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Einträge vom: 15.11.2006

Hörgewohnheiten

Sicher wundern sich manche, dass ich sogar den damaligen Cat Stevens kaum kenne. Gestern sah ich sogar zum ersten Mal wie er aussah. Wenn in Blogs über Musiker oder Gruppen, erst recht Stile geschrieben wird - null Ahnung, kenn ich nicht, nichts, niemanden, niente!

Ich habe schon genug Musik am Hals!

Vormittags eventuell üben *g* (eventuell - ihr wisst, der böse Compi...!) Oft Noten schreiben, Editionen durchwühlen, für den Unterricht Stücke wählen, nachmittags mindestens sechs Stunden Musik machen, nebenbei auch mal was aus dem historischen Bereich der Musikgeschichte hören. Da bleiben keine Bedürfnisse, noch irgend etwas zusätzlich zu hören, keine Zeit für Popularmusik.
Musik läuft nie im Hintergrund. Ich bin durch den Beruf dazu erzogen, wirklich hinzuhören, Musik ist für mich Sprache und keine Berieselung. Was nicht heißt, dass mir in der Popularmusik gar nichts gefällt! Aber das was mir gefällt in der Masse des Angebots zu suchen und auszufiltern, dazu fehlt mir Muße, Bedürfnis und Kraft.

Nickname 15.11.2006, 23.05| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: dies und das

religiöses

Ich bin zur Zeit eine kirchenfeindliche Gläubige. Mich sprechen versteinerte Rituale und Beschränkungen, die in dem jeweiligen Glaubensbuch für die Gesellschaft von damals geschrieben wurden, nicht an. Ganz im Gegenteil, sie ärgern mich. (Siehe unten) So viel Schlimmes haben Kirchen den Menschen angetan, solchen die deren Regeln missachtet hatten und damit der Macht im Wege standen. Ich weiß, heutzutage ist das meistens anders und man darf den heutigen Kirchen nicht anlasten, was Vorfahren verbrochen haben. Und doch, es muffelt dort für mich immer noch zu sehr nach Enge.

Ich bin aber christlich gläubig. So auf meine Weise halt. Zuerst kommt der liebende Gott mit seinem lehrenden Sohn, dann lange nichts.... und dann noch immer nichts.... *g* ... noch imm.... äh... und jetzt erst die von Menschen gemachten Regeln.

Nickname 15.11.2006, 22.52| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: oder doch nicht?

Dottore, Dottore!!

venedig_dottorerufe.jpg

In Venedig schallten uns immer wieder ausgelassene Dottorerufe entgegen. Anscheinend gibt es dort den Brauch, Uni-Absolventen ähnlich wie bei der Gesellentaufe noch einmal richtig durch den Kakao zu ziehen. Dieser Dottore war umringt von ausgelassenen Freunden und musste einiges über sich ergehen lassen.
Seltsam ist allerdings der Termin, Ende Oktober!

Wir hatten uns aber auch seltsam benommen und einfach im Freien eine kurze Chorprobe abgehalten:

vened_chorprob.jpg

Denn was uns besonders am Herzen lag, war am Grab des Komponisten Monteverdi in der Kirche Santa Maria Gloriosa dei Frari zu singen. Nur für uns und Monteverdi! So taten wir das dann auch. Es gesellten sich aber so einige Touristen dazu und die besinnliche Stimmung, die sich ausbreitete bleibt unvergesslich!

Nickname 15.11.2006, 12.03| (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: dies und das

Cat Stevens - Yusuf Islam

Über ihn habe ich gerade im Fernsehen einen Film gesehen. Inhalt war sein Wandel zum gläubigen Moslem und was er Gutes in den letzten Jahren für andere Menschen bewirkt hat. Er selbst kam viel zu Wort - alles sehr schön und gut.

Aber... und jetzt bin ich indirekt wieder bei dem Thema des vorletzten Beitrags.

Mich wundert prinzipiell, wenn man sich für einen Glauben durch das Tragen von langem Bart und arabischer Kleidung auch die Symbole einer von Geburt aus fremden Kultur aneignet. Für eine Religion vielleicht ja, aber für Gott an sich? Das ist nicht das gleiche. Und er tut all das natürlich für Gott und niemals um in seiner Religionsgemeinschaft anerkannt dazustehen, zumindest vermute ich diese Antwort wenn man ihn fragen würde.....
In der von ihm gestifteten moslemischen Schule in London tragen die Mädchen natürlich eine Uniform mit bodenlangem Rock und Kopftuch....

Die dem Menschen geschenkte Freiheit ist ihm anscheinend unerhört zu viel, sodass er sie durch religiöse Einschränkungen und Symbole wieder binden muss.

In diesem Film gab es ein gutes Beispiel, wie vernagelt das manchmal sein kann! Yusuf Islam hat aus religiösen Gründen auf die Musik verzichtet und die Gitarre weg gelegt. Auch, weil sie kein islamisches Instrument ist!!
Eines Tages aber brachte sein Sohn eine ins Haus und als sie so dalag, bekam er nach über zwanzig Jahren wieder ein wenig Lust zu spielen. Und nun die Rechtfertigung, von einem Imam in dem Film vorgetragen: Die Gitarre sei ja schließlich ursprünglich aus arabischem Raum über Spanien in den Westen gekommen. Abgesehen davon, dass das ganz falsch ist, diese Argumentation ist wirklich lächerlich....

In Wahrheit sieht es mit der Geschichte des Instruments ganz anders aus. In Spanien herrschten die Mauren und brachten die Laute und nicht die Gitarre aus Afrika mit. (Laute (Luth = "al oud", arabisch "aus Holz", statt wie in älterer Zeit aus Schildkröte z. B. - deswegen der Hinweis im Namen)
Die Spanier lehnten bekannterweise die Mauren ab und damit auch die, langsam auch schon in Europa sich verbreitende Laute. So entwickelten sie die Vihuela und “Guitarra Latina”, erstere eher an Höfen gezupft, zweitere im Volk zu Liedern hauptsächlich mit Federkiel gespielt. (Schlagtechnik)

Also nichts mit Arabien, Pech gehabt Herr Imam...

Nickname 15.11.2006, 01.17| (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: nachdenklich