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Einträge vom: 22.06.2008

Deutsch und österreichisch, ein Vergleich.

Der letzte Eintrag hat auch ein bisschen damit zu tun, dass ich die letzten Tage auch öfter mal Kommentare in deutschen Webseiten gelesen hatte. Speziell im "Spiegel" aber besonders im Blog Grüne Mode über den ich vorgestern etwas schrieb.

Mir fallen schon seit längerem kleine Unterschied zwischen deutschen und österreichischen Kommentatoren auf, besonders was den Ernst betrifft.

Die Beobachtung wird euch, die ihr ja zu größerer Zahl Deutsche seid, vielleicht interessieren, hier mein - natürlich subjektiver - Eindruck:

Deutsche Kommentatoren sind mehr darauf bedacht, intellektuell zu wirken. Wirkt jemand dümmer, schlagen sie genüsslich drauf. Sie sind oft scharf und hart in der Aussage. Und meist bierernst! Es geht ihnen leidenschaftlich um die Sache und dafür sind sie schon mal bereit, den Angesprochenen abzukanzeln. Meist sind sie aber korrekt um wenig angreifbar zu sein, weil ja der Gegner auch so ist.

Österreichische Kommentatoren zeigen unbefangener, wenn sie weniger Bildung haben. Dafür lassen sie sich oft sehr schnell zu kleinen Gemeinheiten hinreißen, besonders, wenn sie merken, dass der andere überlegen scheint. Sie achten wenig auf Korrektness und werfen ihre Vorurteile ohne Selbstzensur in den Äther. Biestig sind sie! Aber sie sind weniger ernst! Und ihre Wortwahl emfinde ich als weicher. Oft ist viel Witz in ihren Kommentaren, besonders, wenn sie im Dialekt schreiben. Nicht umsonst stammt der Begriff "verarschen" ja aus Österreich.

Wenn ich als Österreicherin in deutschen Debatten gerne mitschreiben würde, habe ich oft Ängste und tu es deswegen nicht oder nur sehr vorsichtig. Ich fürchte, mit meiner österreichischen Art angreifbarer zu sein und ich fürchte die Härte deutscher Diskussionen. Die österreichischen Bösartigkeiten aber bin ich gewöhnt und weiß drauf zu reagieren.

Aber hier in dieser Runde ist das anders. Ich merke nichts von diesen Unterschieden! Oft kommt es mir hier wie in einem geschützen Bereich vor und für eure Freundlichkeit und Geduld danke ich euch sehr!

Dieser Beitrag ist in der Rubrik "oder doch nicht?" eingeordnet, vielleicht seht ihr alles ganz anders?

Nickname 22.06.2008, 23.06| (17/16) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: oder doch nicht?

Ein Wechselbad der Gefühle

Da fährt man denn Computer hoch, macht einen kurzen Blick ins Blog um dann gleich zu den Weltnachrichten zu wechseln. Und es bleibt einem die Spucke im Hals stecken.

Drastischer kann es nicht sein, mein seichtes Geblödle im vorigen Beitrag und gleich drauf die schreckliche Tragödie auf den Phillipinen.

Ich fühlte mich beschämt und wusste im gleichen Moment, dass ich dieses Gefühl nicht zu haben brauche. Und trotzdem fühle ich mich immer noch so.

Blödeln, während woanders gestorben wird...

Ist das Aufdringliche daran einer der Gründe, warum viele es nicht wagen, öffentlich so albern zu sein? Weil es so viele gibt, die leiden und weil es so viele Katastrophen gibt? Es wirkt ja neben all dem Schlimmen so lächerlich!

Jeder der mich ein bisschen kennt weiß, dass ich die Spanne zwischen Ernsthaftigkeit und Albernheit weit stecke. Würde ich nicht neben allem anderen auch mal kindisch sein, könnte ich das Sorgenvolle weniger ertragen. Meine Ängste vor der Zukunft zum Beispiel. Sie manchmal wegzulachen ist für mich Medizin der ersten Wahl und dann habe ich wieder Kraft, dem Dunklen ins Auge zu sehen.

Nickname 22.06.2008, 12.26| (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: nachdenklich