Blogeinträge (themensortiert)

Thema: nachdenklich

Innerer Zensor

Jeder, der meine Art zu bloggen von früher kannte wird es merken, im Moment geht wenig.

Immer denke ich:

Ach, wen interessiert das schon...
Das da wäre aber zu oberflächlich....
Schon woanders zerredet....
Eh genug Fotoschwemme in den Blogs....
Zu albern......

Aber andererseits denke ich mit Wehmut an die alten Zeiten zurück, als ich einfach tat, ohne lang zu überlegen. Nein, Moment, überlegt hatte ich mir die Dinge schon immer, aber eben nicht in Richtung Selbstzensur.

Dies alles ist auch ein Symptom meiner derzeitigen Problematik. Die Summe welcher Vergangenheit bin ich eigentlich? Ich dachte mal, ich wisse das. Weit gefehlt. Solange ich mich diesbezüglich wie eine Puppe fühle die irgendwie hilflos in der Luft rumbaumelt, ohne Halt, kann ich auch nicht frei von der Leber weg bloggen.  

Dieser Beitrag ist nicht gemacht, um jetzt etwa in Kommentaren Nettigkeiten einzuheimsen. Deswegen diesmal mal ohne Kommentarmöglichkeit...

Nickname 11.03.2010, 01.11 | PL

11/9 neu veröffentlicht

Die Bilder jenes Grauens, das die Welt veränderte, diesmal aus der Luft siehe hier.

Warum ich sie zeige?
Haben wir nicht fast alle das Bedürfnis, so etwas zu sehen?
Warum haben wird das, warum brauchen wir die Auseinandersetzung mit dem Schlimmen, welches uns diesmal Gott sei Dank nicht passiert ist? Oder ist es gar eine innere Notwendigkeit, weil wir die eigene Verletzbarkeit im Alltag verdrängen?

Oder ist diese oft gierige Beschäftigung mit dem Grauen wirklich nur wegen der Adrenalinausschüttung. Die Freisetzung von Adrenalin führt zu einer Mobilisierung von körpereigenen Energieträgern, las ich im Wiki.
Mir kommt aber vor, wenn das alles sein sollte, wird der Mensch auf seinen Stoffwechsel reduziert. Da muss mehr dahinter stecken.
 

Nickname 11.02.2010, 01.40 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein Gedanke

Ich glaube nicht an Zufälle. Aber auch nicht an Bestimmung.
Vielmehr glaube ich an Aufgaben in diesem Leben. Denn ich hatte immer wieder nachträglich das Gefühl, gelenkt worden zu sein, wenn etwas Entscheidendes passiert war. Aber was ich aus diesen Lenkungen machte, bestimmte ich stets selbst.

Und das ist das bisschen Freiheit, kommt mir vor. Nicht viel Freiheit zwar, aber doch, immerhin.

Nickname 04.02.2010, 23.40 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

letztendliches

Nachrichten von Todesfällen und von schweren Erkrankungen häufen sich zur Zeit in einigen Blogs. Man nimmt teil, liest und hofft mit, denkt sich ein, fühlt und trauert mit, wie man es vor der virtuellen Zeit eigentlich so nie getan hatte.

Und irgendwann kommt man sich selbst vor wie in einem Warteraum, noch ist man nicht dran, denkt man dunkel, noch nicht, aber wie lange noch bis das Leid auch einen selbst betrifft?
Und man ermaht sich, im Jetzt intensiver zu leben.

Eine noch junge Frau erkrankt, kämpft um ihr Leben und alle rundherum kämpfen mit. Man liest mit, erlebt dabei das Engagement der Mutter, sie schreibt zwar nie von sich, doch auch ihr verzweifeltes Leid liegt offen da. Und dann, nach zu langer Zeit, wird alles doch langsam besser. Hoffnung keimt auf, Zuversicht greift um sich, vorsichtiger Optimismus wird berechtigter. Ein langer Kampf, mit großem Leid für alle, doch nun darf man mal durchatmen, es gibt ja doch Erfolge. Doch dann, ganz plötzlich, schlägt der Tod doch noch unerbittlich zu.

Es betrifft meine eigene Welt zwar nicht unmittelbar, aber dies alles macht mich betroffen und geht mir nicht aus dem Kopf.

Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
dass sie dich auf den Händen tragen
und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

Psalm 91, Verse 11 und 12

Solche Worte sind nicht nur unbegreifbar wenn das Leid da ist, sie überfordern jeden, der seine Augen für das Schreckliche in dieser Welt offen hält.

Da ist aber noch eine andere Welt. Sie ist so unsichtbar, dass wir leicht auf sie vergessen. Es ist die der abertausenden Gedanken, der Gewissensmonologe und Gefühle, überall und ununterbrochen legen sie sich lautlos und wie eine Glocke über alles was da ist.

Wenn es einen Schöpfer geben sollte, dann ist dieser unsichtbare Teil das größte Wunder der Schöpfung, ja des ganzen Universums. Und es müsste eigentlich mehr Sinn darin sein, als nur Arterhaltung und Fortpflanzung, so ganz automatisch und nur um sich selber willen.

Die innerste Welt, eben die der Seele, setzt vielleicht an einer gewissen Schwelle andere Prioritäten als wir sie in unserer oberflächlichen Wahrnehmung auch nur erahnen können.

Um jetzt auf den Psalm zurückzukommen, vielleicht findet dieses Behüten und auf Händen tragen, in jener unsichtbaren Welt statt. Anders, ganz anders als unsere Sprache es auszudrücken vermag. Und besonders in jenem Moment, in dem wir gehen wollen. Vielleicht ist es ein Drüberheben über jenen Stein, an den anzustoßen wir gar nicht mehr ertragen. Mit einer Sanftheit wie wir sie im Leben nie erfahren hatten.

Nickname 03.02.2010, 01.42 | (6/5) Kommentare (RSS) | TB | PL

Über das Bild von gestern

Wenn ich ein Bild nicht nur so schnell schnell male, sondern genauer, bleibt nichts dem Zufall überlassen. Jedes Detail muss irgend eine Bedeutung haben, sonst bin ich nicht zufrieden.

Heute habe ich es endlich geschafft, einen Text beizufügen der halbwegs erklären soll, worum es eigentlich geht.

Und doch will ich noch einiges anfügen.

Da ist zunächst der Rahmen. Es symbolisiert ein Eingezwängt-Sein in Vorgaben unserer Gesellschaft. Eine Art Käfig, durch die Umwelt bestimmt, in die wir geboren wurden.

Der dunkle Hintergrund mit den blauen Linien stellt dunkles Wasser dar. Wasser als Symbol des Lebens und der Triebe. In diesem Fall ist der Todestrieb gemeint. Weil er bei Ausweglosigkeit ja doch oftmals laut zu werden pflegt.

Die Figur ist grün gekleidet, grün für die Hoffnung. Das Gewand ist außerdem heiter und lebendig. Er hatte stets den Humor bewahrt und auch andere damit erheitert, fast clownesk gab er sich. So überdeckte er für sich selbst seine innere Schwermut.

Die Streifen über dem Kopf stehen für schmerzhafte Gedanken.

Die Strahlen an linken oberen Ecke für helfende Spiritualität.

Der Bauch ist dick, er aß sich seine Schutzschicht an. Doch an den dünnen Gliedmaßen sieht man, er konnte sich auf diese Weise nicht wirklich stärker machen.

Das weiße Blatt symbolisiert die böse Nachricht, die sich während seiner Kindheit in seine Seele gelegt hatte wie ein Moloch. Sie wiegt schwer und lässt ihn fast nach vorne überkippen, in das schwarze Wasser.... Aber eben nur fast.

Nickname 29.01.2010, 00.57 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Von der Seele geschrieben...

Was bloggt man, wenn das Leben für einen gerade nur aus Alltag und Beruf besteht?

....nach diesem Satz saß ich nun länger da und dachte nach, denn so stimmt das auch wieder nicht.
Es ist viel mehr so, dass ich die Außenwelt im Moment etwas mehr ausblende um der Innenwelt mehr Raum zu geben. Und darüber kann man nur schwer bloggen, man sollte sowas ja nicht zu sehr in den öffentlichen Raum stellen.

Ich dachte immer, dass ich mich gut kennen würde. Langsam erkenne ich, wie sehr ich mich da geirrt hatte.
Es ist jetzt die Zeit der Aufarbeitung meiner desaströsen Kindheit.

Da geht es um halbbewusste Gedankenabläufe die sich früh festgesetzt hatten und ein unbeschwerteres Leben verhinderten.
Wie es funktionieren soll, durch solches Wissen der lebenslänglichen latenten depressiven Grundstimmung zu entkommen, weiß ich noch nicht, aber ich versuche, auf dem Weg zu sein. Wie bei allen Dingen die ich angehe, tu ich es mit ganzem Herzblut. Da kann man doch nicht einfach irgendwas Vergnügliches bloggen....

Heute Vormittag hörte ich ein kleines Kind, wie es in höchsten Tönen einfach seinen Gefühlen freien Lauf ließ. Seit Neuestem habe ich nämlich eine Krabbelstube direkt neben meinem Haus und vormittags gehen sie immer für eine Stunde raus, direkt vor meinem Wohnzimmer. Normalerweise erfreue ich mich an diesen Klängen der etwa zehn Zweijährigen. Sie klingen manchmal alle miteinander fast wie Tierchen, eines heult, ein anderes juchzt, das dritte kreischt einfach vergnüglich und steckt prompt alle anderen an, es gleich zu tun. Und normalerweise muss ich dann lächeln.

Aber heute war das anders. Plötzlich spürte ich schmerzhaft, wie es mir in dem Alter und auch später ergangen war. Ich machte zwar als kleines Kind bei sowas dann auch mit. Aber zugleich dachte ich stets, ich dürfe das nicht, denn ich sei zu unwert mich ebenso frei gehen zu lassen, ich dachte, als Mindere hätte ich nicht das Recht dazu. Und weil ich trotzdem mitgemacht hatte, plagte mich dann schlechtes Gewissen.

Da könnt ihr jetzt vermutlich nicht mit, nicht wahr? Oder doch?
Das war die Folge jener schwarzen Pädagogik von der ich unlängst schrieb....

Man trägt stets seine Kindheit in sich, keiner kann sich davon lösen. Man ist im Grunde immer noch das Kind bis zu seinem Lebensende....

Es kommt nur darauf an, wie man damit umgeht.

Aber wie geht man damit um, wie bannt man die alten Geister?

Eigentlich wollte ich heute etwas über meine Arbeit schreiben. Und dann ist wie von selbst dieser Beitrag entstanden. Natürlich wieder viel zu lang.... Und ich habe wieder viel zu Privates preisgegeben....

Ich bin wirklich unverbesserlich!

Nickname 20.01.2010, 02.02 | (7/6) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Leben geht weiter....

Gestern wollte ich bloggen, hatte aber unmittelbar vorher die dramatischen Bilder aus Haiti gesehen und dann kam mir alles was ich hätte schreiben wollen, zu nichtig vor.

Kann, oder besser gesagt, darf man überhaupt angesichts der gerade stattfindenden Katastrophe in Port-au-Prince und Umgebung vergnüglich über seine kleine Welt berichten?

Doch, man kann. Und dürfen tut man erst recht. Es ist lebensklüger, es zu tun. Schließlich, was nützt es jenen verzweifelten Menschen, wenn man sich piätetvoll zurück nimmt? Spenden, nur das können wir tun. Und ansonsten dürfen wir uns an der Gnade unserer Geburt in einem erdbebensicheren Land mit relativ großem Wohlstand erfreuen.
Ein wenig Dankbarkeit, ja das wäre im Moment das passendste Gefühl. Wobei Dankbarkeit ja auch ein heilsames Gefühl ist, eines das man schon aus Eigennutz mehr pflegen sollte.

Dankbarkeit

Nickname 15.01.2010, 22.33 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

mystisches....

Als meine Mutter starb, war ich gerade ausnahmsweise nicht bei ihr. Ich saß morgens auf meiner Terrasse, schon auf dem Sprung zu ihr und murmelte verzweifelt innerlich: "Mutti, bitte stirb, Mutti bitte stirb." So schlimm war es schon mit ihr, wie eine beinahe verdorrte Pflanze war sie und so viel leiden musste sie, Leid auch für meinen Vater und mich.

Ich hatte ihren Tod nicht gespürt.
Und das war in Ordnung so, sagt der Verstand.

Einmal besichtigten meine Salzburger Schwester, ihre Kinder und ich eine kleine norditalienische Stadt. Dieser Ort wurde mir plötzlich zunehmend unsympathischer. Es war mir, als wenn ich eine schwarze Aura um ihn spüren würde. Unsere Stimmung wurde immer gereizter und dann trennten wir uns im Streit, teilten uns in zwei Gruppen. Mir der älteren Nichte streifte ich durch die Straßen und konnte mich nicht enthalten, ständig zu erwähnen, wie ungut hier alles sei, die Gebäude, aber auch die Menschen, alles fühlte sich irgendwie seltsam dunkel an.
Am selben Abend kam die Nachricht, dass meine amerikanische Schwester gestorben war, genau in der oben beschriebenen Zeit. Da war mir einiges klar.

Ich hatte ihren Tod gespürt.
Und das war so, das sagte mir ein sicheres Gefühl.

Als mein Vater starb, kam sein Geist zu mir. Im Schlaf zwar, aber er war es. Ich durfte sogar noch zwei Worte mit ihm wechseln. Gleich rief ich im Krankenhaus an, es stimmte mit seinem Tod. Dieses Erlebnis war mit das stärkste in meinem Leben, fast nicht zu fassen, so stark.

Ich hatte seinen Tod direkt wahrnehmen dürfen.
Und das war eine wertvolle Lehre, sagt mir Herz und Verstand.

Ganz überzeugt war ich davon, dass der erste Todestag meines Kätzchens morgen sei.
Heute Vormittag plötzlich musste ich so außergewöhnlich intensiv an sie denken. Ich starrte zu dem Platz, wo sie mich hinter meinem Rücken zum letzten Mal wortlos gerufen hatte. Als ich den Gedanken hatte, sie würde mir gerade auf den Schoß springen, spürte ich mit den Händen und in Gedanken ihrer Aura nach. (Erzählte ich schon, dass ich die Aura von allen Lebewesen, inklusive Pflanzen ertasten kann?) Ich sah mir ihre Fotos an und war sehr bewegt. Dann entdeckte ich, dass gerade genau ihre Todesstunde war.....

Hatte mein Unterbewusstsein mir da ein Schnippchen geschlagen?
Denn das kann doch nicht sein? Ist ja nur ein Tier.... Tiere sind doch einfach nur tot...
Aber sicher ist, dass ich von unserem gemeinsamen Anfang an das Gefühl hatte, dieses kleine Wesen sei ein Geschenk des Himmels.

Manche werden das seltsam finden. jetzt spinnt sie aber sicher, die Tirilli?

Aber wenn ich das heute doch so gespürt hatte!
Was soll ich machen, es war halt so. Und was man erlebt, hat auch Realität.

wirzwei.jpg




Nickname 03.11.2009, 23.39 | (8/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sumatra und Caritas

3000 Menschen werden nach dem verheerenden Erdbeben in Sumatra noch unter den Trümmern vermutet, die Bilder die wir in unsere Wohnzimmer bekommen sind ergreifend.
Gemessen daran, wie gut geht es doch uns....

In Zeiten der Vernetzung ist Spenden ganz leicht. Ein paar Klicks und schon hat man eine Abbuchung veranlasst, ohne sich aus dem Sessel bewegt zu haben. Nötig ist nur eine Organisation, der man vertraut.

In Österreich ist das zum Beispiel die Caritas. Ich bekam immer einen detaillierten Bericht über die Verteilung der Spendengelder, mein Eindruck von dieser Institution ist sehr positiv.
In diesem Zusammenhang ist es vielleicht ganz interessant, hier mal nachzusehen, wie viel welches europäische Land + Russland an Spendengeldern aufgebracht hat. Natürlich ist das Spendenaufkommen in katholischen Ländern höher, ist doch die Caritas eine Organisation dieser Kirche. Aber man muss wissen, es arbeiten auch viele Evangelische mit. Und es wird geholfen, ohne auf die Kirchenzugehörigkeit zu achten. So wurde auch mir, die ich nicht katholisch bin, in einer persönlichen Krise, damals im Alter von 36 Jahren sehr beigestanden.

In Caritas Deutschland kann man hier spenden.

Wenn jemand mir noch andere vertrauenswürdige Organisationen nennt, will ich die hier gerne auch verlinken.

Nickname 02.10.2009, 23.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der neue Header...


.....verrät ein wenig von meinen Empfindungen diesen Sommer...

Nickname 14.08.2009, 23.09 | (6/4) Kommentare (RSS) | TB | PL