Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Musik

Russische Tiefe

Ich komme gerade vom Konzert.

Ukrainische Nationalphilharmonie unter Nikolay Dyadyura.
Solist: Mykhailo Danchenko, Klavier.

Programm:
Aram Katchaturian Adagio
Sergej Rachmaninow 2. Klavierkonzert c-Moll
Peter Iljitsch Tschaikovsky 6. Symphonie "Pathetique"

Es war so genial!!! Eine Sternstunde! Noch nie habe ich die Pathetique so fantastisch gehört!!

Aaah!

Nickname 25.10.2005, 22.42 | (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Gestern war ich in der Oper.

Man spielte Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti. Für mich eine Oper mit blödem Inhalt, denn die Figuren sind alle nicht sehr stimmig. 
Dass es ein recht guter Abend war ist vor allem Sonora Vaice in der Rolle der Lucia zu verdanken. Diese anspruchsvolle Partie meisterte sie großartig, voll Ausdruck und mit viel persönlicher Note. Über alle anderen Klänge des Abends lege ich höflich den Teppich des Schweigens. Nur so viel: Von reiner Stimmung bei Sängern und Orchester konnte man leider nicht immer sprechen...
Die Regie Dietmar Pflegerls war wieder einmal wie schon so oft: Wer verzweifelt ist, rollt am Boden herum, möglichst lang und endlos. Der Geliebte steht hilflos irgendwo mindestens 4 Meter weit entfernt und sieht in andere Richtung. Auf mich wirkt solche Regie wie die Hilflosigkeit eines Menschen der nie geliebt und gelitten hat. Oder einer tieferen menschlichen Regung selbst nicht fähig ist.
Das Bühnenbild gefiel mir im ersten Moment, dann aber nicht mehr. Zu vordergründiger Naturalismus, auch nicht konsequent durchgehalten und eher kitschig. Wobei man zunächst keine Mühe scheute (lebendes Pferd auf der Bühne zum Beispiel) um dann aber für den letzten Aufzug plötzlich keine neue Kulisse mehr zustandezubringen.

Ich weiß, diese Kritik ist natürlich für meine Stammleser nicht sehr interessant. Ich schreibe sie aber trotzdem, einfach aus Spaß an der Sache. Und auch, um mir alle meine Gedanken durch das Schreiben bewusster zu machen.... also wohl nur für mich.

Nickname 15.10.2005, 02.36 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Alte Musik

Gestern war ich im Maria Saaler Dom um das Hilliard Ensemble zu hören. Wir hatten nur Stehplatzkarten, fanden dann aber ganz hinten abgestellte Podeste auf die wir daneben gestapelte Stühle stellten. Seltsamerweise machte uns das keiner nach, die Leute sind ja alle so brav! :o) Das Konzert war wieder ein Erlebnis, ihre alte "Rücksichtlosigkeit" ist wieder vorhanden gewesen, man hatte nie Zeit, mal den Allerwertesten ein wenig zu wetzen *gg* Ich meine damit die Zeit zwischen zwei Werken. Schwupps sofort die nächsten göttlichemn Klänge in das leicht beginnende Rascheln des Publikums hinein. Natürlich ist das professionelle Taktik. So halten sie den Spannungsbogen, denn ihre Programme sind nie leichte Kost. Diesmal: "Fortuna Desperata"

Heute findet das letzte Konzert der Trigonale statt und ich bin dabei: "Die sieben letzten Worte" von Joseph Haydn. Es musiziert "Le Concert des Nations" unter der Leitung von Jordi Savall.
 

Nickname 03.07.2005, 13.00 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Hesperion XX

          ......heißt das Ensemble von Jordi Savall





Und nun ganz links der Meister selbst mit zweien seiner auch meisterlichen Mitspieler.



Diese Bilder habe ich für mich ins Blog gestellt. Um mich an dieses tolle Konzert zu erinnern.

Nickname 24.06.2005, 00.52 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Konzerte

Der Grund warum ich die letzten Tage so gut wie gar nicht in mein und andere Blogs gespechtelt hatte war in der hehren Kunst zu suchen ;-)
Ich hatte und habe zur Zeit jeden Abend ein Konzert, unlängst mit Schülern meist aber nur als Gast. Es läuft ja zur Zeit das Festival für Alte Musik, die Trigonale. Die Anfahrt zu den Spielorten dauerte teilweise eine Dreiviertelstunde und so kam ich spät und zu müde zum Bloggen heim.

Der musikalische Höhepunkt des Jahres war für mich das Konzert von Accordone. Der Sänger Marco Beasley  ist für mich (und für viele andere die sich für Alte Musik interessieren) das, was für andere Michael Jackson ist, ein Superstar! Er ist Bariton, Tenor und Countertenor in einem. Registerwechsel ist keiner zu hören, mühelos singt er in allen Lagen wie Gott himself. Dabei ist er immer theatralisch, nie privat, auch dann nicht, wenn er mal ein paar Takte Pause hat. Er spielt immer dezent die Rolle dessen der durch das Lied spricht. Ein wunderbares Affettuoso zeichnet ihn aus und es wirkt nie aufgesetzt. Seht mal dieses Foto, da singt er vermutlich auch gerade "nur" Renaissancemusik!
Aber auch seine französischen Chancons oder sein "O sole mio" lassen mich wegschmelzen *g*
Beim Konzert gab es dann stehende Ovationen, sogar die "feinen Leut" trampelten vor Begeisterung mit den Füßen mit, und das obwohl man sich in einer Kirche befand.

Wenn Accordone mal in eurer Gegend ist, lasst euch diese Ausnahmekünstler nicht entgehen!!

Gestern hörte ich dann ein französiches Barockorchester, heute kommt Jordi Savall, der Meister der Gambe und ich bin natürlich dort. Vielleicht kennt ihr ihn durch die Filmmusik für den Film "Die siebente Saite" mit Gerard und Guillaume Depardieu.

Nickname 19.06.2005, 15.34 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Saitenklang

Ich habe immer so viel vor im Blog und schaffe es dann nicht. Da wären die Bilder von Wien, dann die Wanderung, Himmelsgalerie.... dann über mich ein wenig mehr in der gleichnamigen Rubrik...
Aber auch eine Extraseite über meinen Beruf habe ich schon seit Beginn vor. Wer weiß, wie lange das noch dauert.
Daher zeige ich jetzt mal ein Foto von einem Renaissance-Spektakel
Was ich da spiele, nennt man Archiliuto (Arciliuto) oder Erzlaute. Insgesamt habe ich drei verschiedene Lauten, spiele aber so gut wie nur noch diese da.



Das Foto ist leider schon etwa 10 Jahre alt...oh mein Gott, schon! :-((( ... aber es hat Spannung, deswegen mag ich es. Huch, das klingt ja so angeberisch... Also ich meine, es ist mir lieber als ein Bild von mir allein! Wegen dem Drumherum halt :-/ ...ähm!

Leider hat sich unsere Gruppe seit Beginn der kulturfeindlichen Politik langsam immer mehr zurück gezogen.
Wenn ich noch Engagements hätte, könnte ich sicher nicht bloggen, dann müsste ich die jeweilige Musik harmonisieren, das heißt eine Lautenpartie zum Stück setzen, die gibt´s nicht im Handel. Lauten-Continuo nennt man das. Ja und dann täglich üben und nicht nur manchmal spielen, wie zur Zeit.

Nickname 12.06.2005, 23.33 | (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

La Volta


Gerade eben war ich in einem beeindruckenden Konzert. Der Lautenist Jürgen Hübscher gründete das Jugendensemble "La Volta" in der Musikschule Reinach/Basel-Land (CH). Wer es hört, kann sich nur wundern, zu welch großartiger Leistung Jugendliche angespornt werden können. Das Konzert war humorvoll, spannend musiziert und ideenreich umgesetzt.
Eine Hörprobe gibt es hier, aber Live klingt das viel besser. Das Stück der Hörprobe ist vielleicht ein wenig zu schnell gespielt, ein klein bisschen Angeberei ist da zu spüren, die man aber locker tolerieren kann. Verdienter frenetischer Applaus und vor Begeisterung kreischende Jugendliche, sogar bei Renaissancemusik, waren auch Musik in meinen Ohren.
In der Webseite findet man übrigens die nächsten Konzerttermine, zum Beispiel in Hamburg, Offenburg oder Stuttgart. Hörenswert!!

Nickname 01.04.2005, 23.44 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Am Mittwoch, jenes Konzert....


Eine ganz persönliche Konzertkritik

 

Es handelt sich um ein Konzert am 9. März in Salzburg

 

Interpreten

 

Bobby Mc Ferrin (Dirigent/Sänger)

Rudolf Buchbinder (Pianist)

Mozarteum Orchester Salzburg

 

Programm

 

W. A. Mozart - Symphonie Nr. 7

W. A. Mozart - Klavierkonzert KV 482

Bobby McFerrin -  Improvisationen

L. v. Beethoven - 8. Symphonie

 

 

Es fand in der Salzburger Arena statt

Womit ich schon im ersten Satz beim Hauptkritikpunkt angelangt bin. Die Musik Mozarts in einer riesigen Messe- und Eventhalle ohne Verstärkung erklingen zu lassen, ist, wie Rosen pflanzen, aber nicht in ein schönes Fleckchen Erde, nein, eher mitten ins Spielfeld eines Fußballstadions...



Solches Unterfangen schadet natürlich nicht nur der (Garten)Kunst, sondern auch den Akteuren und es ruiniert den Ruf der Spielstätte. Die Veranstalter hatten eine hellbraune „Schachtel“ in die Mitte gestellt, durch die dann auch noch die Akustik derart eingeschränkt wurde, dass man vermeinte, neben, statt in einem Konzertsaal zu sitzen. Das ist frech finde ich, es müsste ja schon das erste Konzert bei der Eröffnung gezeigt haben, wie misslungen dieser „Konzertsaal“ ist. Man hätte vermutlich nur die Seitenwände der Bühne in einen offeneren Winkel verschieben müssen um ein wenig den zu trockenen und stumpfen Klang zu verbessern. So wie es war, hatten die Huster den effektivsten Platz… sie erreichten fast mühelos die Aufmerksamkeit vieler, mit ihrem lebhaften Gegenspektakel.



Bobby McFerrin ist ein begnadeter Musiker. Daher will ich ein paar Kritikpunkte nicht besonders dramatisieren. In den langsamen Sätzen war er mir als Dirigent zu sehr Taktschläger. Ein musikalischer Spannungsbogen war unter diesen schwierigen Bedingungen nur schwer durchzuhalten. Auch hätte er die Bläser manchmal in ihrer Lautstärke ein wenig zurückhalten sollen.  Ansonsten empfand ich Mozarts Symphonie und das von Rudolf Buchbinder wienerisch gespielte Klavierkonzert als sehr schön musiziert.


Beethovens Symphonie Nr. 8 passte schon besser in die Halle, oder hatte man sich an die klanglichen Unbillen nur einfach schon gewöhnt? Das Mozarteum Orchester musizierte leidenschaftlich und sehr klangvoll. Auch die Tempi fand ich sehr gelungen.

 

Der Höhepunkt des Konzerts war natürlich McFerrins witzige und gefühlvolle Stimmband-Akrobatik.

Hiier erwies sich das Mikrofon als rettende Brücke zu dem so weit entfernten Publikum in den Rängen. McFerrins Kunst zu beschreiben würde den Rahmen hier sprengen, nur so viel: Es war beeindruckend, spannend und immer wieder überraschend, wie viel Interessantes man mit Stimme und Bodypercussion machen kann, wenn man so genial wie Bobby McFerrin ist.



Es ist keine Überraschung, wenn McFerrin immer wieder Nähe zum Werk Joh. Seb. Bachs Werken spüren lässt. Auch er befasst sich mit raffinierter Scheinmehrstimmigkeit.

Was das heißt versuche ich hier mit einer Grafik deutlich zu machen:



 

Eine in Wahrheit einstimmige Melodie wird so geführt, dass sie durch  mehrere Tonebenen springt. Wenn man nun gedanklich eine Verbindung zwischen Tönen einer Ebene wahrnimmt, erkennt man verborgene weitere Stimmen.

 

Alles in allem hat sich die Fahrt nach Salzburg im Endeffekt doch gelohnt.

 

Nickname 11.03.2005, 16.06 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Bobby McFerrin




Heute bin ich dabei  Ich fahr nach Salzburg! *freu* !!

Und ich hoffe, er dirigiert nicht hauptsächlich sondern singt möglichst viel.

Auf seiner Webseite findet man:

 --> "Don't Worry, Be Happy!"  <-- 

Zum mitmachen! Ihr könnt alle 7 Stimmen spielen oder nur die ihr wollt, ihr könnt zum Beispiel alle außer der Melodie spielen und selbst singen. Ihr braucht nur die farbigen Kästchen in das weiße Feld zu ziehen oder wieder zurück.

Viel Spaß damit!

(lange Ladezeit, die sich aber lohnt!)

Nickname 09.03.2005, 07.00 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Pflichtübung

Gestern hatte ich absolut keine Zeit hier etwas reinzuschreiben. Denn ich hatte in der Musikschule einen Soloauftritt mit dem Cello. So hatte ich es vorgezogen, lieber nochmal fest zu üben. Aber ach, Frau Schnuzl kann das gar nicht leiden! Aber sie trollt sich üblicherweise nicht etwa, denkste! Nein, sie muss mich anstupfen, schmieren und maunzen, in der Hoffnung, dass ich schnellstens aufhöre. Oft tu ich das auch, aber nur um ihr Futter hinzustellen damit sie Ruhe gibt. Gnä´ Frau verbucht das dann als Erfolg ihrer Störaktionen. *gg* Wie soll man sich mit so einem Viech konzentrieren? *grummel* Schließlich gibt sie aber doch nach und verschwindet in den entferntesten Winkel. Oder ich werfe sie zornig aus dem Haus. Warum nur hat Gott mich mit so einem unmusikalischen Kätzchen gestraft??


Es ist sehr unangenehm, vor Kollegen spielen zu müssen. Aber auch Eltern und Schüler stressen, Fehlerlosigkeit ist absolutes Muss...hat man zumindest im Hinterkopf. Das ist ganz anders als bei einem normalen Publikum, denn das will normalerweise unbefangen genießen, Kollegen aber wollen einordnen.
Während des Spielens ist sehr entscheidend, was der Haufen Menschen da vor einem ausstrahlt. Positive, angeregte Stimmung... oder lähmende Ruhe... die ist ganz etwas anderes als diese gewisse Stille, die manchmal vor Wachheit nur so "knistert". Lähmende Ruhe macht panisch. Man will den Ausdruck steigern um sie zu packen und gerät in die Zwickmühle, nicht mehr echt zu musizieren. Ich meine jetzt die musikalische Sprache. Wenn die nicht ganz natürlich wirkt, sondern eher "aufgesetzt" erscheint, hat man schon verloren.
Gestern hatte ich ein Stück zu spielen das ich nicht leiden kann. Eines von Reinhold Gliere (1875 - 1956) Daher war ich hauptsächlich darauf konzentriert, diesen Konflikt nicht hörbar zu machen.
Die Kollegen lobten, aber ob das echt war oder nur Freundlichkeit kann ich nicht beurteilen. Ich selbst war nicht ganz zufrieden.


Nickname 25.02.2005, 01.40 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Shoutbox

Captcha Abfrage



das Frohlein
Lieb Tii, großes Kompliment für die schönen Sterne wiedermal . Die werden von Jahr zu Jahr perfekter!
Auf Karton ausdrucken, Löchlein rein und an den Christbaum hängen! Sooo schöööön! :-)
4.12.2019-0:22
Regina
Na, da wird sich Herr VonFerdl aber freuen :D
19.11.2019-22:57
Das Frohlein
:cool:
Und zwar neben die Socken :cool:
18.11.2019-1:13
Das Frohlein
:D
Ich glaube, Tirilli hat mein Käslein nicht vergessen, sondern als Notration dem von Ferdl ins Reisegepäck gesteckt :D
17.11.2019-17:52
Regina
@ Herr VonFerdl
Alles Gute :-) und mögen Sie immer satt werden! ;-)
16.11.2019-19:35