Blogeinträge (themensortiert)

Thema: bekümmert

Jammertal

Fernseher ausschalten, die Nachrichten nicht lesen, das wäre angesichts des grauenvollen Geschehens in Japan aus Eigenschutz das beste.

Aber man klebt dann doch wieder dran.

Das Mienenspiel einer verzweifelten japanischen Mutter, deren Kind bisher verschollen ist, lässt mich nicht los.

Es ist so bedrückend, ich wollte dann zur Ablenkung irgend einen Film schauen, aber überall nur Krimis, einer nach dem anderen, nichts sonst, vielleicht irgendwo ein Kabarett noch, nicht zum Aushalten! Mord und Totschlag empfinde ich in heute als unerträglich, Heiteres auch. Weil mir die Problematik der nuklearen Welt, die wir uns da geschaffen haben, nicht aus dem Kopf gehen will.
Dazu die Gefahren der Natur und das Dunkle in uns Menschen.

Das Weltentheater hebt den Vorhang und gewährt einen intensiven Blick in ein dunkles Jammertal. Wir sollten zwar hinsehen, aber nicht zu lange, denn jetzt ist dies nicht unser Kelch. Aber der kann doch noch kommen? Es bekommt doch jeder irgendwann die Bitternis zu trinken...

Aber vielleicht hat man mich eh schon genug aus diesem Kelch trinken lassen und ich mach mir zu viel unnütze Gedanken?

Der Lebenskluge blickt sich nur kurz um, fühlt mit, spendet vielleicht etwas, aber er taucht schnell wieder in sein eigenes Lebensfeld ein.

Ich bin nicht lebensklug.

Nickname 13.03.2011, 01.29 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Japan und die Atomenergie

Die Radioaktivität des Atomkraftwerkes Fukushima hat sich um das Tausenfache erhöht, sagte die Nachrichtensprecherin gerade eben und ein Fachmann meinte dazu, das würde bedeuten, dass die Kernschmelze nun beginne. Die Notbatterien halten auch nur noch kurze Zeit.

Man bangt mit und die Hilflosigkeit deprimiert! Ich habe das Gefühl, bei solchen Nachrichten wie heute ist es unpassend, über irgend eine persönliche Nebensächlichkeit zu bloggen.
So bleibt mir nur, in Gedanken Kraft den Leidenden dort auf der anderen Erdhälfte zu schicken und die Daumen zu drücken!

Japan ist massiv Erdbebenzone und hat trotzdem 55 Atomkraftwerke. Ein Fachmann meinte, die Katastrophe heute sei noch nicht das große Erdbeben gewesen, das mit Sicherheit für die nächste Zeit (bis 10 Jahre) erwartet wird. Denn dies Erdbeben heute hätte zu geringe geographische Ausdehnung gehabt.

Es sollte eine Lehre sein, dort und anderswo aus der Atomtechnologie allmählich auszusteigen. Aber ich bin da skeptisch....

Nickname 11.03.2011, 23.21 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Kätzchen nicht aufgetaucht...

Bisher ging es nicht wirklich in mich ein, dass Tschutschi weg ist.

Ich habe noch nie erlebt, dass jemand so plötzlich nicht mehr da ist. Meine Toten starben immer unendlich langsam.

Ich hörte ja oft, dass man es zuerst nicht wahrhaben kann nun lehrt mich das Leben auch dies, eine neue Erfahrung.

Ich hatte heute vormittag auch die weitere Umgebung abgesucht, hatte an jeder Hütte gelauscht und gerufen. Meine Nachbarn suchten auch unermmüdlich, während ich in der Arbeit war. Sogar meine Freundin fuhr zu meinem Haus und suchte bis ich am Abend kam.

Auch zwei Volksschüler hatten geläutet, ich habe ja eine Suchmeldung mit einem Bild von Tschutschi am Zaun hängen. Sie hätten sie gesehen, bei der Siedlung am Ende meiner kurzen Sackgasse. (7 Häuser, ich bin das zweite) "So weit weg?" fragte ich erstaunt. "Ja, und sie rannte unter ein parkendes Auto als wir sie lockten."

Aber das muss zwei Tage vor ihrem Verschwinden gewesen sein... und sie war sicher nur eine halbe Stunde draußen, wie immer.

Schlimm sind meine Phantasien, was alles passiert sein kann, quälende Grübeleien die mich nicht loslassen. Z.B. verletzt, vergiftet quälend langsam gestorben oder ein Fuchs... da wäre der Todesbiss wenigstens schnell vollzogen gewesen.

Nie wieder eine Katze! Das mache ich nicht noch einmal mit!

Das Leben ist Sch....! Kriege, Gewalt, Diktatoren, Gier, Kriminalität, Katastrophen, Hunger, die Menschen können nicht wirklich miteinander...
Was ist dagegen der Verlust eines Kätzchens, ich weiß! Aber das "eigene Hemd" ist einem halt immer näher...

Warum muss das Leben so bitter sein??

Nickname 23.02.2011, 21.14 | (9/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es rinnt, es rinnt...

... und die Nerven liegen noch blanker als eh schon über die letzten 17 Tage.

Den Rohrbruch ließ ich erst heute anschauen, denn noch wichtiger war das Auto, das war auch hin, was schwierig ist, wenn man in einem kleinen Ort lebt, der Arbeitsplatz aber in der Hauptstadt ist. Wenigstens das ist repariert, 599 Euro musste ich hinblättern.

Aber der Rohrbruch, Megagau! Sie hatten heute früh aufgebohrt und dann aufgehört, zuerst müsse der Versicherungsmann her. Aber die Versicherung zahlt nicht.

ALLES habe ich versichert, nur nicht die Rohre! Ich sprach inzwischen mit meinem damaligen Versicherungsagenten. Wir hätten das ausgeklammert, da doppelt so teuer. Ich hätte mir dadurch in den 10 Jahren 2800 Euro erspart, das dürfte dem jetzigen Schaden vermutlich so ungefähr entsprechen. Na gut, tja...

Es rinnt aus der Wand, man weiß nicht weiter, erst muss der "Lecksucher" her, aber der kommt und kommt nicht!

Tschutschi hatte ich in der Tierklinik belassen, sie darf sich eh nicht bewegen und der Presslufthammer, also den Stress wollte ich ihr ersparen. Die Tierärztin sagt, es schaut recht gut aus. Das Kätzchen wäre noch im Brutkasten, da sehe sie nicht hinaus und müsse sich daher nicht fürchten. Sie wirke auch ruhig und leide anscheinend nicht zu sehr durch die fremde und enge Umgebung.

Ich bin mit den Nerven wirklich am Ende. Aber irgendwann hört das alles auf... Das sage ich mir zur Selbstberuhigung.

Aber ein kleines gutes Erlebnis hatte ich gestern. Ich musste ja, nachdem ich das Auto in der Früh abgegeben hatte, mit dem Bus fahren. Als ich in Rchtung Haltestelle ging, sah ich dort schon Leute stehen, ich fing an zu eilen. Doch da kam er schon, der Bus, ich war aber noch nicht über die Kreuzung, etwa noch 50 Meter entfernt. Ich gab entnervt auf. "Typisch, dachte ich, ALLES geht im Moment schief, ALLES!" Aber der Bus fuhr nicht an. Ich dachte, wegen des Verkehrs und fühlte mich einfach zu fertig um jetzt noch loszulaufen und dann enttäuscht zu werden. Der Bus stand weiter. Dann lief ich doch und die Bustür ging auf. Er hatte auf mich gewartet! Ein Stadtbus! Normalerweise erwarten die Leute, dass der Bus erst recht davon saust, sogar wenn man schon fast bei der Tür ist, Leute ärgern, oder so.
Aber dieser Chauffeur war einer der Alltagsengel, denen man manchmal im Leben begegnet.

Nickname 24.11.2010, 12.20 | (7/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Und weils grad so schön stressig ist...

Hat sich anscheinend mein Haus entschlossen, eins draufzulegen. Die gerade erst frisch gestrichene Wand der Küche zeigt plötzlich Spuren, beim Klo im Stock drüber scheint ein Rohrbruch zu sein!

:-(

Nickname 21.11.2010, 20.18 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Von einer Schwäche

Was ich jetzt schreibe, fällt mir nicht leicht, ich sehe es als persönliche Unzulänglichkeit. Und doch will es raus.

Auf dem Weg zur Tierärztin kollerten mir schon die Tränen. Ich fürchtete, dass es der letzte Weg für Tschutschi sein wird. Halbwegs beherrscht und manierlich schaffte ich es dann doch noch in den Warteraum. Es saßen einige da. Und dann verlor ich die Fassung. Alle Gefühle damals mit Frau Schnuzl waren da, der ganze damalige Horror schoß mir ins Hirn, ganz frisch und nochmal erlebt. Der gleiche Warteraum, die gleiche Situation. Ich wendete mich halb weg und weinte mit zuckenden Schultern still in mich hinein. Ein Pensionist, auch mit Katze, saß da und konnte gar nicht einfühlsam sein. Er redete zu mir dummes scherzhaftes Zeug, von sich, von seiner Frau und deren Katzengeschichten.

Neben ihm saß eine Frau in meinem Alter. Ich solle mir die Trauer doch erlauben, es rauslassen, meinte sie, annehmend, dass das Ende meines Kätzchens da sei, ich hatte ihr auf ihre Frage hin erzählt. Sie sei ehrenamtlich im Hospiz tätig und wisse, man solle seine Gefühle nicht zurück halten. Als sie dann später mit ihrer Katze aus der Ordination zurück kam, griff sie meine Schulter und fragte, ob ich jemanden hätte, der mich stützt. Ich musste verneinen. Sie bot mir an, am Nachmittag mit ihr im Wald zu spazieren. "Waldspaziergang hilft sehr!" rief sie überzeugt. Ich lehnte vielmals dankend ab, ich müsse in die Arbeit.

Oh weh, was habe ich für einen Eindruck bei ihr hinterlassen. Ein schwacher Mensch der Hilfe braucht, weil er zu schnell umkippt.

Und jetzt widerspreche mir keiner, es ist so! Es ist lebensuntüchtig. Vorgestern in der Klinik kam eine Frau ohne Katze aus der Ordination. Die war gerade eingeschläfert worden und die Frau weinte nicht! Das ist besser!
Kommt noch dazu, dass ich im Kopf eine Fehlsteuerung habe. Weinen vermeide ich schon mein Leben lang. Es erleichtert mich nicht. Im Gegenteil, es macht mich für viele Stunden ganz kaputt. Auch jetzt noch, 12 Stunden später bin ich so fertig davon, dass ich am liebsten nur herumliegen würde.

Nickname 19.11.2010, 23.35 | (8/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

sorgenvoll...

Als es die ersten zwei Tage Tschutschi augenscheinlich nicht so arg schlecht ging, hätte ich meine innere Trauer und Unruhe eigentlich ablegen müssen. "Das ist doch nicht normal" dachte ich, "nun ist das fast sicher gut ausgegangen und du kannst die innere Bedrücktheit trotzdem nicht ablegen..." Ich warf mir meine Lebensuntüchtigkeit vor. Andere sind da vernünftiger, nehmen Dinge nicht so tragisch, sind eben tüchtiger im Umgang mit den Dingen.
Ich bin im Grunde ein schwerblütiger Mensch. Aber ich kann auch ordentlich scherzen. Bei den Schülern gelte ich als die Lustige. Gerade am Montag lachten einige in einer Klasse Tränen über mich und ich ließ das gerne zu.

Zurück zur derzeitigen inneren Finsternis, eine Fachfrau sagte mir heute, im Gehirn kommen in solchen Situationen zugleich unbewusst alle alten Trauersituationen hoch, man hat Situationen eingespeichert und reagiert dementsprechend.

Ich fühle mich wie damals, als meine Mutter in den letzten Zügen lag, als Schwester und Vater starben, als ich mich von Frau Schnuzl verabschieden musste.

Jetzt ist aber dieses Gefühl wieder berechtigt. Beim Heimfahren von der Arbeit bangte ich, ob mein Tierchen überhaupt noch lebt. Tschutschi geht es sehr schlecht. Sie hat sich schon seit 30 Stunden kaum noch bewegt und nichts mehr gefressen. Ganz im Gegensatz zu den Tagen davor, wo sie teilweise, gemessen an den Umständen, recht munter war.

Aber ihr Blick ist klar. Ich weiß nicht, ob der Körper jetzt genau richtig reagiert, denn nach dem Fressen kotete sie ja immer sofort blutig ab und Bewegung, meinte die Ärztin, sei schlecht. Aber es dauert schon so lange, der sechste Tag ist seit dem Unfall vorüber.

Ich weiß nicht, ob sie die Nacht überleben wird. Sollte sie morgen früh weiterhin so krank sein, bringe ich sie sofort wieder in die Klinik.

Nickname 11.11.2010, 23.52 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Lage mit Tschutschi

Ich bin lange im Garten herumgelaufen um mein verletztes Kätzchen zu finden. Der Gedanke, dass sie unter einem Buschen schwer leidend langsam stirbt, war mir zu unerträglich. Ich rief und rief. Dann hörte ich ihr Stimmchen. Zu zweit schafften wir es, sie unter der Gartenhütte, wo wir niemals an sie heran gekommen wären, saft rauszuscheuchen. Sie schrie verzweifelt, ließ sich aber dann doch nehmen.

Nun ist sie in der Tierklinik. Sie hat vermutlich recht schwere innere Verletzungen. "Die Kontur der Blase kann ich nicht ausmachen" sagte die Ärztin, "es scheint ein massives Unterleibstrauma vorzuliegen." Sie blutet von innen heraus, anscheinend aus dem Darm.

Ich hatte es gespürt, als ich sie überfuhr. Sie war auf der Beifahrerseite ins Auto gelaufen, ich hatte sie nicht sehen können...

In einigen Stunden erst weiß ich, ob ich sie einschläfern lassen muss, oder nicht. Die Blase kann man flicken. Ist aber im Darm etwas abgerissen, so sagte die Ärztin, sieht es schlecht aus...

Ich bin untröstlich.


17:30 die Ärztin endlich erreicht. Es geht Tschutschi etwas besser, aber weiterhin akute Lebensgefahr. Erst morgen nachmittag soll ich wieder anrufen...

Ich hatte mich ganz bewusst nicht so sehr in diese Tierbeziehung hineinfallen lassen wollen. Innere Distanz war mein Vorhaben. Denn fast genau vor 2 Jahren bei Frau Schnuzl, das war einfach zu schlimm. Nie wieder so intensiv, nahm ich mir vor. Und tatsächlich hatte ich zu Tschutschinella innerlich mehr Abstand bewahrt. Auch, weil ich immer wieder das unbestimmte Gefühl hatte, dass ich dieses Seelchen nicht lange zu Gast haben werde.

Und jetzt, wo sie in der Klinik ist merke ich, die Bindung war ja doch ganz ordentlich gewachsen, in den letzten Monaten.

Liebe Kommentatorinen, vielen herzlichen Dank für das Mitgefühl! Es tut mir wirklich gut!

Nickname 06.11.2010, 14.48 | (13/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es ist ein schlimmes Unglück passiert.

So wie es aussieht, habe ich meine Katze überfahren. Es gab einen schlimmen Rempler, ich dachte noch: Da ist doch gar keine Bodenwelle? Dann sah ich Tschutschi gebückt davonlaufen. Der Maler, der gerade bei mir 5 Räume ausmalt und ich haben lange im Garten gesucht. Sie hat sich versteckt. Ob zum Sterben, wissen wir noch nicht. Sie müsste schnell zum Tierarzt...!

Nickname 06.11.2010, 12.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

weg.... wieder da!

Ich war im Theater, die Katze wie immer im Haus. Inzwischen war Frau Mo mit Carina gekommen.
Als ich um eins zurück kam, begrüßte mich keine Katze! Schon eine halbe Stunde rief ich sie jetzt, sah alle Zimmer durch, auch das der schlafenden Gäste öffnete ich, rief lange auch im Garten... nichts.

Sie war noch nie nachts draußen....

Tschutschi ist weg!! :´-(

2:24, Madame erschien wie ein Geist aus der Dunkelheit. Madame hat ihre ersten nächtlichen Erlebnisse draußen gehabt, man sieht ihr die Zufriedenheit an.
Dass Frauchen sich sorgte, ständig rief und nicht schlafen gehen konnte, obwohl sie in der Früh... (was für Frauchen halt früh ist... also... ähm... 10 Uhr) eine großen Brunch gibt, ja was schert das denn dieses Fräulein Tschutschi! Die miaut nur, dass ich mit ihr spielen soll, das ist alles!! Pfff!

Hach, man hat es schon schwer mit sowas Kätzischem!!! *froh bin, aber mich vom Schreck noch nicht ganz erholt habe* !

Nickname 16.07.2010, 01.56 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL