Herzlich willkommen....
24.04.2009, 19.12| (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: heute
Den Abend mit Rilke verbracht...
Aber nicht etwa nur lesenderweise. Jemand schenkte mir einen Text Rilkes, nach dessen Authentizität ich im Netz forschte. Er ist ja auf vielen Seiten zu finden, teilweise auch in Gedichtform. Aber bei rilke.de und ähnlichen Seiten fand sich gar nichts. Das machte mich natürlich erst recht neugierig.
Hier erstmal der Text, er ist so stark, dass ich ihn im Blog haben will, auch wenn er in dieser Zusammenstellung anscheinend nicht von Rainer Maria Rilke selbst stammt.
Man muss den Dingen die eigene, stille, ungestörte Entwicklung lassen,Rainer Maria Rilke, aus "Briefe an einen jungen Dichter" steht bei manchen dabei, aber der Originaltext lautet so:
die tief von innen kommt, und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen - und dann gebären…
Reifen wie der Baum, der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen, die da sind,
als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos, still und weit…
Man muss Geduld haben, gegen das Ungelöste
im Herzen, und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr
fremden Sprache geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken, eines fremden Tages
in die Antwort hinein.
24.04.2009, 01.57| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Zitate