbe überhaupt nicht. Es geht für meinen Geschmack zu hart zu. Die Leistungsschere zwischen den 5 Geigern war minimal und trotzdem mussten 2 von ihnen ohne Preis heimgehen. Sie taten es sichtbar deprimiert. Die Gesellschaft aber applaudierte den Siegern. Beinhart ist das. Ein Jahr intensivste Arbeit, berechtigte Hoffnungen und direkt vor dem Ziel das Out.
Wir kennen das ja vom Sport und auch da denke ich immer: Wie verrückt, der 4. ist doch annähernd gleich gut wie der erste!

Nickname 07.12.2007, 00.41| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Musik