Blogeinträge (themensortiert)

Thema: bekümmert

Noch einmal Terri Schiavo


Verflixt noch einmal, das ist unerträglich!

Ist denn die halbe Welt wahnsinnig geworden und ich gleich mit?

Man kann doch nicht einen schwerstbehinderten Menschen einfach so verdursten und verhungern lassen?!! Was kann es denn für einen Grund geben, außer einem finanziellen?? Leidet sie, hat sie Schmerzen, wird ihr die Zeit grausam lang oder ist ihr der eigene Zustand derart schmerzlich bewusst, dass man sie langsam und quälend totmachen muss??
Nein, das alles trifft nicht zu.

Gestern hatte ich noch versucht, ach so objektiv zu sein, aber ich hatte ja gar nicht genug nachgedacht als ich sagte, man müsse für beide Parteien gleich viel Verständnis haben. So verdammt obergescheit wollte ich sein, die Fahne des theoretischen Idealismus stolz hochhaltend. In Wahrheit war ich nur bestrebt, nicht mit den fanatischen religiösen Rechten in einer Reihe stehen zu müssen.

Ich ändere nun meine Meinung. Mein Verständnis für den Ehemann hat sich erschöpft.

Denn es steht ihm nicht zu, die Gefühle der Eltern und Angehörigen mit Füßen zu treten.
Solang deren Hoffnung lebt, ist dieses Gefühl zu würdigen.

Es ist unerträglich zu wissen, dass in diesen Tagen dort in der angeblichen Hochzivilisation ein Mensch mit dem Schutz des Gesetzgebers zu Tode gehungert wird. Egal ob der sich bewusst ist oder nicht.

Wenn ihre Zeit gekommen ist, wird Terri Schiavo von selbst gehen.



Nickname 24.03.2005, 21.39 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Noch einmal wegen Sterbehilfe


„Der Fall Terri Schiavo bewegt und erschüttert“ las ich im interessanten und mir sehr sympathischen HerzwaertsDenken-ist.net -Blog.

Der berührende kurze Beitrag ließ in mir so sehr alte Erinnerungen wach werden, dass ich wie ferngesteuert vergangenes Leid hinein tippseln musste.

Es ging auch um die persönliche Erfahrung mit dem Leid eines Angehörigen.

 

Ich habe diese Problematik selbst hautnah erlebt.

In 13 Monaten schwerstem Leiden meiner krebskranken Mutter. Zuerst war da der Hirntumor mit den damit verbundenen Aussetzern, die erfolgreiche Operation, doch dann Darmdurchbruch...wochenlanger Tiefschlaf und immer wieder ein wenig Hoffen in all dem Leid. Knochenauflösung und Lymphome bald überall! Immer wieder hing sie an Schläuchen, völlig der Apparatemedizin ausgeliefert, manchmal dann wieder für uns doch wieder leichte Entspannung,. Den letzten Monat hatten wir sie zu Hause. Sie konnte nicht mehr sprechen, ein 24-Stunden-Alptraum für alle Beteiligten war es.

Dieses lange Leiden war nicht von Natur gegeben. Es war das Ergebnis der modernen Medizin. Dabei war von Anfang an klar, dass diese Krebsform unheilbar ist nur sagte man uns das erst spät. Und trotzdem hofften wir, klammerten uns an jeden Strohhalm. Hinauszögern wollten wir den Tag des Abschieds furchtsam und verzweifelt.

 

Hätte sie doch früher Einkehr gehalten, die Erlösung!


Aber das kann man nur nachträglich herausseufzen.


Doch andererseits.... ich habe Dinge erlebt und in der Krebsstation beobachtet, die mich für alle Zeit formten. Ich wäre nicht die, die ich bin wenn es anders gekommen wäre. An diesem ganzen schrecklichen Leid bin ich gewachsen.
Und nicht nur deswegen bin ich gegen die Sterbehilfe.

 

Wie kann man es einem Angehörigen zumuten, zu sagen: So, genau jetzt soll Schluss sein?? Diese Entscheidung geht über die menschliche Kraft. Nicht nur in dem Moment, auch für das ganze restliche Leben!




Hier sieht man nicht, wie überanstrengt meine Mutter sich in Chile immer fühlte. Auch ihr nagendes Heimweh ließ sie sich nicht anmerken.
Ach ja, und die 8jährige da kennt so mancher hier schon ein bisschen :-))

Nickname 23.03.2005, 00.29 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Mit Rilke gesagt


Heute ein ernstes Gespräch mit Freunden. Ich soll vergessen sagen sie, mich frei für Neues machen....
Jetzt gerade heim gekommen spüre ich Traurigkeit über das was ich nun ganz verloren habe, obwohl ich doch wissen sollte, dass ich es gar nie richtig besessen habe.
Wenn es ein vorbestimmtes Lebensthema gibt, dann ist anscheinend meines die Einsamkeit.

 

 

Liebes-Lied

 

Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt?
Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die nicht weiterschwingt,  wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

Reiner Maria Rilke (1875-1926)


Nickname 17.03.2005, 21.22 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ostsee so gut wie tot!

 
Nachdem ich hier, nämlich im ORF, über die dramatische Situation gelesen hatte, wollte ich über Google erforschen, was in Deutschland darüber geschrieben und diskutiert wird.

Aber ich fand so gut wie nichts! Ja wie gibt´s denn das???



Nickname 22.02.2005, 22.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL

noch immer..


..krank. Es hat sich nichts gebesset. Morgen nach der Verlassenschaftserhandlung endlich zum Arzt.

Nickname 13.02.2005, 12.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ängste


Seit gestern habe ich undefinierbare, nicht starke Bauchschmerzen. Es ist eigentlich eher Druck und Spannung, nahe am Schmerz.
Und natürlich, sofort wird meine Krebsangst akut.
Ich denke eigentlich jeden Tag an Krebs, warte fast schon darauf und denke, wann mein Golgatha wohl beginnen wird.
Ich weiß, das ist schlecht, aber ich kann das nur schwer steuern. Viele, fast alle meine Vorfahrinnen sind daran elendiglich zugrunde gegangen. Ich habe meine Mutter bis zu ihrem Tod begleitet und gesehen, wie grausam das ist. Danach ist auch meine Schwester in Texas dieser Krankheit erlegen.
Ich selbst mache immer einen weiten Bogen um jeden Arzt. Will es nicht wissen und dann keine Therapie. Es soll dann schnell gehen. Die Quälerei werde ich mir nicht antun oder besser gesagt, mir nicht antun lassen.
Im Grunde kann ich meinen Körper nicht leiden, das ist mein Hauptproblem.
Und ich habe immer wieder Probleme, ihn jemandem zuzumuten.
Heute ist mir zum weinen.
Aber ich werde mich ablenken und es nicht wichtig nehmen. Schließlich gibt es Millionen Menschen denen es gerade jetzt eben, in diesem Moment hundert Mal schlechter geht als mir.
Ich sollte aus meinem Schneckenhaus heraus und im Jetzt leben.

Nickname 11.02.2005, 10.22 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL