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Einträge vom: 26.06.2008

Über einen Misserfolg

Heute war der letzte Tag mit Theorieunterricht. Dieses Jahr war nicht immer alles so, wie es sein sollte. Ich habe eine fürchterlich inhomogene und leistungsmäßig miserable Klasse hinter mich gebracht. Nur eine von vieren, aber sie hat mich stets herausgefordert und mich einiges gelehrt.

In dieser Gruppe saßen fünf etwa 17-jährige Burschen drinnen, die mir das Leben schwer machten. So Emo-Typen, sehr gestylt, möglichst im schwarzen Outfit mit Stickern, außerdem mit gefärbten Haaren und sehr alternativen Haarschnitten. Diese Äußerlichkeiten spielen an sich zwar keine Rolle, aber bei ihnen war es bewusster Ausdruck des Protestes gegen jeden Erwachsenen. In dieser Klasse musste ich eines Tages den Alternativstil abbrechen und für gescheitert erklären. Es gab dann Tests, Aufgaben, Prüfungen, alles was ich eigentlich in diesem Fach ablehne. Aber es ging nicht anders! Auch nach der Umstellung verarschten mich die fünf Burschen weiter. Bei Tests gaben sie als Namen "Papst Gregor" oder Ähnliches an, forderte ich sie auf, schriftlich darzulegen, was Moll ist und wie man die Molltonarten definiert, antworteten gleich drei mit: Moll ist seitenverkehrt Lomm und merkten an, wie man es kyrillisch schreibt. *g* Es stand natürlich nichts zur Sache da. "Shit happens" dann als Unterschrift! Und das stimmte: Leistungsbeurteilung: Nicht genügend. (Im Zeugnis aber dann doch gerade noch positiv.)
Manchmal kann man noch so guten Willens sein, es nützt einfach nichts. Ich ließ mich aber nicht dazu hinreißen, oppositionell zu reagieren. Ich tat korrekt weiter, blieb höflich aber wurde bestimmter. Und bestimmender! Jedenfalls zeigte ich ihnen weiterhin, dass ich sie in ihrer Art akzeptiere. So ging es, aber gelernt haben sie nicht wirklich etwas...
Ich bin also da gescheitert! Nächstes Jahr passe ich am Anfang mehr auf, ob die jeweilige Gruppe für den alternativen Unterrichtsstil überhaupt geeignet ist.

Trösten darf ich mich damit, dass in den drei anderen Gruppen aber alles bestens lief.

Nickname 26.06.2008, 22.50| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: beruflich

innehaltend....

Manchmal kann ich anstrengend sein, nicht wahr? Nun sage keiner "nein" ich weiß das, erlebe mich manchmal im realen Umfeld so. Merke es dann aber natürlich um Minuten zu spät, das liegt ja in der Natur der Sache. *g* Ich bin aber dann gleich brav still wenn ich es merke, ich schwöre! ;-)
Ich habe den Verdacht, dieses Bohrende manchmal, das hat ein wenig mit meinem Beruf zu tun. Nicht, dass ich zu den Schülern so bin, ich glaube eher nicht. Aber bei der Sache bin ich sehr intensiv. Will heißen, ich unterrichte sehr konzentriert. Diese Konzentration bezieht sich auf das Stück das gerade erarbeitet wird, auf seine technische Komponente und darauf, wie es dem Schüler gerade damit geht und außerdem, wie er sich dabei fühlt.
Dann fahre ich heim, müde zwar, aber nach Stunden der Kopfarbeit kann ich das nicht wie auf Knopfdruck ausschalten. Ich trage das dann hierher, mit anderen Themen zwar, aber doch mit der gleichen... hm, Angestrengtheit?  Mit der gleichen inneren Intensität jedenfalls, merkt man das?

Jetzt ist aber erstmal Schluß damit, habe ich mir vorgenommen! Wieder mehr die Leichtigkeit des Seins zu pflegen ist nun angesagt! Ob ich das schaffe?
Jedenfalls war heute der letzte intensive Tag in der Schule. Mit Prüfungen und Pi Pa Po. Die Ferien beginnen zwar erst in einer Woche, aber die letzten Tage sind nicht mehr sehr arbeitsintensiv.

Nickname 26.06.2008, 22.21| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: nachdenklich