Ausgewählter Beitrag

Wenn es auf einen einstürmt....

Hab´s heut mal probiert mit den Ich-Botschaften. Wenn aber das Gegenüber annimmt, man wolle damit eh schon Vermutetes bezwecken, kommen sie erst recht nicht richtig an und man kriegt dann doch wieder Schimpfe.

Dabei wollte ich nur das Warum darlegen, nicht um mich zu verteidigen, nur einfach um die gestellten Fragen zu beantworten.

Warum ich heute grantig war. "Das zeigt man nicht." "Da reißt man sich zusammen." "Denn man ist doch gesund und da gibts doch ganz anderes." (Ich hatte Migräne, auch schlechte Laune wegen etwas, blickte dementsprechend drein und bin in der Pause weg vom Konzert)

"Ja, stimmt eh! Ich weiß ja!" hätte ich antworten können. Weils auch so ist. Aber ich weigere mich, immer fehlerlos sein zu müssen.

Kommunikation ist oft so schwierig.
Das Leben ist oft so schwierig.
Ich bin oft so schwierig.

Weil mir bei manchem die innere Leichtigkeit fehlt.
Weil ich Dinge nicht einfach abhaken und wegwischen kann.
Weil ich im Grunde die geborene Einzelgängerin bin.
Um mit diesem besser fertig zu werden entwickelte ich mich zum Solitär.

Das ich ein HSP bin, weiß ich erst seit der Therapie. Und ich sprach bis jetzt noch nie mit jemandem darüber. Denn, dies zu sagen, kommt niemals gut an. Es ist im Grunde nicht sagbar. Es stößt vor den Kopf. Und es klingt wie wichtig machen und auch wie eine Ausrede. Denn: sensibel ist doch jeder..

Weil ich so schnell überfordert bin, bin ich gerne alleine. Ich will es jetzt endlich an mir selbst akzeptieren können. Mich nicht mehr dafür schämen müssen! Endlich ohne Selbstvorwürfe sein, die ich deswegen lebenslänglich hatte! Ich Schwächelnde im Gruppenverband.

Gestehen tu ich es nur ungern. Aber heute war mir mal danach. Ich weiß ja, dies ist lästig für andere. Deswegen vergesst das jetzt einfach wieder. Und seid unbedingt wie vorher. Auch mal grob, auch mal hart, mal wenig rücksichtsvoll.... ich will so behandelt werden wie alle. Das ist mir immens wichtig! Echtheit! Ich kann es ebenso gut aushalten wie andere, wenn ich mich nur dann wieder zurückziehen kann. Wie in diesen Tagen eben. Tja...

HSP (15 - 20% der Menschen)

Wenn Reize Stress verursachen

zartbesaitet.net 

Vortrag in You Tube (Falls du den Verdacht hast, auch betroffen zu sein)

Nickname 19.03.2012, 01.31

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Kommentare zu diesem Beitrag

10. von Karin

Für mich war es damals (2007) eine Erleichterung, als ich plötzlich wusste, warum ich so bin, wie ich bin.

Den für mich gesunden Umgang damit musste ich natürlich erst nach und nach lernen. Das heißt, zurückgezogen habe ich mich auch vorher schon, wenn es mir zu viel wurde.

Aber insbesondere in Stresssituationen bin ich zuvor nicht immer gesund mit mir umgegangen.

Und auch die Abgrenzung von für mich belastenden Dingen sowie die auf mich einströmenden Reize bei Bedarf zu minimieren, kurz: bewusst auf mich zu achten und ggf. wenn möglich, Anpassungen für mich vornehmen (z. B. Ohropax verwenden), das habe ich erst gelernt, nachdem ich diesen Hintergrund wusste.

Aber das Thema (das Warum) meinem Umfeld gegenüber zu kommunizieren, das ist auch mir lange Zeit schwer gefallen. Eigentlich komme ich damit erst seit kürzerem etwas besser vorwärts.

Und ich bin noch immer nicht an dem Punkt angelangt, wo ich von mir behaupten könnte, ich hätte in allen Situationen den optimalen Umgang damit für mich gefunden.

Gerade in Stresssituationen verfalle ich immer noch oft in meine alten Muster. Aber ich arbeite daran, dann gelassener zu werden. Auch wenn das sicher noch ein weiter Weg ist.

Und wenn mich etwas tief berührt (positiv oder negativ), dann ist das eben so. Ich muss mir eben dann auch die Zeit zugestehen, die ich für die Verarbeitung nun einmal benötige.

Was mir auf jeden Fall wesentlich hilft, ist eine wohlwollende Haltung mir selbst gegenüber einzunehmen ("ich fühle mich gerade so und so, und es ist weder richtig noch falsch, sondern hat schon seine Gründe und ist in Ordnung so"). Das klappt natürlich nicht immer - gerade, wenn mir wieder etwas nicht gelungen ist oder eine blöde Situation passiert ist, die mich sehr mitgenommen hat, funktioniert es noch nicht. Ich versuche es aber immer wieder und hoffe, dass es auf diese Weise in immer mehr Situationen gelingen wird.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute auf Deinem Weg! Wenn Du magst, darfst Du Dich auch gerne umarmt fühlen.

LG Karin :-)

vom 29.03.2012, 11.57
9. von Astrid

...und ich mag dich heut einfach nur drücken :clown:

vom 21.03.2012, 14.15
Antwort von Nickname:

Zurück drücke und mich freue! Ich hatte dir in deinem Blog geantwortet, aber ob´s geklappt hat weiß ich nicht. Denn nach dem Absenden war die Seite plötzlich nur weiß... KNUDDEL!
8. von Vreni AG

Nachtrag
Der erste Gedanke nach dem Lesen dieses Eintrages war: wie kann das Gegenüber da Rücksicht nehmen :nachdenk: Vielleicht den ICH - Botschaften Gewicht schenken, zuhören :nachdenk: oder einfach nachfragen.......??

vom 19.03.2012, 19.06
7. von Alpha & Omega

Wenn 100% aller Menschen hochsensibel wären, dann wäre nichts mehr schwierig, denn Jeder wüsste selbst, wie es sich anfühlt, wenn man einem Anderen auf den Zehen herun steigt.

vom 19.03.2012, 19.02
Antwort von Nickname:

Das ist toll quergedacht! Aber es geht nicht darum! Nicht mehr Empfindlichkeit in dem Sinn! Vielleicht macht das der folgende Beitrag deutlicher.
6. von vonferdl

ich-botschaften sind SEHR wichtig. wahrscheinlich muss sich dein umfeld erst daran gewöhnen, dass du die jetzt auch im repertoire hast. [ohne ;)]

vom 19.03.2012, 16.49
Antwort von Nickname:

Ach was. Jedenfalls verstehst manches jetzt besser, oder?
5. von christine b

habe nun viel interesantes erfahren durch deine links.
ist es nicht schon eine wohltat zu wissen, warum man "SO" ist?
ich meine, wenn man sich mit anderen anlegt, aneckt, sich festbeißt, sich zurückzieht, einem die innere leichtigkeit fehlt, wie du schriebst.
also gibt es einen guten grund für der und der heißt hsp!






vom 19.03.2012, 16.39
Antwort von Nickname:

Der erste Satz fühlt sich für mich sehr angenehm an. :-) (Ich-Botschaft, *g*)
Es fällt ein Stein vom Herzen wenn man draufkommt!
Du bist immer sooo lieb Christine. Danke!
4. von Rona


boahhh, interessant.
Kommt mir bekannt vor.
Spricht die Dame über mich?

Danke für die Information!

vom 19.03.2012, 15.04
Antwort von Nickname:

Hey, super! *Daumen hoch*
3. von Sinta

Wer nicht gerne allein ist, braucht viele gleichgesinnte Menschen.
Wer gerne allein ist braucht einen Partner, der auch gerne allein ist.
Es ist schön, wenn man zusammen gerne
allein sein kann.

vom 19.03.2012, 11.17
Antwort von Nickname:

Hach, so einen hätte ich gern! Bin bekannt als die, die viel quatscht und die Runde unterhält... nicht immer, aber oft. Manche würden gar nicht glauben, dass ich zu Hause gern so einen zum gemeinsamen Schweigen hätte!
Gut gebrüllt, Sinta *die Hand schüttele*
2. von Vreni CH

:oha: Das war ich ohne Namen unabsichtlich

vom 19.03.2012, 10.28
1. von

Danke für Schreiben, das Buch werde ich mir besorgen und natürlich auch lesen :-)

vom 19.03.2012, 10.18
Antwort von Nickname:

*feste winke*

Wenn es auf einen einstürmt....

Hab´s heut mal probiert mit den Ich-Botschaften. Wenn aber das Gegenüber annimmt, man wolle damit eh schon Vermutetes bezwecken, kommen sie erst recht nicht richtig an und man kriegt dann doch wieder Schimpfe.

Dabei wollte ich nur das Warum darlegen, nicht um mich zu verteidigen, nur einfach um die gestellten Fragen zu beantworten.

Warum ich heute grantig war. "Das zeigt man nicht." "Da reißt man sich zusammen." "Denn man ist doch gesund und da gibts doch ganz anderes." (Ich hatte Migräne, auch schlechte Laune wegen etwas, blickte dementsprechend drein und bin in der Pause weg vom Konzert)

"Ja, stimmt eh! Ich weiß ja!" hätte ich antworten können. Weils auch so ist. Aber ich weigere mich, immer fehlerlos sein zu müssen.

Kommunikation ist oft so schwierig.
Das Leben ist oft so schwierig.
Ich bin oft so schwierig.

Weil mir bei manchem die innere Leichtigkeit fehlt.
Weil ich Dinge nicht einfach abhaken und wegwischen kann.
Weil ich im Grunde die geborene Einzelgängerin bin.
Um mit diesem besser fertig zu werden entwickelte ich mich zum Solitär.

Das ich ein HSP bin, weiß ich erst seit der Therapie. Und ich sprach bis jetzt noch nie mit jemandem darüber. Denn, dies zu sagen, kommt niemals gut an. Es ist im Grunde nicht sagbar. Es stößt vor den Kopf. Und es klingt wie wichtig machen und auch wie eine Ausrede. Denn: sensibel ist doch jeder..

Weil ich so schnell überfordert bin, bin ich gerne alleine. Ich will es jetzt endlich an mir selbst akzeptieren können. Mich nicht mehr dafür schämen müssen! Endlich ohne Selbstvorwürfe sein, die ich deswegen lebenslänglich hatte! Ich Schwächelnde im Gruppenverband.

Gestehen tu ich es nur ungern. Aber heute war mir mal danach. Ich weiß ja, dies ist lästig für andere. Deswegen vergesst das jetzt einfach wieder. Und seid unbedingt wie vorher. Auch mal grob, auch mal hart, mal wenig rücksichtsvoll.... ich will so behandelt werden wie alle. Das ist mir immens wichtig! Echtheit! Ich kann es ebenso gut aushalten wie andere, wenn ich mich nur dann wieder zurückziehen kann. Wie in diesen Tagen eben. Tja...

HSP (15 - 20% der Menschen)

Wenn Reize Stress verursachen

zartbesaitet.net 

Vortrag in You Tube (Falls du den Verdacht hast, auch betroffen zu sein)

Nickname 19.03.2012, 01.31| (10/7) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: bekümmert

Offenlegung...

... wer hinter diesem Blog steht.

So eine Art Seelenstrip.

Aber nur ganz klein und leise.
Weil ich mich doch so schäm und schüchtern bin.
Aber ich hab mir nun mal vorgenommen, mich zu zeigen und jetzt tu ichs!!


Trine_miniseelenstrip_anim.gif

Alles klar?

Nickname 16.03.2012, 00.44| (5/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Scherzchen

Mein Brot, dein Brot, unser Brot.

Es schmeichelt sich in mich hinein, Körner bleiben zwischen den Zähnen stecken, jetzt ein Bäuerchen machen, hach, wenn ich doch schnurren könnte. Ich knabbere an meinem weichen Biobrot. Herrlich.

Wie so oft war ich nach der Arbeit in jenem Billa, der länger auf hat. Ich konnte mir Zeit lassen, immerhin noch 20 Minuten bis zum Ladenschluß. Am Biobrot-Regal gähnende Leere wie stets. "Seltsam" hatte ich schon oft gedacht, "in diesem Laden ist sämtliches Biobrot stets ausverkauft, das andere bleibt übrig. Ob das an den gehobenen Ansprüchen der reichen Leuten in diesem Stadtbezirk liegt?"

Diesmal aber entdeckte ich in einem der unteren Fächer ganz hinten, wie in einer dunklen Höhle, doch noch einen verborgenen Laib. "Hm, zu groß und nicht meine Sorte. Oder soll ich?"
Der Gedanke erübrigte sich, denn im nächsten Moment war die Wegwerfhexe da, packte das versteckte Ding und mit Schwung flog es in einen tiefen tiefen schwarzen Sack. Der aber war schon halb gefüllt, womit wohl?

Ich räusperte mich und sagte vernehmlich: "Aha, deshalb finde ich hier im Bioregal stets nichts, ich hatte mich schon gewundert!"  Zwei Augenpaare blickten von drüben ausdruckslos in meine Richtung, es waren die der Wurst- und Käsefrau und die Brotwegwerf-Hexe vor mir musterte mich auch nur wenig interessiert. Klar doch, so hohl blickt man kurz vor Dienstschluß, dachte ich jetzt, verstehe ich ja eh....

"Haben Sie in dem Sack noch anderes?" Ich beschrieb kurz was ich wollte und schon tauchte aus der dunklen Unterwelt genau mein Brot auf. Frisch, knackig, duftend.

Ich dachte an sonnenbeschienene Roggenfelder in sanfter Brise, an die engagierten Biobauern mit ihren unangekündigten Kontrolloren, an die Bäcker mit dem guten Willen, ohne Cemie zu arbeiten. Und an die afrikanischen Kinder mit den Hungerbäuchen dachte ich auch.

"Sie müssen das wegschmeißen, nicht wahr? Welch Sünde! Wenn Sie es wenigstens für sich benützen dürften....!" die drei mit dem Pokerface nickten nun leicht, immerhin war ja doch noch Leben in ihnen.

An der Kassa erinnerte ich mich an den Bettler, der letztes Jahr im Winter immer in der Eiseskälte vor den Einkaufswägen dieses Supermarktes gehockt hatte. Wir hatten uns stets zugenickt, eine Lächeln und die obligate Münze waren Standard geworden. Und genau nach mir hatte er sich immer erhoben und war gegangen. Ein ganz Armer aus Osteuropa, ohne Deutschkenntnisse, bescheiden, nett.
Er wird wohl nicht gewusst haben, welche Schätze da nur zehn Meter hinter ihm in dem großen Müllcontainer verborgen wurden.

Dem Geschäftsführer ist alles andere streng verboten, wie ich weiß. Er darf nur: WEGSCHMEISSEN. Tut er etwas anderes, riskiert er die Kündigung. Seine Angestellten auch.

Ich fuhr heim und phantasierte von Aktionen in Blogs gegen diesen Wahnsinn. Aber ach, was würde es helfen. Gegen die Ankurbelung des Konsums, auch auf solche Weise, ist kein Kraut gewachsen.

Nickname 15.03.2012, 10.13| (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Geschichtchen

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