Blogeinträge (themensortiert)

Thema: bekümmert

Ein bitteres Drama beobachtet...

Nun sitze ich da und heule.
Im Fernsehen musste ich mir eine Dokumentation über ein Frühchen ansehen, es war noch vor der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt gekommen. Durch Gehirnblutung, unterentwickelte Lunge, Infektion und Herzinfarkt war es letztendlich schwerstbehindert. 
Zusehen musste man, wie die Eltern gemeinsam mit den Ärzten zu entscheiden hatten, es nach 5 Wochen Kampf doch sterben zu lassen. Der Film war schonungslos. Zum Schluss sah man das tote Kind in den Armen der weinenden Mutter, den verzweifelten Vater um sich, im wahrsten Sinn des Wortes um sich, er umarmte und streichelte sie zart. Diese arme junge Frau hatte schon in den vergangengen Jahren nur Fehlgeburten gehabt....

Ich schrieb "musste ich..."

Es ist wie ein Zwang, ich kann mich nicht wegdrehen, nicht einfach den Abschaltknopf drücken und ich muss mich in das Leid einfühlen, keine Chance, dem zu entkommen, wenn es mir zufällig begegnet.... ....sehr lebensuntüchtig ist das. 

Jemand sagte mir einmal dazu: "Das ist uneffektiv für dein Leben.."

Ja stimmt. Ich würde nur zu gern wissen, was mich da antreibt, aber ich weiß es wirklich nicht....

Nickname 24.06.2009, 00.17 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wehe, ich gehe zu früh schlafen...

...dann kann ich nicht einschlafen. Das ist schon seit Jahrzehnten so, deswegen bin ich ja so eine Nachteule.
Seit Montag ist das nun wiedermal akut, seit der Zeitumstellung. Ich liebe ja die Sommerzeit, aber erstmal muss ich sie in den Körper kriegen....

Grrr grrr grrr fast fünf Uhr. Ich lag seit kurz vor drei Uhr wach. Man wälzt sich herum und hat so Gedanken...tausende. Und die poltern allmählich immer mehr wenn man zu sehr denkt, man muss aber jetzt doch bitteschön einschlafen. Durcheinanderdenken nenne ich das dann immer.

Irgend ein Dichter sagte mal, nur wer oft schlaflos ist, kennt sich selbst oder so irgendwie. Oder der kennt seine Tiefen. Irgendsowas. Ich bin leider nie wieder auf das Zitat gestoßen, vielleicht war es Hesse?

Und jetzt mach ich mal ein Spielchen, üblicherweise macht mich "Spider" ja müde.... und ein Gläschen Wein dazu, wäre ja gelacht....

Nickname 01.04.2009, 04.54 | (6/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ruth Drexel ist tot!

Ich habe sie sehr gemocht! Bin traurig.

Leben ist der Anfang des Todes. Das Leben ist um des Todes willen. Der Tod ist Endigung und Anfang zugleich, Scheidung und nähere Selbstverbindung zugleich.
(Novalis)

Möge sie die Versprechungen des Glaubens gefunden haben....

Todesnachricht im ORF

Nickname 04.03.2009, 12.15 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Eine olle Trinetrulli bin!

Gestern war ich stimmungsmäßig nicht so gut drauf, deswegen postete ich hier auch nichts. Es fiel auch nichts an, beziehungsweise, ich hatte keine Lust, mit Gewalt etwas zu schreiben, nur weil ich es gewohnheitsmäßig jeden Tag tu. Manchmal denke ich: "Och, die klicken her und dann ist da nichts, komm sei nicht fad." Dabei bedenke ich gar nüch, dass viellleicht manche ganz froh sein könnten, dass da endlich mal nüscht is. :o)

mailschulden.jpg
Und dann saß ich vor dem Mailordner und saß und saß..... und saß. Mal ein Spielchen... zwei. Drei! "Nu komm, mach mal, antworte endlich du blöde Trulle!" ..und saß und die Augen fingen an vom Gähnen zu tränen... und nichts ging weiter.
Druck erzeugt Gegendruck. Und in Sachen Gegendruck bin ich Meisterin, tjaja. Bin überhaupt Weltmeisterin bei der olympischien Disziplin Schieberitis.
kopfkratz.gif Und dann sehe ich mir zu und mag mich Trinetrulli überhaupt nicht leiden..!
Blöde Kuh ich.

Nickname 22.02.2009, 15.18 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Eine sinnlose Tragödie.

Der gemäßigte palästinensische Arzt aus Gaza gab täglich einem israelischen Privatfernsehsender Live-Interwievs über die Lage in seinem Land.

Auch gestern tat er dies, am hoffentlich letzten Tag des Krieges. Gerade war seine Stimme auf Sendung, als eine Rakete sein Haus traf. Man hörte ihn aufschreien: "Meine Kinder, meine Kinder!" Die Gesichtszüge des israelischen Redakteurs gefroren und er schwieg entsetzt. Gleich darauf versuchte er, für die Verletzten einen Krankentransport nach Israel zu organisieren.

Dann sah man den verzweifelten Arzt, während seine Kinder abtransportiert werden sollten. Er schrie in die Kamera: "Warum haben sie auf mein Haus gezielt? Sie wussten doch, dass wir da sind!! Ich habe früher israelische Kranke geheilt, warum hat man das getan??"

Der Krankentransport fand nicht mehr statt, denn die drei Töchter waren tot.

........

Nickname 18.01.2009, 22.37 | (9/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Mir fällt jetzt keine Überschrift ein...

Vielen Dank für die vielen anteilnehmenden Kommentare! Vielen Dank für das Mitfühlen! Dies ist unglaublich, fast nicht zu fassen, dass ihr freiwillig kamt und euch damit dem Dunklen aussetztet. Ihr wart mir eine so große Hilfe, wie ihr euch gar nicht vorstellen könnt. Wie hätte ich die letzten Stunden ohne euch geschafft?
((((((((((alle)))))))))))

Und nun geht es dunkel weiter, aber nur noch dieses eine Mal. Ich muss es mir von der Seele schreiben, vielleicht erleichtert dies ein bisschen.

Die Bilder des Todes meines Kätzchens verfolgen mich bis in den Schlaf. Es zerreißt mich, weil ihr Tod so schrecklich war. Ich bin schuld daran, weil ich meine Emotionen nicht zurückgehalten habe. Weil sie dadurch alles verstand. Wie sie sich in meinen Händen wand und dann innerlich erstarrte, aufgab, ist mein Alptraum für immer. Ich habe versagt, war in dem entscheidenden Moment ihr Vertrauen nicht Wert und habe sie in ihrer verzweifelten Hilfesuche ganz im Stich gelassen. Das kann ich mir nicht verzeihen! Ich hätte sie in den Arm nehmen müssen, ganz umfassen müssen, statt sie auf dem Tisch zu lassen und hätte ruhig besänftigend auf sie einreden sollen.

Ich habe zu einem Lebewesen nie zuvor eine so intensive Beziehung gehabt. Bei Menschen war es immer divergierend. Seht euch das Bild unten an, da sagte sie mir gerade etwas nur mit einem Blick. Und ich verstand sofort, so wie auch sie meine Gedanken sie betreffend immer verstand. Wir konnten mit Blicken kommunizieren. Wir hatten auch Telepathie, das sowieso.

Mit Schnuzlchen ist ein Teil von mir gegangen, kommt mir vor, ganz sicher der Teil, der sehr viel Glück ausmachte.

Bitte macht euch nun nicht mehr so sehr die Mühe, mich weiter zu trösten. Es ist ja vergebene Liebesmühe! Ich habe das Gefühl, es nicht verdient zu haben, denn der größte Teil meiner jetzigen Qual sind diese oben beschriebenen Selbstvorwürfe. Und da kann mir keiner helfen!

Ich kann nun erstmal nicht mehr weiterbloggen. Was soll ich denn nun für Beiträge machen? Leicht und oberflächlich aus dem Alltag geht erstmal nicht. Und das Dunkle will ich nicht mehr herwerfen wie einen Seelenmüll, das habt ihr euch nicht verdient, ihr Lieben!

Wenn es mir besser geht und wenn ich das Gefühl habe, nun geht es wieder, komme ich, vielleicht, ich weiß es grad im Moment nicht genau, ob es so weiter geht... Entschuldigung.

Nickname 04.11.2008, 12.51 | (15/14) Kommentare (RSS) | TB | PL

Für meine geliebte Frau Schnuzl

herz_fuer_schnuzl.jpg

Danke dafür, dass du mich zu deinem Frauchen erwählt hattest.
Danke für das große Glück das du mir täglich so intensiv schenktest.
Ich hoffe, du bist jetzt in einer Ebene, in der es dir wieder gut geht!
Ich werde dich niemals vergessen!

Nickname 03.11.2008, 13.23 | (25/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wie die Lage ist.

Mir geht es immer ähnlich wie dem Kätzchen. Wirkt sie entspannt, bin ich es auch.
Das war nicht immer so, die letzte Zeit war ich untröstlich.
Insgesamt bin ich besser drauf als die letze Woche. Auch wenn ich jetzt wieder Bauchweh habe, weil sie gerade schlechter drauf ist. Ein Kloß ist im Bauch, weil ich mitleide und auch ständig hinterfrage, ob ich es verantworten kann, dass sie noch lebt.
Dieses Wochenende war relativ entspannt, dank der neuen homöopathischen Arznei.
Kätzchen ging im Garten herum und lag in der Sonne. Ich auch kurz, dann kam netter Besuch. Wegfahren will ich nicht, wenn es nicht wirklich nötig ist. Ich muss notfalls da sein.

Mir kommt vor, ich habe schon mehrere Phasen der Trauer hinter mir. Zuerst die Verstörung, das Aufbäumen, die Depression und nun beginne ich allmählich zu akzeptieren, ich werde stärker, auch wenn ich mich oft quälend bedrückt fühle.

Und das alles bloß wegen einem Tier, werden manche sagen, ja doch, genau das! 

Da war ein kritisches Mail im Hintergrund....

Es ist ja so: schon immer konnte ich Tierleid nicht ertragen. Wenn in einer Naturdoku eine Jagdszene gezeigt wird, schalte ich sofort aus. "Der mit dem Wolf tanzt" konnte ich zum Beispiel deswegen nicht fertig schauen. Es ist von der Vernunft her nicht erklärlich und nicht richtig, aber bei Tierleid im Fernsehen bin ich empfindlicher als bei Menschenleid. Ich habe manchmal darüber nachgedacht, warum dies so ist. Und bin dann draufgekommen, dass das Tier für mich für die reine Unschuld steht. Ein dem Menschen ausgeliefertes Wesen, hilflos ihm gegenüber und immer wieder Opfer des Stärkeren in freier Wildbahn. 

Das geliebte Kätzchen leiden zu sehen fordert meine ganze Kraft. Kommt noch dazu, dass ich tagtäglich mit seinem Ende rechne.
Es ist nun meinen Entscheidungen ausgeliefert und dieser Umstand kostet mich alle Substanz.

Nickname 02.11.2008, 20.27 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

mal so mal so...

Heute früh war Frau Schnuzl wieder besser drauf. Vital war sie sogar, fraß wieder ein wenig, ging in den Garten, forderte Knuddeleien und auf der Fahrt protestierte sie wie früher. Am Abend hat sie aber wieder nichts gefressen und sie liegt nur ruhig da.

Viele Leser werden meinen: Es wird wirklich Zeit, dass sie das beendet. Aber wie kann ich das unter solchen wechselnden Umständen?

Andere Leser werden vermutlich still für sich denken, was macht die für ein Aufhebens, was lässt die sich da so hineinfallen, das ist ja schon übertrieben.
Solche Meinung verstehe ich bei Menschen die nie ein Tier besaßen durchaus. Vielleicht hätte ich auch so gedacht. Nun, ich kann eben nicht anders und bitte diese Kritiker um einen gedanklichen Umkehrschluss: Wenn Tierbesitzer am Ende also derart trauern, muss das Miteinander doch ganz wunderbar gewesen sein?

Heute sagte mir die vertretende Tierärztin sinngemäß: "Wir geben am Ende nicht etwa ein homöopathisches Gift das sie hinübergleiten lässt. Es ist vielmehr ein Mittel, dass die Katze zu einer Entscheidung bringt, ob sie noch leben will, oder nicht. Und das funktioniert!"
Das ist wunderbar. Sie wird es bald bekommen, sie darf sich demnächst entscheiden.

Nickname 29.10.2008, 22.54 | (10/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sterbebegleitung...

Für mich zum dritten Mal, diesmal zwar nur bei einem Tier, aber es fühlt sich gleich an wie damals.
Wie schaffen das andere? Ich habe das Gefühl, ich kann nicht mehr. Kann es nicht mehr ertragen, das Kätzchen so still liegen zu sehen. Kann den Morgen nicht mehr ertragen, wenn ich runter ins Parterre komme und denke, jetzt aber ist sie tot.

"Aha, so ist das, so fühlt sich das an" dachte ich heute, als sie sich zunächst nicht regte und ich war dabei innerlich sehr leer.

Und dann blickte sie doch noch auf und maunzte um Futter, fraß ganz ein klein wenig, ging sogar nochmal in den Garten.

Am Abend wenn ich heimkomme, dasselbe. Und dann die Frage nach dem Warum.

Warum müssen wir beide das durchmachen, warum ist die Welt so sehr auf immer wiederkehrenden Abschied ausgelegt, warum sagten mir mehrere, auch Tiere haben Anrecht auf einen natürlichen Tod. Wo mein Kätzchen doch vermutlich nichts daraus lernen kann, nicht, so wie wir Menschen....
Ich muss mit ihr.... den letzten Weg antreten. Aber die Ärztin ist nicht da, ich will es nur mit dieser Ärztin.....

Nickname 28.10.2008, 23.10 | PL