Ausgewählter Beitrag

sorgenvoll...

Als es die ersten zwei Tage Tschutschi augenscheinlich nicht so arg schlecht ging, hätte ich meine innere Trauer und Unruhe eigentlich ablegen müssen. "Das ist doch nicht normal" dachte ich, "nun ist das fast sicher gut ausgegangen und du kannst die innere Bedrücktheit trotzdem nicht ablegen..." Ich warf mir meine Lebensuntüchtigkeit vor. Andere sind da vernünftiger, nehmen Dinge nicht so tragisch, sind eben tüchtiger im Umgang mit den Dingen.
Ich bin im Grunde ein schwerblütiger Mensch. Aber ich kann auch ordentlich scherzen. Bei den Schülern gelte ich als die Lustige. Gerade am Montag lachten einige in einer Klasse Tränen über mich und ich ließ das gerne zu.

Zurück zur derzeitigen inneren Finsternis, eine Fachfrau sagte mir heute, im Gehirn kommen in solchen Situationen zugleich unbewusst alle alten Trauersituationen hoch, man hat Situationen eingespeichert und reagiert dementsprechend.

Ich fühle mich wie damals, als meine Mutter in den letzten Zügen lag, als Schwester und Vater starben, als ich mich von Frau Schnuzl verabschieden musste.

Jetzt ist aber dieses Gefühl wieder berechtigt. Beim Heimfahren von der Arbeit bangte ich, ob mein Tierchen überhaupt noch lebt. Tschutschi geht es sehr schlecht. Sie hat sich schon seit 30 Stunden kaum noch bewegt und nichts mehr gefressen. Ganz im Gegensatz zu den Tagen davor, wo sie teilweise, gemessen an den Umständen, recht munter war.

Aber ihr Blick ist klar. Ich weiß nicht, ob der Körper jetzt genau richtig reagiert, denn nach dem Fressen kotete sie ja immer sofort blutig ab und Bewegung, meinte die Ärztin, sei schlecht. Aber es dauert schon so lange, der sechste Tag ist seit dem Unfall vorüber.

Ich weiß nicht, ob sie die Nacht überleben wird. Sollte sie morgen früh weiterhin so krank sein, bringe ich sie sofort wieder in die Klinik.

Nickname 11.11.2010, 23.52

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von christine b

ob man tschutschi in eine gemütliche, mit decken ausgepolsterte box legen könnte? ich glaube, sie sollte wirklich einige tage ganz ruhig liegen.
ach deine gefühle kann ich so gut verstehen, die hatte und habe ich auch immer, wenn meine tiere krank sind oder waren!da ging und geht es mir auch immer sauschlecht! solche situationen sind tragisch und man leidet wie ein hund! :-(
alles gute für deine kleine!

vom 12.11.2010, 20.51
2. von Ulla S.

Oooch...
bin richtig traurig geworden als ich Deinen Bericht las. Ich hatte gedacht, sie hätte das Schlimmste überstanden.
Man kann machen was man will, so ein Tier
schleicht sich ins Herz ob man es zulassen will oder nicht.
Wünsche Tschutschi einen festen Überlebenswillen. Berichte uns wie es ihr geht.
Daumendrück !!!

Liebe Grüße
Ulla S.


vom 12.11.2010, 18.34
1. von Talamascka

Hallochen,
lese schon sehr lange hier mit und da ich selber 2 Samtpfoten habe, kann ich die Sorge darum sehr gut verstehen. Die Katze meiner Eltern ist auch mal angefahren worden oder so (konnte man nur vermuten), sie hat auch Ruhe verordnet bekommen, da die Brüche heilen mußten. Dazu mußte sie einige Wochen direkt im verschlossenen Körbchen wohnen. Ich fand das sehr schlimm, aber sie bekam starke Schmerzmittel und hatte nicht so großen Bewegungsdrang, hat viel geschlafen. Inzwischen ist sie wieder recht munter, das kaputte Gelenk kann sie gut kompensieren.
Der Kater meiner Nichte wurde auch angefahren, er war auch ziemlich schlimm dran und zu seinen davor schon bestehenden Nierenproblemen kamen nun auch welche mit dem Darm hinzu. Er bekommt extrem häufig Verstopfungen und braucht dann Einläufe, die Familie kann das inzwischen schon alles selbst. Seit er zusätzlich Lactose bekommt, tritt die Verstopfung nur noch selten auf. Ja, und der Schwanz hat was abbekommen, er kann ihn nicht mehr bewegen, aber das stört ihn inzwischen kaum noch.
Du siehst, es könnte noch gut werden mit der süßen Tschutschi.
Ich drücke ganz fest die Daumen.
Conny

vom 12.11.2010, 18.00

sorgenvoll...

Als es die ersten zwei Tage Tschutschi augenscheinlich nicht so arg schlecht ging, hätte ich meine innere Trauer und Unruhe eigentlich ablegen müssen. "Das ist doch nicht normal" dachte ich, "nun ist das fast sicher gut ausgegangen und du kannst die innere Bedrücktheit trotzdem nicht ablegen..." Ich warf mir meine Lebensuntüchtigkeit vor. Andere sind da vernünftiger, nehmen Dinge nicht so tragisch, sind eben tüchtiger im Umgang mit den Dingen.
Ich bin im Grunde ein schwerblütiger Mensch. Aber ich kann auch ordentlich scherzen. Bei den Schülern gelte ich als die Lustige. Gerade am Montag lachten einige in einer Klasse Tränen über mich und ich ließ das gerne zu.

Zurück zur derzeitigen inneren Finsternis, eine Fachfrau sagte mir heute, im Gehirn kommen in solchen Situationen zugleich unbewusst alle alten Trauersituationen hoch, man hat Situationen eingespeichert und reagiert dementsprechend.

Ich fühle mich wie damals, als meine Mutter in den letzten Zügen lag, als Schwester und Vater starben, als ich mich von Frau Schnuzl verabschieden musste.

Jetzt ist aber dieses Gefühl wieder berechtigt. Beim Heimfahren von der Arbeit bangte ich, ob mein Tierchen überhaupt noch lebt. Tschutschi geht es sehr schlecht. Sie hat sich schon seit 30 Stunden kaum noch bewegt und nichts mehr gefressen. Ganz im Gegensatz zu den Tagen davor, wo sie teilweise, gemessen an den Umständen, recht munter war.

Aber ihr Blick ist klar. Ich weiß nicht, ob der Körper jetzt genau richtig reagiert, denn nach dem Fressen kotete sie ja immer sofort blutig ab und Bewegung, meinte die Ärztin, sei schlecht. Aber es dauert schon so lange, der sechste Tag ist seit dem Unfall vorüber.

Ich weiß nicht, ob sie die Nacht überleben wird. Sollte sie morgen früh weiterhin so krank sein, bringe ich sie sofort wieder in die Klinik.

Nickname 11.11.2010, 23.52| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: bekümmert

DANKE!

Eure lieben Kommentare haben mich sehr gefreut, mich teilweise gerührt, positiv erstaunt und in allen Fällen sehr erfreut. (Von Ferdl mal abgesehen, aber der ist halt so, der Olle! Damit muss man halt läbän!)
Blöderweise habe ich grad so viel um die Ohren, dass ich zumindest heute noch nicht einzeln antworten kann. Ich will das aber nachholen!

Fräulein Tschutschinella ist wieder zu Hause. Zuerst konnte sie es kaum glauben und schlich erstaunt und piepend herum. Sie jammert viel, will Zuwendung, möglichst auf dem Schoß sitzen, was nicht leicht ist. Wie hebt man ein Tierchen auf, dem der hintere Körperteil so weh tut. Sie wollte auch schon aufs Sofa springen. Dabei heulte sie auf und schaffte es nicht. Das hatte ich befürchtet. Die Ärztin sagte: So wenig Bewegung wie möglich, kleiner Raum ohne die Möglichkeit, wo rauf zu springen. Hab ich nicht. Wenn ich jetzt ins Bett gehe, nehme ich sie samt Katzeklo mit rauf. Aber dann wird sie ins Bett wollen und während ich schlafe, wieder runter. Geht nicht, Tschutschiiii!

Aber meist liegt sie eh. Doch dann kommt der Drang. Will sagen, der geschundene Darm will nichts drinnen haben. Häufchen sehen fast normal aus, aber eben blutig. Sie landen auch mal nicht dort, wo sie sein sollten.
Dann kann sie sich am Po nicht putzen. Dort abwischen lässt sie nicht zu.

Nicht einfach, aber was ist das schon gegen die Sorge der letzten Tage! Nichts!
Auch mit krankem Kätzchen, es ist einfach nur schön! Ich bin so dankbar!!

Noch ist nicht Entwarnung, aber ich habe ein supergutes Gefühl!
:-)

Nickname 10.11.2010, 02.10| (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: heute

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