Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Geschichtchen

Mein Brot, dein Brot, unser Brot.

Es schmeichelt sich in mich hinein, Körner bleiben zwischen den Zähnen stecken, jetzt ein Bäuerchen machen, hach, wenn ich doch schnurren könnte. Ich knabbere an meinem weichen Biobrot. Herrlich.

Wie so oft war ich nach der Arbeit in jenem Billa, der länger auf hat. Ich konnte mir Zeit lassen, immerhin noch 20 Minuten bis zum Ladenschluß. Am Biobrot-Regal gähnende Leere wie stets. "Seltsam" hatte ich schon oft gedacht, "in diesem Laden ist sämtliches Biobrot stets ausverkauft, das andere bleibt übrig. Ob das an den gehobenen Ansprüchen der reichen Leuten in diesem Stadtbezirk liegt?"

Diesmal aber entdeckte ich in einem der unteren Fächer ganz hinten, wie in einer dunklen Höhle, doch noch einen verborgenen Laib. "Hm, zu groß und nicht meine Sorte. Oder soll ich?"
Der Gedanke erübrigte sich, denn im nächsten Moment war die Wegwerfhexe da, packte das versteckte Ding und mit Schwung flog es in einen tiefen tiefen schwarzen Sack. Der aber war schon halb gefüllt, womit wohl?

Ich räusperte mich und sagte vernehmlich: "Aha, deshalb finde ich hier im Bioregal stets nichts, ich hatte mich schon gewundert!"  Zwei Augenpaare blickten von drüben ausdruckslos in meine Richtung, es waren die der Wurst- und Käsefrau und die Brotwegwerf-Hexe vor mir musterte mich auch nur wenig interessiert. Klar doch, so hohl blickt man kurz vor Dienstschluß, dachte ich jetzt, verstehe ich ja eh....

"Haben Sie in dem Sack noch anderes?" Ich beschrieb kurz was ich wollte und schon tauchte aus der dunklen Unterwelt genau mein Brot auf. Frisch, knackig, duftend.

Ich dachte an sonnenbeschienene Roggenfelder in sanfter Brise, an die engagierten Biobauern mit ihren unangekündigten Kontrolloren, an die Bäcker mit dem guten Willen, ohne Cemie zu arbeiten. Und an die afrikanischen Kinder mit den Hungerbäuchen dachte ich auch.

"Sie müssen das wegschmeißen, nicht wahr? Welch Sünde! Wenn Sie es wenigstens für sich benützen dürften....!" die drei mit dem Pokerface nickten nun leicht, immerhin war ja doch noch Leben in ihnen.

An der Kassa erinnerte ich mich an den Bettler, der letztes Jahr im Winter immer in der Eiseskälte vor den Einkaufswägen dieses Supermarktes gehockt hatte. Wir hatten uns stets zugenickt, eine Lächeln und die obligate Münze waren Standard geworden. Und genau nach mir hatte er sich immer erhoben und war gegangen. Ein ganz Armer aus Osteuropa, ohne Deutschkenntnisse, bescheiden, nett.
Er wird wohl nicht gewusst haben, welche Schätze da nur zehn Meter hinter ihm in dem großen Müllcontainer verborgen wurden.

Dem Geschäftsführer ist alles andere streng verboten, wie ich weiß. Er darf nur: WEGSCHMEISSEN. Tut er etwas anderes, riskiert er die Kündigung. Seine Angestellten auch.

Ich fuhr heim und phantasierte von Aktionen in Blogs gegen diesen Wahnsinn. Aber ach, was würde es helfen. Gegen die Ankurbelung des Konsums, auch auf solche Weise, ist kein Kraut gewachsen.

Nickname 15.03.2012, 10.13 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weihnachtsnachlese

Die letzten Gäste sind vorzeitig abgereist, da ich noch immer krank bin. Der grippale Infekt lässt sich zwar noch nicht vertreiben, er ist aber andererseits nicht stark genug, mich gänzlich vom Computer fernzuhalten. So surfe ich ein wenig rum. Und fand gestern diesen ausgezeichneten Artikel in der Süddeutschen.

Heutzutage würde zu wenig erzählt, stand dort unter anderem! Stimmt, dachte ich und erinnerte mich an die Erzählungen der Seelenfärbler im seelenfärblerischen Adventskalender, wie gerne ich doch dort von deren Weihnachtserinnerungen aus der Kindheit gelesen hatte!

Na gut, dann erzähle ich auch. Aber vom heurigen Fest!

Zu Mittag trudelten Schwesterherz und ihr Lebensgefährte ein, nun waren wir vollständig. Die junge Familie war schon einen Tag davor angekommen und die dreijährige Carina hatte inzwischen längst alle und alles ordentlich aufgemischt.

Weihnachtliches war noch fast nichts zu sehen, dafür hatten wir gesorgt.
"Carina" säuselten wir, "heute kommt das Christkind!" Sie blieb gelassen. Aber wer weiß? Schließlich, wer vermag denn schon ins Herz hinein zu sehen.

Wir hatten heimlich diskutiert. Den Baum etwa schon aufstellen, bevor Carina mit Papa spazieren geht? "Nein, den Baum bringt doch das Christkind!" Ich entgegnete erstaunt: "Nanu, das hatten wir so nie gedacht."
Die Zeit wäre zu knapp gewesen. "Schau mal Carina, dort draußen vor der Tür! Das Christkind hat einen Baum abgeworfen!" rief nun der Papa und dann stellten wir den Baum gemeinsam auf.

Es war dunkel geworden und schon recht kalt da draußen. Für kindliche Spaziergänger gab es keinerlei Veranstaltungen, auch waren alle Gaststätten geschlossen. Papa und Carina waren zum See gefahren und betrachteten nun die weihnachtlichen Lichtinstallationen. "Papa, warum sind wir da alleine? Wo sind denn alle Leute?" "Die warten zu Hause aufs Christkind!" "Alle bei uns??" rief sie erschrocken, "aber das geht nicht!" "Nein, jeder bei sich. Das Christkind kommt zu den anderen auch." Skeptische Blicke. "Und wie soll es fliegen können"?

Als die zwei vorhin das Haus verlassen hatten, kam geschäftiges Leben in die Bude. Eine stürzte um die Schachteln mit dem Baumbehang, die andere holte flugs den Hocker, stellte sich drauf und in einer Eile, als gelte es das Leben, wurde der Baum geschmückt. "Reicht mir was rauf, schnell schnell!" Dann wurden Kerzen montiert und auch an allen möglichen Orten aufgestellt, Geschenke hervorgezerrt, eilends in Gruppen unter dem Baum drapiert und der Tisch gedeckt. Also naja... der Baumschmuck war nicht gerade optimal vereilt. "So machen wir das nächstes Jahr aber nicht mehr" murmelte jemand als er gerade beim Anzünden der Kerzen half.

Lichter aus, sie kommen! Wir alle standen nun im Vorraum und taten so, als ob wir gerade von der Kirche kämen. Ich hatte den Mantel halb an und Frau Mo trug ganz unmotiviert einen ihrer Stiefel in der Hand, das sah urkomisch aus.

11weihnachtsbaum_oval.jpgMusik tönte plötzlich vom Wohnzimmer her und ein sehr zartes Glöckchen bimmelte. Das war der Moment, den wir Erwachsenen uns sehr so ersehnt hatten, wir wollten das Leuchten in den Augen des Kindes erleben, seine freudige Überraschung genießen, eigentlich nur das, alles andere war  uns nebensächlich.

Aber das ging dann so schnell, die Überraschung dauerte nur Sekunden. Wir sangen noch was, ich begleitete auf der Gitarre. Und schon riss Carina ihr erstes Päckchen auf.

"Wieso hatte sie nur so kurz gestaunt?" fragte ich später. "Sie hatte bei den Nachbarn und noch woanders schon einen geschmückten Baum sehen können." klärte man mich auf.

Ich dachte wieder an die Seelenfärblergeschichten, fast alles Erinnerungen aus den 60gern und an den oben verlinkten Artikel. Damals, in Zeiten relativer Armut konnte man wohl intensiver feiern. "Was fehlte uns?" fragte ich mich diesmal mehr als je zuvor. Ich hatte später noch in die Kirche gedrängt, eben, weil etwas Unbestimmtes vermisst hatte.


Nächstes Jahr will ich etwas ändern. Ich will erzählen. Nicht aus der Bibel, das ist meinen Leuten durch zu künstlich weihevollen Ton in der Kirche wohl verleidet. Aber eine Weihnachtserzählung soll sein, auch ein Gedicht vielleicht. Und mehr musizieren sollten wir, das sowieso. Denn in unserer Zeit des Überflusses und der überbordenden Werbung haben Geschenke und ein Lichterbaum auf Kinder nicht mehr den Zauber, den sie einmal hatten.

Nickname 27.12.2011, 21.01 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein vermeintlicher Notfall

Als ich an meinem Wohnzimmerfenster vorbei ging, erschallte von drüben, dort bei der Hauptstraße ein fremdes dumpfes Geräusch. Spontan blickte ich hin und sah den Rauch sofort. Er dränkte aus einem Fenster knapp unter dem Dach des kleinen Hauses dort und zog so dicht nach oben, dass nicht auszumachen war, ob auch schon der Dachboden brannte. Die Leute in den Autos und auf den Fahrrädern fuhren vollkommen unbeteiligt dran vorbei, oder bemerkten sie es gar nicht? Das schockierte mich! Aufgeregt suchte ich nach einem Telefon, erlebte mich als viel zu wirr um es gleich zu finden und tippte endlich mit Selbstvorwürfen die drei Nummern des Feuerwehrnotrufs ein. Aber ich hatte die Nummer gleich gewusst, immerhin das!

Dem unheimlich ruhigen und sachlichen Mann am anderen Ende der Leitung beschrieb ich, was ich sah. "Da steht jetzt ganz ruhig ein Mann davor, vielleicht sind Sie eh schon verständigt worden." Er wollte meinen Namen wissen, verstand ihn nicht gleich, ich musste buchstabieren und tat es hastig, da wäre doch jetzt Eile geboten gewesen!

Von der freiwillige Feuerwehr des Dorfes sind nur etwa hundert Meter bis zu dem Haus. Aber sie kamen und kamen nicht! Inzwischen war das rauchende Fenster geöffnet worden und es rauchte schon viel weniger. Am geöffneten Nebenfenster standen zwei Männer die miteinander redeten und einer zeigte plötzlich... auf mich!! Ich wich erschrocken zurück. Konnten sie mich denn überhaupt sehen, über die große Entfernung weg, da war doch ein Feld dazwischen und ich stand doch außerdem gar nicht nahe an meinem Fenster? Und warum überhaupt diese Szene?

Es qualmte schon kaum noch und die Feuerwehr war immer noch nicht da. Angst überkam mich. Hatte ich etwa einen teuren Fehlalarm ausgelöst und würde nun eventuell bestraft werden??

Und dann rollte sie an, die Feuerwehr. Was war ich froh, dass es da als Beweis noch ein klein bisschen rauchte. Sie hatten mit stillem Alarm erst ihre Mitglieder von den Arbeitsplätzen holen müssen und sich in Uniform und Stiefel gezwängt, denn nur halb umgezogen rückt da ja keiner aus. Ein Feuerwehrmann inspizierte, die anderen standen entspannt vor dem Haus und schwätzten, dann fuhren sie gleich wieder ab.

Da stand ich nun wie ein begossener Pudel. Es bedrückte mich den halben Tag, dass ich umsonst die Feuerwehr gerufen hatte. Später berichtete ich meinem Nachbarn der ja vor der Pensionierung ewig bei der Feuerwehr gewesen war. "Na, des hot scho passt, dassd sie grufn hast!" Dies beruhigte mich, da sprach ja ein Fachmann.

Später wurde mir klar, was auch hätte sein können. Der Mann vor dem Haus hätte wegen einem Schock so untätig davor gestanden haben können. Drinnen im Zimmer hätte jemand bewusstlos liegen können. "Es ist bekannt, dass die Leute stets zu wenig reagieren, nicht genug handeln" hatte außerdem jemand gesagt.

Und so war ich schließlich über mein Handeln dann doch noch halbwegs beruhigt.

Nickname 21.09.2011, 00.36 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Still still, es wird geschwommen.

In diesen endlich heißen Tagen konnte ich ihn mir wieder vereinnahmen, den so sehr geliebten Wörthersee. Schwimmen, schwimmen, schwimmen, täglich etwas weitere Strecken. Auf diese Weise auftanken, um die kommende wenig geliebte Jahreszeit besser ertragen zu können.

Unlängst schwamm ich, von links kommend, recht genau so wie in diesem Bildausschnitt sichtbar, das Ufer ab. Hin und zurück und es wird wohl das schönste Erlebnis dieses Sommer gewesen sein.

Als ich die weit in den See hinaus ragende Schilfwand erreichte, wurde es ganz still um mich herum. Plötzlich kein Motorbootgeräusch mehr, weder Straßenverkehr noch menschliche Stimme drang mehr an mein Ohr, nur das sanfte Plätschern meiner Schwimmbewegungen im türkisen Wasser und vereinzeltes Piepsen der im Schilf verborgenen Vögel war noch zu hören, welch ungewohnte Stille! Und dann das schönste! Vor mir erschienen wie aus dem Nichts plötzlich zwei Haubentaucher und vollführten im sonnenfunkelnden Wasser einen grazilen Paarungstanz! Sie verneigten sich voreinander, nickten mit den Köpfchen, reckten sich hoch und schwammen wieder auseinander um gleich wieder von vorne zu beginnen. Und sie ließen sich von mir in ihrem Tun nicht im mindesten beirren!

Nach diesem Erlebnis schwamm ich in sehr beseelter Stimmung vor bis an die Spitze des Schilfs und dann um sie herum, aber was glaubt ihr, was mir dann begegnete?

Zwei Schwimmerinnen die sich laut und knatternd unterhielten. Sie sprachen von einer unlängst erlebten Wanderung, in ihren Gedanken waren sie gar nicht anwesend! Das kam mir so vor wie diese Leute, die bei einem exquisiten Braten sitzen und während des Essens über das Fischgericht unlängst referieren. Vermutlich werden sie dann während des nächsten Mahls wiederum über besagten Braten reden! Auweia!

Ich schwamm zügig weiter und kam nun mitten in den Trubel eines öffentlichen Bades. Alles lärmte, Kinder kreischten, aber hier störte mich das nicht weiter, das gehört ja zum Massenauflauf von uns Menschen dazu, damit rechnet man doch. Ich legte mich illegal auf einen Steg, ließ ich mir die Sonne auf den Rücken scheinen und sah den Leuten zu, bis mir bald wieder warm geworden war.

Als ich dann zurück schwamm, was meint ihr, wenn traf ich da? *g*
Na, eh klar. Besagte Damen bearbeiteten gerade das Thema Warmduschen.
Dann aber wieder die Stille beim Schilf, eindrucksvoll wie zuvor. Wie muss es den Tieren wohl mit unserer Lärmerei ergehen, dachte ich. Sie merken auf, sind wachsam und stets im Jetzt. Wir aber nicht, oder zumindest kaum noch.

Was für ein Verlust.

Nickname 26.08.2011, 01.53 | (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Natürliches Glaubensgeplänkel ;-)

Ich saß unter der Fichte so für mich hin und las.
Aha, Demo gegen Papstbesuch. Aber eigentlich sind die doch urkatholisch, diese Spanier?
Und dann sinnierte ich, spielte Tirilli-guck-in-die-Luft.

Plötzlich sprach die Fichte:

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"Jo jo, a Kreuz ist dos mit di Menschen. Mit die in da Kirch sowieso! Die machn alls kaputt, diese uroltn Typn, diese Katholischn do, diese Konserrrvativn..
Aber sixt jetz des? Man muss es wachsn lossn! Mir in da Natur lossn wochsn! De oba net. De wern noch vor mir versteinern, wettn?"

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"De werdn eingehn!" sagte der Pessimistenzweig.
"Na, net!" Sagte drauf der optimistischere von den beiden.

Ich dachte dann so vor mich hin.
Hmm.... ob der Pessimist nicht sogar die optimistischere Prognose abgegeben hatte...?

"Aber wurscht."  hörte ich plötzlich wispernd von rechts:

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Wieso wurscht? "Weils egal iss! Früchte trogt jo dann doch immer alles! Dafür wird der große Geist scho sorgn!"
Ach ja, stimmt.
Mein Blick wanderte zum Fichtenwipfel hinauf. Und da war er dann, ganz oben! Wer? Na, der Geist!! Und wie der da sagenhaft schwebte! Öhm... oder war er es doch nicht?

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Nickname 19.08.2011, 16.47 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Erste Erkenntnisse

Die dreijährige Carina kam zu mir und begann ein Gespräch, weil sie gerade etwas sehr beschäftigte.

Carina: "Duhu... wo war ich denn, bevor ich hier war?"
Tirilli: "Nirgends, Schätzchen."
Carina: "Aber da war ich doch im Hundehimmel"!
Tirilli: "Nein, da warst du nicht, du warst einfach noch nicht da."
Carina aufgeregt und mit großen Augen: "Doch, ich war da, wirklich!" Dazu nickte sie energisch mit dem Kopf. "Ich war da, ich war da, ich weiß es, ich war im Himmel!!" 
Tirilli: "Naja, kann ja wirklich auch sein, aber das wissen wir halt nicht."
Carina: "Aber wie kann ich nicht da gewesen sein!?"
Tirilli: "Komm mal mit, ich zeig dir was."

Wir gingen in den Garten. Unlängst hatte ich an einer Stelle Gras gesät und dort bückten wir uns hin.

Tirilli: "Sieh mal, das sind Samen. Und aus denen wächst schon ein winzig kleiner Grashalm, siehst du das? Da wird dann richtiges langes Gras draus, sie mal da, da ist ein ganz langes Gras und da oben das, das sind auch Samen. Die fallen dann runter."
Ich strich mit den Fingern Samen aus der Ähre und ließ sie zu Boden fallen. Carina tat es mir neugierig nach.

Tirilli: "Komm mal mit, ich zeig dir noch was."
Carina: "Zeigst du mir noch... wie heißt das.... Samen?"

Wir gingen zu den Glockenblumen.

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Tirilli: "Schau mal, da sind ganz keine Blüten, die da neben der großen ist ein Baby, die andere darunter ist schon größer geworden, etwa so wie du. Und dann sind da noch größere da und oben, die sind schon richtig erwachsen. Dann fallen später die Blütenblätter ab. Und schau mal, dann ist das. Da sind Samen drin!"

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Carina: "Wo sind da Samen."
Tirilli: "Brich dir eine ab und mach sie auf, da drinnen sind sie."

Ihre zarten Händchen vermochten das noch nicht, also musste ich es tun und das immer wieder, viele Samen wurden gepfückt.
Tirilli: "Gut so, das muss man eh machen."
Carina: "Warum?"
Tirilli: "Weil sonst die Pflanze denkt, sie hat schon genug Samen gemacht und dann braucht sie nicht mehr zu blühen."

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Carina: "Aber wo tu ich jetzt die Samen hin..."

Tirilli: "Wirf sie einfach auf die Erde, dann wachsen wieder neue Pflanzen."

'Die vorher nicht da waren' hätte ich noch sagen können. Aber das sagte ich absichtlich nicht, denn ich finde, das war schon genug. Das kleine Persönchen soll doch die Cance haben, sich selber etwas zusammenzureimen, oder? Außerdem wurden wir gerade in dem Moment gestört. Über uns erklang nämlich ein forderndes Miau.

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Fräulein Tschutschinella war schon wieder am Balkon. Und bekanntlich ist da für sie ja Endstation.

Und wisst ihr was? Das, was ich da gerade beschrieben habe, ist irgendwie das pralle Leben. Und damit das kleine Glück.

Nickname 12.08.2011, 01.34 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Tierisches x 3

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"Komm endlich," sagte die Galloway-Mama um noch lapidar hinzuzufügen: "wie komm ich nur zu so einem faulen Kind?"
Womit Klein-Galloway gleich mal des Lebens schönste Seite ausgetrieben wurde:
Die des kontemplativen Müßiggangs!! (Schwere Mamasünde!)

Diese netten Rindsviecher sind übrigens aus Rust. Und sie sind da um zu arbeiten! Sie sollen das Ufer beweiden, damit es nicht etwa verschilft und den Störchen und anderem fliegenden Getier gar die Wiese abhanden kommt. Menschen haben darauf übrigens Zutrittsverbot. Tja, die Flatterer sind dort endlich mal König und das findet die olle Tirilli übrigens super!

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Storch im Anflug! Und alles steht Hab-Acht.

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Sie wollten mich aus meinem Zeltweg verjagen! Und zwar mit dem bösen Blick! Tja, ich gebe ja zu, einige hatten sich durch diese fiese Vergrämungstaktik beeindrucken lassen, aber mich kriegt man hier nicht weg, mich nicht!! Pah, beim Gott der Kindleinbringer, ICH hab´ nämlich noch Stoechenehre im Leib! So.

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Hallo Trampeltiere. Die elende Tirilli grinst immer nur, wenn ich mich wegen des widerlichen Tiktik beklagen komme! Das ist so fies und so sehr gegen jede Katzenähre!!
Ja doch, der Tiktik tickt immer noch und das penetrantest! Ich renne immer wieder ins Haus und beschwer mich mit einem "meaaau" bei Frauchen! Und was tut die? NICHTS! Keinerlei Initiative! Dann roll ich mich halt fustriert auf mein Plätzchen und schmolle mal kurz. Die Klügere gibt ja nach, net woahr! Aber nicht lange und dann geh ich wieder schauen. Irgendwann krieg ich den krakelenden Tiefflieger, versprochen! ICH geb jedenfalls nicht auf, ICH nicht!

Nickname 04.07.2011, 02.11 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

tik tik tik tik tik tik tik tik tik tik tik tik tik

210611amsel_tschutschi 022.jpgtik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik.


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Tik tik tik tik tik tik tik tik tik.
Hey du! Was bist denn du für
eine!
Tik tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik tik!
Du, ich hab dich was gefragt!
Tik tik tik tik tik tik tik tik tik...
Sag, spinnst du? 12 Stunden am
Tag ticken, bitte, das geht zu
weit!
Tik tik tik tik tik tik tik tik tik!!
Tik tik tik. Lass mich! tik tik tik!
Haaallooo, spinnst du oder was?
Frau Amsel schweigt plötzlich
vorwurfsvoll....

210611amsel_tschutschi 031.jpg
....
Schäm dich, mich bei meinen
überlebenswichtigen Mutter-
pflichten zu stören, du Krepel!
Tik tik tik tik tik tik....
Wohl Übermutter, wa?
Pah, tik tik tik tik tik tik tik tik tik
Tik tik tik tik tick tik tik tik tik!!
Tik tik tik tik tik tik tik tik tik tik!
Ich glaub, ich spinn...
..Vögel gibts! Mal weiter be-
obachten die Lärmtussi,
man weiß ja nie...!
Tik tik tik tik tik tik tik tik tikkk.


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Ähm, darf ich fragen...?
Tik tik tik, stör nu nik!
Puh, neurotisch das!
Olles Spatzenvieh, ich hüte!
Tik tik tik, hast du denn nicht
die Bestie geseh´n?? Tik tik,
Meine Kinder dort drüben,
meine Süüüßen, tik tik!
Ich muss doch ablenken,
vastehste? Tik tik tik tik!!
Hm?? Welche Bestie?
Etwa das jämmerliche
Katzenviech da unten??



210611tschutschiungeheuer.jpg

Rooaaarr, jetzt hat mich
dieser elende Tiktik schon
zum x-ten Mal zusammen
mit seinem schwarzen
Gespons mit perversen
Tiefflügen ins Haus
gescheucht und ich
hab den noch immer
nicht gekrallt!
*flem und knurrrrr*
Ich glaub, ich bleib jetzt
mal bei meiner Alten
am Schoß, das neerrvt!


210611amsel_tschutschi 033.jpg

Tik tik tik tik kutz tik tik.
Puuuh...! Und tschüss!
Tik tik tik tik tik tik tik tik tik
Ich verzieh mich jetz also
lieber. Wahnsinnige muss
man ignorieren...!
Tik tik tik tik tik tik tik tik.
Außerdem kann die jeden
Moment explodieren!
Tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik tik tik tik tik tik
tik tik tik tik TIKTIKTIKK
TIKKTIKKTIKKTIKKTIKKTIK


210611amsel_tschutschi 015.jpg
BÖS SCHAU UND LOS-
FLATTER: TIKTIKTIKTIKTIK
Guck mal, Ungeheuer elendes,
ich bin hiiieeer, fang mich
doch!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
*Tiefstflug*
(Und die elenden Zweibeiner
scheuch ich gleich mit!)
TIKTIKTIKTIKKKK
Ich bin die Stärksteeeee!
TIKTIKTIKTIKIHICKKKK
TIKTIKTIKTIKKITKKCCK
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!




210611amsel_tschutschi 021.jpg
TIKKKTIKKTIIIKKKK
ICH BIN DIE FURIE,
DEINE FURIE! TIKKK
ICH BIN DEIN GRAB
DEINE HÖLLLEE! TIKIK
MEINE KINDCHENS
KRIEGT IHR NICHT,
IHR NICHT, TIK TIK TIK
LIEBER STERBSEL ICH
BEVOR IHR DIE KRIEGT.
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
TIKKTIKK TIKK TIKK
TIKK TIKK TIKK TIKK.
TIK!


Und wenn sie nicht gestorben ist, dann tickt sie auch morgen und übermorgen und überübermorgen und auch nächstes Jahr, tik tik tik tik tik tik!

Und alle normalen Lebewesen wanderten aus.  

Nickname 25.06.2011, 02.11 | (6/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Hochwürden im Supermarkt

Kassiererin:  Hams a Vorteilskoartn?
Hochwürden: Nein.
Kassiererin:  A wollns aane?
Hochwürden: Nein.
Kassiererin:  Wollns ane Pickalan*?
Hochwürden: Nein.
Kassiererin:  A homs kaane Kinder?
Hochwürden: (mit sichtbarem Gewerbeschein um den Hals) Nein.
Kassiererin:  Hams kaane klaanen Kinder in da Vawondtschoft?
Hochwürden: Ja, aber weit weg.
Kassiererin:  (resigniert) Des a noch.

Protokolliert von Fr. Germana.

* Pickalan= Sticker. Für ein Album. Österreichische Kinder flogen drauf und Mama oder Papa mussten oft extra deswegen dort kaufen. Ich hatte die lieben Kleinen damit übrigens im Unterricht erpresst. *g*

Nickname 27.04.2011, 02.06 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Bin ich ein Glückskind?

Zum Abendessen eingeladen war ich heute und meine Freundin Frau Germana kochte wie immer superb!

Irgendwann erwähnte ich nebenbei, dass ich meinen Führerschein samt anderen Dokumenten schon seit vielen Tagen vermisse.

"Du fährst also einfach ohne? Weißt eh, das kann ganz schön teuer werden!"
"Was soll ich machen, ich habe schon überall mehrmals gesucht! Ich fahre angepasster als sonst und gestern tauschte ich sofort eine defekte Birne aus, denn noch vor 2 Wochen hielt mich wegen sowas die Polizei auf, da war die Birne auf der anderen Seite durchgebrannt. Komisch, wie immer brennen die beide Birnen vom Abblendlicht kurz nacheinander durch... Jedenfalls müsste ich damals den Führerschein noch gehabt haben, der Polizist wird mich doch sicher danach gefragt haben, aber ich weiß nicht mehr."

"Hast du die Tasche schon einmal richtig umgedreht"?
"Einmal unter den Autositzen geschaut?" "Die Schubladen?"
"Einmal? Mehrmals! Auch sämtliche Manteltaschen inspizierte ich immer wieder!"

Die vier Freunde gaben weiter Tipps. Die Rede kam dann natürlich auf den heiligen Antonius.

"Vielleicht bitte ich ihn noch heute Abend. Aber mir ist gerade eingefallen, ich könnte noch in der Fototasche nachsehen."

Bald brach ich auf, Migränetag, ich hatte nur noch den Wunsch, meinen ollen Schädel auf die werte Frau Rotcouch zu lagern.

Auf der Geraden wo jeder gerne etwas zu schnell fährt, blinkte mich ein entgegenkommendes Auto warnend an. Sofort nahm ich den Fuß vom Gas, sowas von brav wie ich jetzt fuhr, 50 kmh auf schnurgerader Strecke, das muss mir erstmal jemand nachmachen! *g* Es half nichts, vorne leuchtete auch schon die staatstragende Taschenlampe auf. 'Nun bin ich also dran' konnte ich nur noch denken und schon schallte mir der Standardsatz entgegen: "Guten Abend, Fahrzeugkontrolle, die Autopapiere bitte!"
Nun muss man wissen, ich bin notfalls keine so schlechte Schauspielerin. Ich griff in die Tasche, ließ ein "O oh" erschallen, suchte in allen Fächern, wobei mir der Beamte hilfreich leuchtete. "Da hätte der Führerschein sein müssen, erst vorige Woche, bei der letzten Polizeikontrolle, war er noch da. Aber vielleicht hatte ich ihn dann auf den Sitz gelegt, darf ich mal unter den Sitzen suchen? "Tun Sie nur."
"Können Sie sich ausweisen?" "Hmm, es war alles in der Führerscheintasche.." Ich zögerte und zeigte ihm dann die Scheckkarte. "Was haben Sie für einen Beruf?" Ich sagte es ihm. "Sie müssen eine Verlustanzeige machen."
Als ich dann mit gespielt steigender Nervosität das Handschuhfach ausleerte, fing er an mich wie ein Therapeut zu beruhigen. "Tun Sie das jetzt besser wieder rein, damit nicht mehr durcheinander kommt, haben sie die Scheckkarte?" "Ja, danke, soll ich jetzt etwas zahlen?" "Es würde 30 Euro kosten, aber fahren Sie." "Danke, danke!"

In der Fototasche ruhte er tatsächlich, der Führerschein, schon seit Mitte Februar...

"Du bist ein Glückskind" meinte Frau Germana dann am Telefon. "Aber eines muss ich dir jetzt schon sagen, ein arger Schussl bist du!"
Jo mei, jeder hat halt seine Fehler. :-)

Nickname 31.03.2011, 01.08 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL