Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Musik

Wahrhaftigkeit in der Kunst

Astraryllis schrieb in einem Kommentar:

"Was Oper angeht, bin ich ein totaler Laie. Leider kann ich das Tolle daran noch nicht mal verstehen. Vielleicht könntest Du darüber irgendwann einmal etwas schreiben und evtl. etwas von Deiner Begeisterung weitervermitteln."

Ich bin gar keine spezielle Opernenthusiastin. Außer vielleicht bei Barock- und Mozartopern. Die anderen höre ich nur gerne live. Weil die Emotionen dann wahrer wirken.

Mir gefällt alles, was nicht nur kunstvoll sondern auch ehrlich ist. Es kann jeder Stil sein, bei großer Begabung und tiefsinniger Aussage bin ich immer enthusiastisch.

Wahrhaftigkeit in der Kunst ist für mich höchstes Gebot. 

Wenn sich also, zum Beispiel in einer romantischen Oper, der Sänger spürbar hinter das Werk stellt, wenn seine Liebe der Musik gilt und seine künstlerischen Emotionen echt sind, bin ich berührt und begeistert.

Aber wehe, man spürt Selbstverliebtheit durch. Man hört bei Sängern sehr schnell, ob sie sich und ihre geliebte Stimme mehr ins rechte Licht rücken wollen als das Werk dem sie dienen.
Auch bei Instrumentalisten hört man stets, was in ihrem Inneren vorgeht. Das ist für mich eines der Wunder der Musik. Wenn ich mit jemandem musiziere, "höre" ich was er denkt. Musizierende atmen zusammen und spüren jede kleinste Regung des anderen. Sogar bei Schülern ist das so. 

Ist aber einer nicht bei der Sache und nur technisch gut, langweilt er das Publikum sehr schnell. Es beginnt hohl zu klingen. Meist spüren es die ausübenden Künstler und vertuschen ihr Defizit durch viel Klimbim. Es ist ja bekannt, je mehr Trara, umso weniger Inhalt.

Um konkreter auf die Worte Astraryllis zu antworten:

Bei romantischen Opern geht es weniger ums Verstehen. Schwebt ein begabter Sänger in höheren Sphären weil er beim Singen so viel Seelentiefe empfindet, bringt er auch im Hörer eine altvertraute Saite zum schwingen, man kann sich nun mit jeder Faser auf seine eigenen menschlichen Empfindungen einlassen.

Das Verhältnis von Vernunft und Kunst

Nickname 23.06.2007, 23.18 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Über das Singen

Warum haben die meisten Menschen so sehr Angst, anderen etwas vorzusingen?
Ich kenne das nicht. Jemand sagte mir: ja weil du das kannst!
Stimmt nicht, ich hatte schon als Kind keine Angst davor und da wusste ich ja noch nicht, dass ich beim Singen weniger Fehler mache.
Ich weiß nur noch, wie man mir damals in Chile in der Schule verbot, mitzusingen. Man sagte mir, meine Stimme würde Schaden nehmen. NEIN, nicht, weil ich so laut sang!! *gg* Einer sagte mir, ich hätte eine Stimme, wie eine Barsängerin. Tief und rauh bis heiser. Als ich später nicht mehr dieses kehlige Spanisch sprach, hörte das Problem von selbst auf.
Na jedenfalls, in "Chor" durfte ich nicht mitmachen. Das hielt ich kaum aus und befolgte es immer wieder nicht. Meist, weil die Kinder runderum so langsam waren ein neues Lied zu erlernen, da wollte ich sie anleiten, damit sie wissen, wie es geht. "Psst!" hieß es dann gleich wieder, sing nicht. :-((
Wenn es eine zweite Stimme gab, selten aber doch, war ich aber nicht mehr zu halten.

Trotzdem sagte mir nie jemand, dass ich musikalisch eine Begabung hätte. Meine Eltern nicht und auch kein Lehrer. Jahre später erst entdeckte ich in einem Zeugnis aus der Kindheit: "Tirilli ist sehr musikalisch." Der Eintrag war mir wohl gar nicht besonders aufgefallen. Wie das halt so war, es zählte so wenig wie eine Eins in Turnen, auch für mich. Erst mit 15, als ich mit Gitarre so richtig anfing kam ich drauf.

Zurück zur Angst vor dem Vorsingen. Hat man da das Gefühl, zu viel von seinem Innersten zu zeigen? Seltsamer Reflex, wo es doch gar nicht so ist.

Wenn ich Aufnahmsprüfung halte, hat mir jeder vorzusingen. Sie tun mir leid, aber es geht nicht anders. Vorher habe ich selbst meist locker manche Töne vorgesungen, die sie dann nachsingen sollten. Aber mir scheint, diese Angst sitzt zu tief, es nützt wohl nur wenig.

Wie geht es euch damit und warum?

Nickname 21.06.2007, 22.42 | (11/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

A Star is Born

Mögt ihr Opern? Ja? Nein? Bedingt?

Egal! Wenn ihr die Aschenputtelgeschichte mögt, werdet ihr vielleicht feuchte Augen der Rührung bekommen. Mir erging es jedenfalls so.

Ich stelle jetzt nicht selbst das Video von YouTube hier rein, damit ihr zusätzlich die Worte von Andreas Ackermann lesen könnt:

Gänsehaut !

Nickname 18.06.2007, 14.09 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Literaturerziehung und die Oper Wozzeck

Ich schimpfe manchmal lustvoll über Deutschlehrer, die ihre Schülern zu früh verpflichten, Literatur zu lesen, die eigentlich für ältere Leser geschrieben wurde. Ist doch schade, argumentiere ich dann, der Dichter XXX hat sich´s bei einigen der spätpubertären Teenies sicher für immer verdorben. 

Dabei bleibe ich, bin mir aber nicht mehr in jedem Fall so sicher. Eine literarische Grundkenntnis ist vielleicht doch nicht so schlecht. Vorausgesetzt, die Literatur wurde nicht durch schwarze Pädagogik zum Feindbild gemacht.

Ich hatte einen Deutschlehrer, den wir alle sehr verehrten. Niemand von uns kam bei ihm auch nur im Entferntesten auf oppositionelle Gedanken. Ganz im Gegenteil, er war der Oppositionelle, was Tendenzen der Gesellschaft betraf.

Und er liebte unsere Klasse. Wenn ein kranker Lehrer zu vertreten war, tat er es, obwohl er es als Direktor der Schule hätte delegieren können. Wir hatten ihn auch in Psychologie und zwar immerzu und wenn es nur ging. :-))

Das Referat, dass er mir 17-Jährigen zuteilte, hatte das Thema Georg Büchner. Viel zu schwer für das Alter! Aber ich war von dem Lehrer begeistert, also musste auch das Thema etwas Begeisterndes haben, sonst hätte er es nicht ausgewählt. So meinte ich und machte mich ernsthaft daran, diesen Dichter für mich zu erobern. Das Gesamtwerk ist ja nicht sehr umfangreich. Aber puh....! Ich hatte mir mein Scheitern damals jedenfalls nicht eingestanden. Und immerhin, ein vermutlich doch recht ansehnliches Referat wird wohl da gewesen sein. Weil ich ja begeistert sein wollte.

Mir ist klar, damals verstand ich nur die Oberfläche. Und doch, ich habe das Gefühl, trotzdem davon profitiert zu haben. Ich erfuhr, wie die Welt sein kann, wie dunkel, wie anders, wie verrückt. Wie Menschen von Mächtigeren kaputt gemacht werden können, falls sie das zulassen und dass es andere Lebenswelten gibt und wie die sich vor etwa 150 Jahren angefühlt haben. Außerdem, das klingt zwar oberflächlich, ist aber eine angenehme weitere Komponente.... ich konnte beim Thema Büchner mitreden. Ha, mitreden fühlt sich supergut an! ;-)

Heute war ich in der Oper. Gegeben wurde die erste atonale Oper der Musikgeschichte und die dunkelste noch dazu. Wozzeck von Alban Berg, nach dem Fragment Woyzeck von Georg Büchner. Mir war das Werk sehr vertraut, aber ich verstand heute, wie wenig ich damals verstanden hatte. Auch das fühlte sich gut an. :-)

Die Inszenierung ist von Olivier Tambosi. Er sorgte für ein sehr gelungenes Opernereignis. Besonders die überzeichnete Rollenführung des Hauptmanns und des Doktors begeisterten mich. Irgendwie erinnerten sie trotz ihrer ernsten Bösartigkeit an Figuren der Comedia del Arte. Hier sieht man sie, in der Mitte Wozzeck. Meisterhaft gesungen und gespielt haben sie alle drei. Das guckkastenartige schräge Bühnenbild symbolisiert die verquere enge Sicht der Protagonisten, ihre Seelenqual wurde durch das Herumkriechen im knöcheltiefen Sand stimmig symbolisiert. 

Ein spannender Opernabend, auch wenn die Musik vermutlich viele abgeschreckt haben dürfte.

Wozzeck in Klagenfurt

Nickname 27.04.2007, 02.44 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Beethovenklänge aus Bonn

Heute besuchte ich das Konzert des Beethovenorchesters Bonn.
Unter der Leitung von Roman Kofman wurde die Ouvertüre "Leonore" und die Symphonien Nr. 7 und 8 von Ludwig van Beethoven gespielt.

Sie spielten in meinen Augen sehr deutsch! ;-)

Präzise, klangvoll, gekonnter "Beethovenstil", wuchtiges, manchmal schneidendes Portato, gute Tempi. Eben Beethoven wie er "gehört". Ein aufregendes Klangbad, wie es keine CD wiedergeben kann. Was mir fehlte, war der romantische Anteil in Beethovens Musik, ein wenig Schmelz in den Themen, freiere Schlüsse.

Aber macht nichts, ich bin für die Vielfalt, erst recht bei Interpretationen. Ein österreichischer Beethoven hat vielleicht mehr Romantik, aber dafür vielleicht manchmal nicht so kraftvoll feste Dynamik. Jedes hat seine Berechtigung.

Nur am Programm habe ich zu mäkeln. 2 Symphonien des gleichen Komponisten hinterienander ermüden. Auch die Musiker. Das hörte man! Die Siebente war viel schöner gespielt als die Achte!

Nickname 20.04.2007, 00.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Dynamische Musik.....

... kann man in Wahrheit nicht auf eine CD pressen. Zu viel geht verloren.

feuervogel.jpgHeute habe ich die konzertante Version des Balletts "Der Feuervogel" von Igor Strawinsky live gehört. Endlich mal, wie spannend, welche Klänge! Ich kann nur jedem raten, die Musik großer Orchester, speziell aber die Musik Strawinskys, Ravels, Bartoks und anderer Komponisten des 20. Jahrhunderts auch mal im Konzertsaal zu hören. Ein so richtig schön vorbereitetes Fortissimo im großen Orchester ist durch nichts zu ersetzen. *g*

Das größte Erlebnis in diesem Zusammenhang war vor Jahren Ravels Bolero und Strawinskys Sacre di Printemps. Am Ende bebte der ganze Konzertsaal und ich mit.

Meine Lieblingskomponisten sind übrigens:

Monteverdi, Joh. Seb. Bach, Mozart, Schubert, Mahler, Strawinsky und Britten.

Nickname 16.03.2007, 00.00 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

musizierend

im_rath_stveit.jpg

...mit dem Arciliuto (Erzlaute)

Ich mache gerade eine Power Point Präsentation für eine Jubilarin, da kam mir dieses Foto unter. Das ist schon mehr als zehn Jahre her, wie die Zeit vergeht...

Nickname 10.02.2007, 01.36 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein Countertenor

Heute im "Treffpunkt Kultur" erstmals gehört: Den Sänger Matthias Rexroth (Countertenor bzw. Altus)

Sehr beeindruckend singt er, voller Ausdruckskraft und mit großartiger Stimme. Ein Ausnahmesänger! Falls er in eure Stadt kommt und ihr neugierig auf alte Musik seid: unbedingt hingehen!

Konzerttermine

Nickname 30.01.2007, 00.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Opernbesuch

Heute sah ich "Der Liebestrank" von Gaetano Donizetti.

Diese leicht dahinperlende Oper mit ihrem harmlosen Inhalt kann man heutzutage wohl kaum noch brav und bieder inszenieren. Die Klagenfurter Version ist ziemlich verulkt. Szenische und musikalische Gags gab es zur Genüge. Das ganze spielte auf einem Golfplatz, zeitgemäß inszeniert und frei interpretiert wurde mit der Handlung recht respektlos umgegangen. Ich fand das gut so. Es gab zum Beispiel drei robbende Soldaten mit Blauhelmen und einer kleinen Rakete im Schlepptau, im Hintergrund liefen Filmchen oder bewegten sich Fische die schon sehr an die bekannten Bildschirmschoner erinnerten.

Ich habe mich köstlich amüsiert! Hervorheben will ich die Sopranistin Bernarda Bobro. sie sang in allen Tonhöhen mit so viel Leichtigkeit und Schmelz, dass es eine einzige Wonne war. Frau Bobro ist seit der Saison 2000/01 Mitglied der Volksoper Wien, man wird vermutlich noch viel von ihr hören.

Nickname 27.01.2007, 01.20 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein Ausnahmemusiker

Eine besonders schöne Weihnachtsfreude ist mir da zugeflattert:

Das Weihnachtslied "Als einst zu Bethlehem" auf italienisch, von meinem Lieblingssänger Marco Beasley gesungen und von seinem überragenden Ensemble Accordone begleitet:

"Quanno nascette Ninno"

Letztes Jahr hatte ich ewig seine Webseite gesucht, jetzt gibt es sie endlich, dort könnt ihr noch einiges hören.

Vielen Dank S(tef)funny!!

Nickname 23.12.2006, 14.52 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

2026
<<< Oktober >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
   01020304
05060708091011
12131415161718
19202122232425
262728293031 
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3
Blogstatistik
Einträge ges.: 4593
ø pro Tag: 0,6
Kommentare: 20967
ø pro Eintrag: 4,6
Online seit dem: 25.01.2005
in Tagen: 7949