Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Kunst

Von heute und über Rigoletto

Was für ein trüber Tag ohne Licht!

Da kann man wirklich nur den Tag verpennen. Also, den rechten Daumen in den Mund gesteckt, in der linken Hand ein Johanniskräutlein gefasst, es zart in halber Faust verborgen und weggeträumt... ;-)

Ich habe jetzt tatsächlich eineinhalb Stündlein auf der Couch geschlafen. Gestern waren wir noch lange in einem lauten verrauchten Lokal herumgestanden und hatten die anderen mit unseren Stimmen zu überschreien versucht, um überhaupt gehört zu werden. Seltsam, dass viele junge genau das zu ihrer Wochenend-Lieblingsbeschäftigung machen.

Rigoletto war von der Leistung der Sänger her "so lala" bis sehr gut, Regie und Bühnenbild aber begeisterten ungemein! Da waren zwei ganz große Künstler am Werk und sie verdienen es, vor den virtuellen Vorhang gestellt zu werden:
Die Regisseurin Jasmin Solfaghari und der Bühnenbildner Marc Gläser

Die wenigen Bilder von der Inszenierung sind diesmal auf der Webseite vom Stadttheater Klagenfurt nicht besonders gut, die faszinierenden Bühnenbilder sieht man gar überhaupt nicht.
Ich finde, bis vor kurzem war die Webseite des Stadttheaters viel besser gestaltet! Wie ich weiß, hat der neue Intendant seine eigenen Vorstellungen gegen alle durchgedrückt und nicht gerade viel Erfolg damit.

Nickname 24.11.2007, 18.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Tartuffe von Moliére

Habt ihr diese Komödie schon einmal gesehen?

Der bigotte Heuchler Tartuffe (links) umschmeichelt einen naiven Bürger so lange, bis dieser ihm sein Hab und gut überschreibt. Fast stürzt er ihn in den Ruin, aber die Geschichte geht natürlich gut aus.
Ein köstliches Stück!

Wer es schon irgendwann gesehen hat und wieder einmal etwas daüber nachlesen will, hier die sehr gut gemachte Webseite des Ensembles der Südkärntner Sommerspiele  Eberndorf. Historie und Politik kommen auch nicht zu kurz.

*Was die heutige Politik in Kärnten betrifft, kam eine Anspielung in der Inszenierung vor, durch die sich doch tatsächlich einige ähm... sagen wir, "heimatverbundene" Leute brüskiert fühlten. (Ich lachte mich schief!) Und wie ich jetzt erfuhr, hatten genau jene die Inszenierung nicht einmal gesehen! Sie entblödeten sich doch tatsächlich, sich öffentlich zu empören. Nicht wegen des Textes, sondern wegen des angeblichen Ortstafelbilds!! Köstlich!

Es geht um zweisprachige Ortstafeln in gemischten Siedlungsgebieten. (Kärntner Slowenen) Haider will sie nicht, oder zumindest nicht so viele wie nötig wären. Mit seinem Abwehraktionen setzt er sich sogar gegen Bescheide des höchsten Verfassungsgerichts hinweg.
Die Texpassagen im Stück passen so herrlich zu unserer Landespolitik, dass viele laut auflachten.

Das Laienensemble war großartig, nicht eine Sekunde kam Langeweile auf.
Was ich sehr bewundere, der Initiator und Regisseur Jörg Schlaminger hat das Stück neu ins Deutsche gereimt!
Das genial reduzierte Bühnenbild  kam sehr gut an, eh klar, der Bühnenbildner (Mitte) ist ja auch aus unsrer Clique ;o) Er hat alles ganz allein gemacht, entworfen, geschmiedet, verlötet, tapeziert, alles!

tartuffe_buehne_kl.jpg

Findet das etwa jemand zu sehr zurück genommen und farblos? Aber genau das stellt die Akteure noch besser in Szene:

eberndorf_tartuffe1.jpg

Alles in allem war der Abend für mich gestern sehr vergnüglich! Und weil ich vollgepumpt mit Cortison bin, ging es mir auch viel besser!

Erwähnt seien auch noch die günstigen Preise! Eintrittskarten zwischen 11 und 15 Euros! Wo gibt es heutzutage noch sowas! Dankeschön Jörg Schlaminger!


*Absatz korrigiert am 29. Juli

Nickname 27.07.2007, 17.10 | (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Jörg Immendorff


Aus Anlass seines Todes suchte ich im Web nach einer Seite mit seinen Werken. Ich fand nicht gleich. Falls jemand auch sucht, hier ein Link: moenchhaus.de

Nickname 28.05.2007, 13.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Männerfreundschaft und Ego im Theater

Prinzessin Tirilli wurde gestern abend abgeholt, ins Theater geleitet, danach bei Freunden eingeladen und lang nach Mitternacht erst wieder heimgebracht.
Hehe, so ein krankes Händchen hat auch Vorteile. Da könnt man sich gewöhnen dran! :-)

So ist`s recht! queen.gif

Zurück zum Theater. Das Ensemble des Renaissancetheaters Berlin spielte "Alte Freunde" (Cloaca) von der niederländischen Autorin Maria Goos.
Ein gelungenes Stück, gute Inszenierung, großartige Schauspieler, eigentlich sollte ich nichts kritisieren. Nur zu leise teilweise und daher anstrengend. Anscheinend hat das Renaissancetheater eine bessere Akustik.

Und doch... irgend ein dumpfes Gefühl von Unbeeindrucktheit blieb zurück. Wir hatten beim Zusammensitzen danach, nicht viel dazu zu sagen. Vielleicht war das Stück trotz aller Pointiertheit zu langatmig, oder lag es einfach nur an unserer individuellen Stimmung? Vielleicht sind wir aber einfach nur schon zu sehr an wildere Inszenierungen gewöhnt!

Nickname 26.05.2007, 14.23 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Panoramabilder und Tendenzen

Frau Bramasole bewirkt, dass Panoramafotos in Mode kommen. :o) Da werde ich wohl dann auch, man kann sich ja da nicht absondern ;-)
Aber erst nächste Woche, dann hab ich frei. Natürlich nur, falls der Besuch mich lässt...
Grundsätzlich finde ich ja bei dem Thema eine Bastelarbeit sympathischer als der simple Klick mit einer Software. (Hab ich dort gebastelt, bitteschön!) Aber, wenn es so ein Programm schon gibt, hat es kaum noch Sinn zu basteln.... wird halt das Kreative schon wieder von der Technik überrollt!
Nebenbei gesagt, Schöpfer moderner Kunst haben es im digitalen Zeitalter nicht mehr leicht. Der PC mit seinen Möglichkeiten nimmt ihnen vieles weg. Ich vermute, das wird die Weiterentwicklung der Kunst stark beeinflussen. In Gegenrichtung zu den Computermöglichkeiten....

Nickname 27.03.2007, 13.07 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein neues Theaterstück

"Jedem das Seine", eine "Volksoperette" des Autorenduos Silke Hassler und Peter Turrini. Musik: Roland Neuwirth.

Die überaus gelungene Uraufführung dieses ausgezeichneten und wichtigen Stückes dürfte vielleicht das wichtigste Kulturereignis des Jahres in Kärnten sein.

Thematisiert wird das Schicksal jüdischer Häftlinge, die im Frühjahr 1945 durch Österreich getrieben wurden. Diese sogenannten Todesmärsche zu einer Zeit, als der Krieg schon so gut wie verloren war, sind ein in der Vergangenheit viel zu wenig aufgearbeitetes Thema unserer Geschichte. 100.000 Juden wurden in wenigen Wochen durch das Land getrieben und zu Tode gehetzt, beschossen und gejagt auch von einem Teil der Zivilbevölkerung, von bewaffneten Bauern und Volkssturmleuten. Ein sehr unrühmlicher Teil österreichischer Geschichte ist das, auch wenn es da und dort auch Hilfsbereitschaft gab. Die gesamte Bevölkerung muss es gewusst haben, niemand konnte damals mehr weggesehen haben. Nur 20.000 haben diesen letzten Akt der Barbarei überlebt.

Ich habe das Stück heute gesehen und will jetzt keine der üblichen intellektuell distanzierten Besprechungen schreiben. Auch auf die Gefahr hin, "uncool" zu wirken sage ich einfach nur ganz schlicht: Ich bin berührt.
Besonders beeindruckt hat mich die kluge und geschmackvolle Arbeit des Regisseurs Michael Sturminger. Aber nicht nur er, das ganze Team hat die Ovationen des Publikums voll und ganz verdient.

Ich würde mir wünschen, noch viele tausend Menschen könnten das Stück in dieser beeindruckenden Klagenfurter Inszenierung sehen! 

Jedem das Seine

Nickname 24.03.2007, 01.30 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

König Lear

Von William Shakespeare.
Eines dieser Königsdramen bei denen zum Schluß 90% der Protagonisten eines gewaltsamen Todes gestorben sind.
In Klagenfurt eine Inszenierung, in der die Frauen in Hosen und die Männer in langen Röcken gekleidet sind, der zukünftige König fast ständig einen Müllsack-Lendenschurz trägt, wo auf kahler Bühne Müll angeweht wird und harte Pop-Musik das Schlachten wirkungsvoll untermalt.

Aber es hat gepasst. Und gerade wegen der spannenden Inszenierung war es ein wunderbarer Abend. Beeindruckende Schauspielkunst, besonders von Wolfgang Hübsch.
Einzige Kritik: die Damen nuschelten, vieles war schwer zu verstehen, auch wegen mancher zu lauter Klänge der Band.

Oft hätte ich gerne diesen oder jenen denkwürdigen Satz Shakespeares aufgeschrieben. Einer lautete ungefähr:

"Es ist dumm, alt zu werden bevor man weise geworden ist" ...oder so ähnlich.

Merke ich mir, ich bleibe jung!! *g*

Videoclip mit Szenenausschnitten (wer nur kurz reinsehen will, sollte den kleinen Regler eher zur Mitte schieben, die ersten Szenen sind nicht sehr aussagekräftig)

König Lear in Klagenfurt

Nickname 10.03.2007, 00.55 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Eine begnadete Puppenmacherin!

Mir die liebste, von der ich jemals Puppen sah: Monika Sim

Diese große Künstlerin gestaltet Puppen in verschiedenen Materialien. Und auch ganz kleine, die Träumerchen:



Wie das Fräulein nett lächelt!!

Gestern saß ich da und überlegte lange, ob ich mir eines bestellen soll. Ich hätte so gerne ein Bübchen gehabt! Zu Weihnachten schenke mir ja immer etwas. Aber ich muss im Moment leider vernünftig haushalten. Der Verzicht fällt schwer! Vielleicht später....

Liebe Monika, danke für das Vergnügen, deine Puppen ansehen zu dürfen! Ich habe eine Bitte: Schön wäre, noch viel viel mehr Fotos auf deiner Webseite betrachten zu können! Man kann sich an deinen Künstlerpuppen nicht sattsehen!
Liebe Grüße!

Nickname 28.11.2006, 23.29 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Absoluter Kunstgenuss!

Wahnsinn! So etwas kann man nur im Netz haben:

Das größte digitale Bild der Welt! 8,6 Gigapixel! Genauer gesagt, das Bild ist 96.679 mal 89.000 Pixel groß und besteht aus 1.145 Einzelbildern!
So schön! Und man kann ganz heranzoomen! (Als untermalende Musik hört man das Lacrimosa aus Mozarts Requiem)

Mehr darüber hier

Fresko von Gaudenzio Ferrari (* um 1477/1478 - † 1546)
(Kirche Santa Maria delle Grazie in Varallo im Piemont.)

Unbedingt Zeit nehmen!

Nickname 25.10.2006, 02.34 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Schlafwandler

In meiner Heimatstadt lebte eine Frau mit ihrer Tochter.
Beide wandelten im Schlaf.

Eines Nachts, als alle Welt schwieg, trafen sich Mutter und Tochter
schlafwandelnd in ihrem nebelverhangenen Garten.

Und die Mutter sprach und sagte:
"Endlich habe ich dich, Feindin!
Du warst es, die meine Jugend zerstörte,
und auf den Ruinen meines Lebens bist du groß geworden.
Ich möchte dich töten!"

Und die Tochter erwiderte und sagte:
"Verhaßtes Weib, selbstsüchtige Alte.
Immer noch stehst du meiner Freiheit im Weg.
Mein Leben soll wohl immer nur ein Echo deines Lebens sein.
Ach, wärest du doch tot!"

In diesem Augenblick krähte der Hahn und beide Frauen erwachten.
Voller Sanftmut fragte die Mutter "bis du es, mein Herz ?"
und die Tochter antwortete sanftmütig "ja, liebe Mutter".

Khalil Gibran

Diese interessante Geschichte fand man gestern bei Engelbert im Lichtblick. ("der Gedanke")

Viele gute und interessante Gedanken findet man dort in den Kommentaren! Ich hatte auch kommentiert, aber jetzt fiel mir etwas dazu ein, dass ich für mich selbst hier "konservieren" will und euch zur Diskussion übergebe. Vielleicht kommen noch ein paar Gedanken über Gibrans starke Zeilen dazu, das wäre toll! :-))
Und es würde den ursprüngliche Sinn dieses Blogs erfüllen! Mich interessierte der fruchtbare Austausch von Gedanken, solche, die mich vielleicht auch mal etwas weiter bringen. Das Thema spricht mich aus familiären Gründen an. Also, so übersetze ich das für mich:

Wer sich selbst in die Sanftmut so sehr eingenäht hat, dass der innere Wolf Atemnot bekommt, der darf sich nicht wundern, wenn der in Momenten heulend nach Luft schnappt, in denen man es am wenigsten erwartet.

Nickname 08.08.2006, 00.33 | (6/1) Kommentare (RSS) | TB | PL