Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Kunst

meditativ


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Leben

Nickname 13.02.2006, 19.34 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Bei Einbruch der Dunkelheit

Neues Theaterstück von Peter Turrini, geschrieben im Auftrag des Stadttheaters Klagenfurt.

In diesem Stück arbeitet der Schriftsteller einen Lebensabschnitt seiner eigenen Vergangenheit auf. Wer hier den kurz gefassten Inhalt liest wird auf einen 15-jährigen Dorfjungen stoßen und das ist Turrini selbst. Er hatte im Tonhof der Lampersbergs tatsächlich seine ersten Gedichte vorgetragen, darüber liest man sehr interesant hier. Wer Thomas Bernhards "Holzfällen" gelesen hat erinnert sich sicher an den Komponisten Lampersberg, der ja versuchte, das Buch mit gerichtlichen Mitteln zu verhindern.
Warum Turrini aber den Bezug zu realen Personen abstreitet verstehe ich nicht ganz. Es ist ja unzweideutig der Tonhof gemeint. Ich habe die Lampersbergs selbst ein wenig gekannt, in den letzten Jahren ihres Lebens besuchten sie immer unsere Konzerte wenn wir ein Werk von Gerhard Lampersberg im Programm hatten.

Das Stück stellt die Frage nach dem Ernst und den Wirkungsmöglichkeiten von Kunst in einer spätbürgerlichen Gesellschaft ...liest man überall in den Ankündigungen, aber für mich stand eher im Vordergrund was Turrini in einem Interview so darlegte:

"In 'Bei Einbruch der Dunkelheit' zeige ich eine ziemlich tragische Eigenschaft des Menschen, nämlich seine Fähigkeit, mit der Sprache Unglück zu schaffen, und zwar umso wirksamer, je umfangreicher er über die Sprache verfügt. Alle Figuren meines Stückes wollen eigentlich zueinander, aber sie schaffen ununterbrochen, mit jedem Satz, den sie äußern, das Gegenteil - nämlich Distanz, Verletzung und Schmerz. Diese Beobachtung von mir, die nun schon ein Leben lang dauert, dass wir alle Kinder der Sehnsucht sind, aber gleichzeitig Weltmeister der Zerstörung, ist für mich ein wesentlicher Aspekt dieses Stückes."

Tatsächlich wird die abgründige Konversation zum Selbstzweck, in einigen Sätzen merkt man, dass es ausgemacht ist niemanden zu schonen. Nur die Frau des Komponisten macht da nicht mit, daher ruft er ihr mehr als einmal "Idiotin des Positiven" zu. Ein verzweifelter Überdruss schwebt in der Luft, aber für den Zuschauer gibt es ständig viel zu lachen.

Die schauspielerische Leistung war großartig. Mir ist es passiert, dass ich eine gute alte Bekannte unter den Schauspielern nicht wiedererkannt hatte, so gut hatte sie gespielt. Dabei hatten wir einmal vor Jahren in einem großen Projekt monatelang zusammengearbeitet.

Es war ein wunderbarer Abend!

Nickname 04.02.2006, 01.12 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Musical-Kritik

Gestern war ich im Theater. Man gab das Musical "Into the Woods" von Stephen Sondheim.

Der Inhalt: Eine amüsante Vermengung von Grimms Märchen.

Der erste Akt war spritzig, zwar nur oberflächliche Belustigung, aber warum auch nicht, macht Spaß. Inszenierung, Kostüme, Bünenbild haben mir gut gefallen. Besonders herausragend Anna Montanaro als Hexe. Das Ende des ersten Aktes war eigentlich auch das Ende des Stücks, tatsächlich musste einer der Protagonisten ein Plakat mit der Aufschrift "Pause" hochhalten, sonst wären alle gegangen. *g*

Hätte ich es doch nur getan! Dann wäre der Eindruck in der Kategorie "nett" einzuordnen gewesen, nun aber wurde es zum Ärgernis.
Mit Krampf wurde die Handlung weiter geführt, ein plötzlich herumstampfender Riese musste für weitere Längen herhalten. Dazu kam nun moralinsaure Moral, ein Zeigefinger wie im Dreigroschenroman für klein Lieschen. Die ewig gleichen Melodien waren auch kaum noch auszuhalten, schade.

Nickname 07.01.2006, 12.50 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Bewegte Bilder

Am Wochenende besuchten wir in Wien ein Tanztheater im Odeon.
Die Performance der vermutlich kolumbianischen oder eventuell kubanischen Künstler war für mich zunächst überraschend denn ich wusste nicht was mich erwartete und wartete eine halbe Stunde lang, bis die vermeintliche Hauptperson die auch das Plakat ziert endlich aus ihrer Regungslosigkeit erwacht und vielleicht sogar kabarettistisch das Wort ergreift. *gg*
Inzwischen bewegten sich alle anderen Akteure kunstvoll und spannend um ihn herum, bis ich endlich begriff, dass dies so bleiben würde. Hier setzt auch meine Kritik an, es gab keinen Programmzettel und der Name der Künstler wurde einfach verschwiegen. Hey, das ist doch unfair, nicht nur dem Publikum, sondern auch den Künstlern gegenüber. Das erinnert mich an Gepflogenheiten in alter Zeit, als bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Künstler nicht mehr galten als ein Lakai.

Nach alter Bloggermanier musste ich natürlich meine kleine Digi zücken. Natürlich wusste ich, dass ohne Blitz nicht viel gelingen wird. Aber mich reizen auch verwackelte Bewegungsbilder, man kann sie mit ein wenig Phantasie neu interpretieren.



Das Psst ist nicht so wichtig, es war nur ein Teil vieler Gesten.



Ja ja, immer mit der Nase voraus :-) Der Rüssel war vorher gar nicht da. Seht ihr? Neue Komponenten!   Hm, aber wie interpretiert man das??



Da hantiert einer mit schlechtestem Gewissen, ja was macht der denn da??

Nickname 20.12.2005, 23.04 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Theatererlebnis

Heute habe ich ein Theater der Sonderklasse erlebt. Das Berliner Ensemble gastierte mit George Taboris Inszenierung von Gotthold Ephraim Lessings "Die Juden" in Klagenfurt.

Es war fantastisch, was sag ich, ein Erlebnis der Sonderklasse. Wer irgendwo die Gelegenheit haben sollte das zu sehen, sollte es nicht verpassen!

Nickname 06.11.2005, 00.22 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Über einen Fernsehabend

Heute habe ich nicht gebloggt und statt dessen ferngesehen. Zunächst, weil Engelbert auf den Lutherfilm hingewiesen hat und dann, weil Luposine mir ein Mail schickte, doch ja nicht das Filmportrait über Jessey Norman zu verpassen. Vielen Dank dafür!

Der Lutherfilm war einerseits schon sehr gut, aber ich mag es nicht, wenn bei historischen Persönlichkeiten all zu viel dazu erfunden wird. Auch das Volk wird bei solchen Filmen immer wieder ganz seicht dargestellt, verblödet wie die Lämmlein sind sie wieder einmal gewesen, weil es gerade so gut zur Szene passte oder die Handlung bequem dramatisierte. Ich meine diese Verallgemeinerungen! Alles stiert, alles winkt und ruft, alles lässt sich leiten. Das ist mir zu simpel.
Aber als dargestellt wurde, wie ein Lutherjünger durch seinen Fanatismus so viel Leid anrichtete, war ich wieder versöhnt, das war gut gemacht. Auch der von mir verehrte Peter Ustinov spielte seine Rolle sehenswert. Der Darsteller des Martin Luther kann mich schon hinter dem Ofen vorlocken, so ein süßes Mannsbild, hach! ;o)) Aber der Typ war für mich optisch nicht das was ich mir unter Luther vorstelle.

Das Portrait Andere Hellers über Jessye Norman ist ganz nach meinem Geschmack gewesen leider habe ich nur die Hälfte gesehen. Wieder einmal ertappte ich mich dabei, vor Begeisterung mit offenem Mund da zu sitzen! Diese Stimme, diese Musikalität und Darstellungskraft übersteigt alles! Eine Primadonna assoluta ist sie!

Lasst euch den Film nicht entgehen, falls er einmal in Deutschland gesendet wird! Auch wenn euch Oper nicht besonders interessieren sollte! Man hört Musik in allerhöchster Qualität (nicht nur Opernarien!) und es ist auch interessant, was sie zu erzählen hat!

Nickname 01.11.2005, 00.42 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein weißes Kätzchen von...

Ja von wem denn? Ratet ihr, wer dieses geniale Bild gemalt hat?



Kleine Hilfe: "Der blaue Reiter" nennt man die Gruppe in der er vertreten ist. Damit ihr noch ein bisschen raten könnt setze ich nur hier und hier einen Link zum nachsehen. Der zweite Link nennt den Künstler einen deutschen Impressionisten, aber das kann doch nicht stimmen? Er ist eher Expressionist, wenn ich schon bei den simplen Einornungen bleiben muss. Vielleicht sind seine Jugendbilder aber dem französischen Expressionismus angelehnt. Ehrlich gesagt bin ich da überfragt.

Diese schöne Postkarte schickte mir Frau Bloggerfieber und zwar wegen der Ähnlichkeit mit meiner Frau Schnuzl... natürlich! :-)) Es gibt eine Ausstellung in München die sicher sehenswert ist.

Vielen herzlichen Dank liebe Renate!

Nickname 10.10.2005, 23.09 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein-geübtes Stegreiftheater


Parodie? Nein nie!
Oder: Warum wir unsere Politiker so lieben.


Ort des Geschehens:

Prächtiger Renaissance-Arkadenhof im Rathaus von St.Veit/Glan
(Davon kein einziges Foto im Netz, dafür findet man das Bild des Herrn Bürgermeisters und freut sich.)

Mitwirkende:

    GröLHaZ...... Größter Kärntner Landeshauptmann aller Zeiten (Unser aller Herr Dr. J. Haider, Erfinder der BZÖ)

    Vasall.........  Parteichef der BZÖ, ("Bierzeltpartei Österreichs" pflegt man im Volke zu sagen.) ein Herr Str.

    Statisten: 2 rote Politiker, darunter als erster, besagter Herr Bürgermeister, der aber nach einer hier nicht weiter erwähnten weil nichtssagenden Rede nur die Rolle des Gelangweilten übernimmt.


Die Handlung:
Eröffnung der Trigonale, eines Festivals für Alte Musik in Kärnten, mit anschließendem Konzert.

Dieses Jahr ist das Motto des Festivals die Zahl Sieben.

Unser aller GröLHaZ steht vor dem Publikum herum, zeigt seine Zähne (Lächeln) schulterklopft und umarmt einen Berufskollegen und lässt gestikulierend muntere Beredtsamkeit erahnen. Sein Vasall, der Herr Str. lässt ihn nicht aus den Augen und wenn, dann nur kurz um mit misstrauischem Blick nach Feinden Ausschau zu halten.

Der Obmann des Musikfestivals bittet nun seine GröLHaZ, sich in der ersten Reihe, vor dem gemeinen Volke niederzulassen und beginnt mit einem philosophischen Prolog über gewisse sieben Todsünden, was unsere beiden Bierzeltparteiler nicht davon abhält, munter und angeregt miteinander weiter zu plaudern.
Dann, der Obmann hat ein wenig in die Tiefe philosophiert und dem Motto gemäß nach genau sieben Minuten kunstvoll geendet, müssen die armen Herrn Politiker nun ihre Hände rühren, es geht nicht anders, das Publikum klatscht ja ganz anstrengend in der Gegend herum. Sie tun dies ach so ergeben, aber auch vorsichtig, nach einigen sichtbar widerwillig ausgeführten aber edlen Tupfern in Richtung ihrer rechten Hand ist die Causa glücklich erledigt.
Aber nun kommt ein wichtiger Teil des Abends, der Herr Str. (oder war es der andere?) steht auf und erfreut das geschätzte Publikum mit der Ankündigung, nun aber 8 Minuten reden zu wollen (!!!!!!!!)

Schnitt..... (Denn die Chronistin meditiert ein wenig über das Nichts während der Bierzeltredner stolz so tut, als wäre alles dies von seiner privaten Schatulle finanziert worden)

Als dann Statist Nr. 2 ans Rednerpult stolziert und nach irgendwelchen langen Worten aufbrandenden Applaus ertragen muss, weil er ankündigt, nicht mehr lange reden zu wollen, keimt im Saal die Hoffnung auf, bald dem Ziel des Abends, dem Konzert, näher gerückt zu sein. 

Nun erhebt sich aber auch unser aller GröLHaZ unter demonstrativem sehr sportlichen Händezusammenschlagen des Herrn Str. und schlägt sich verbal einige Zeit lang auf seine edle Brust. Dies natürlich unter anderem auf Grund all seiner kulturellen Leistungen. (Die Chronistin wundert sich nicht mehr, seufzt aber versehentlich etwas zu hörbar)
Ein schon gewohntes Wunder ereignet sich wieder neu, es bricht niemand ob all dieser massiven Worte in sich zusammen.

Der politischen Selbstbeweihräucherung Ende lässt spürbar eine erste allgemeine Erleichterung erahnen. Ja man könnte sagen, das erste Frohgefühl des Abends, wohl Ausdruck der Erkenntnis, etwas überstanden zu haben, stellt sich ein und alles hört auf, auf den Sesseln zu wetzen.

Nun folgen wunderbarste Klänge, die Künstler zaubern schnell neue Sphären und lassen Unwichtiges vergessen. Sie unterbinden sichtbar, diese Magier der Klänge, angestrengt versuchen unsere Helden, dieses Unterbinden ihrer wahnhaften Selbstdarstellungen zu ertragen. Doch Herr Str. nützt gleich das erste Verstummen der Musiker um seine Mobilbox abzuhören, es möge doch bitte jeder merken, wie frei von Kultur er sei. Auch den GröLHaZ hält es nicht auf dem harten Sessel, ganz selbst-un-vergessen steht er unvermutet zwischen zwei Musiknummern vor dem Publikum herum.

(Die Chronistin hat ein paar Sekunden Mitleid mit dem Herren, aber nur sehr kurz)

Bei der nächsten Gelegenheit, der Pause, sind sie entwischt, diese armen politischen Gespenster und keiner mehr ward für diesen Abend gesehen.

Schnell war die Luft  nur noch von Kunst beseelt und ein glückliches Publikum verließ am Ende bereichert den wunderschönen Ort des Geschehens.




Tipp: Wenn du auf den Link über die Sieben klickst, hast du interessantes Lesefutter für die nächste Stunde. :-)

Nickname 10.06.2005, 09.30 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Über ein Konzert und einen Ungeist

Heute Nacht fuhr ich durch das dunkle Land und es war wie ausgestorben. Alles schlief, nirgends brannte ein Licht, ungewöhnliche Stille und die unerwartete Kälte ließen ein unbestimmtes Gefühl von ausgeliefert sein aufkommen. Das Autoradio leuchtete mir grün ins Gesicht, aber ich wollte Ruhe. Noch vor wenigen Stunden hatte ich die schönsten nur denkbaren Klänge erleben dürfen, dieses Hochgefühl, ich hatte ein Konzert der Sonderklasse erlebt. Zunächst sah es nicht so aus, als würde ich so begeistert heim fahren können. Denn die erste halbe Stunde des Konzertes wurde von Dämonen gestört. Nein zuviel der Ehre, nicht Dämonen, von oberflächlichen narzistischen Menschen, in ihren Verstrickungen Gefangene inszenierten ihre üblichen Spielchen. Aber darüber später, erst mal ein paar Informationen:
In Kärnten findet derzeit ein ganz besonderes Festival statt, die Trigonale

Die Stars der Alten Musik geben sich bei uns ein Stelldichein.

Gestern spielten Il Giardino Armonico. Ich sage jetzt nur so viel: Wer gerne Barockmusik hört, sollte sich diese Ausnahmemusiker nicht entgehen lassen, wenn sie mal in der Nähe ein Gastspiel geben. Aber früh um Karten kümmern, sie sind meist ausverkauft. Ihre Ausdruckskraft ist sehr expressiv, ihr Stil erfrischend spannend.

Um noch schnell zu den Schmeißflieg Störenfrieden zurück zu kommen, zunächst einmal ein "in sich selbst ruhender" *g* Fotograf. Er ging überall herum, auf der Bühne und sonstwo blitzte er jedes Motiv gleich dutzende Mal an, so dass es auch keinem mehr entgehen konnte. Als er es vom Balkon über den Musikern dann zu bunt trieb hielt ich es nicht mehr aus. Ich schlich zu ihm und raunte ihm zu, ob es ihm wohl bewusst sei, wie sehr er das Konzert störe und ob er schon mal davon gehört habe, dass man bei Digitalkameras die Verschlussgeräusche abschalten könne und auch ohne Blitz so einige Fotos möglich wären. Er murmelte etwas von schließlich doch schlimmerer Klimaanlage und trollte sich mit finsteren Blicken.
Später kam er wieder zurück, ich wollte mich schon ärgern, aber siehe da, nun ging es plötzlich ohne Klickgeräusche und auch ohne Blitz. Übrigens versuchte er dann, mit Tele mich zu fotografieren, ich bedeckte mein Gesicht mit einer Hand, wie unverschämt, das alles während des Konzertes.

Die anderen noch viel schlimmeren Kasperln waren aber die Politiker. Mein Beitrag wird zu lang, lange Postings liest ja keiner ;-)) Über ihr obskures Verhalten zu schreiben, hätte es eines Thomas Bernhard bedurft. Entweder, man konnte darüber lachen oder es wurde einem übel. Ich konnte leider nicht lachen, die Kunst war mir zu wichtig.
Ich muss jetzt ganz eilig zur Arbeit, aber am Abend versuche ich dann doch noch, ein wenig darüber zu erzählen.

Nickname 09.06.2005, 13.31 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Kunstwerke aus Glas


Wunderschönes Kunsthandwerk findet ihr hier ! Kauft mir nicht gleich alles weg, ich habe noch nicht ausgesucht!


Am besten gefallen mir persönlich übrigens die Perlen und Perlen-Sets.

Nickname 04.06.2005, 19.38 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL